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Agrarausschuss: Landwirte sollen neue Geschäftsfelder erschließen
Mittwoch, 24. Juni 2009München - Agrarminister Helmut Brunner (CSU) hat die Bauern im Freistaat aufgerufen, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Ein zweites Standbein sei eine «Chance für viele Landwirte» und eine «Möglichkeit zur Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe», sagte er am Mittwoch in seinem Bericht vor dem Landtags- Agrarausschuss. Etwa 30 Prozent der 118 000 landwirtschaftlichen Betriebe im Freistaat hätten bereits zusätzliche Geschäftsfelder erschlossen. 7100 Betriebe in Bayern bieten «Urlaub auf dem Bauernhof» an, 5000 Betriebe verkaufen ihre Produkte direkt auf dem Hof und 1450 Betriebe produzieren Biogas.
Nach Angaben Brunners hat bei 84 Prozent der Bauernhöfe entweder der Landwirt oder die Bäuerin noch einen anderen Job. «Das reicht von stundenweiser Beschäftigung bis hin zur Vollzeitbeschäftigung», sagte er. Der stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses, Adi Sprinkart (Grüne), sprach von einer «Bankrotterklärung» der bayerischen Agrarpolitik. «84 Prozent - das sind 100 000 Betriebe - brauchen ein Zusatzeinkommen, weil sie auf ihren Höfen nicht genug erwirtschaften können, um davon zu leben.» Landesbäuerin Annemarie Biechl (CSU) sagte dagegen: «Jeder Selbstständige - und da gehören wir dazu - muss sich darum kümmern, wie er seinen Betrieb am besten führen kann».
Claudia Stamm von den Grünen kritisierte, dass vielen Bauern schlicht die Zeit fehle, neben ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit auch noch Urlaub auf dem Bauernhof anzubieten. Die agrarpolitische Sprecherin der Freien Wähler, Ulrike Müller, sagte, ein zweites Standbein löse nicht das Problem der niedrigen Preise für Agrarprodukte.
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