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SPD-Fraktionschef Franz Maget - der ewige Optimist gibt auf

Logo dpa   Montag, 28. September 2009

München - Lange hat Franz Maget den Optimisten gegeben. Trotz einer ganzen Serie saftiger Niederlagen ließ er sich auch nach der Landtagswahl vor einem Jahr wieder zum Fraktionschef seiner Partei im Bayerischen Landtag wählen. Nur nicht unterkriegen lassen, lautete die Devise des manchmal behäbig wirkenden Sozialdemokraten. Dabei musste Maget nach der Wahl vom 28. September 2008 schon zum zweiten Mal nach 2003 eine verheerende SPD-Wahlniederlage im Freistaat an vorderster Stelle mitverantworten.

Aber Maget wäre nicht Maget, wenn er selbst dieser Schlappe nicht noch etwas Positives abgewonnen hätte. Schließlich müssten sich die Christsozialen erstmals seit mehr als 40 Jahren mit einem Koalitionspartner arrangieren, meinte er damals zum Verlust der absoluten CSU-Mehrheit. Der ewige Optimist versuchte sogar kurzzeitig, gegen die immer noch bei weitem stärkste Partei im Freistaat eine Viererkoalition zustande zu bringen.

Und nun am Sonntag das historische Nachkriegs-Tief der weiß-blauen Sozis bei einer Bundestagswahl mit gerade noch einmal 16,8 Prozent der Zweitstimmen. Die neuerliche Schlappe ließ Maget nur einen Tag nach dem Urnengang zu der Einsicht kommen, den Platz an der Fraktionsspitze im Maximilianeum früher als geplant zu räumen. Personelle Konsequenzen an der Spitze der Partei waren deshalb praktisch ausgeschlossen, weil der neue Landeschef Florian Pronold sein Amt erst vor gut drei Monaten angetreten hatte. Spätestens Mitte 2010 will Maget nun an der Fraktionsspitze Platz machen für einen wahrscheinlich Jüngeren.

Der 55 Jahre alte Münchner kommt aus einfachen Verhältnissen, sein Vater war Schneider. In die SPD trat Maget Anfang der 1970er Jahre aus Begeisterung über Willy Brandt ein. Von 1997 bis Mai 2009 war er Chef der Münchner SPD. Die Landtagsfraktion führt Maget seit dem Jahr 2000.

Im persönlichen Gespräch mit den Wählern kommt die Frohnatur fast immer gut an. «Es muss auch Schwarze geben. Nur nicht so viele», scherzt der zweifache Familienvater. Mit seinem einstigen Rivalen Edmund Stoiber teilt Maget die Leidenschaft für den Fußball. Er ist Vizepräsident des TSV 1860 München, dessen Anhänger schon lange fast ebenso leiden müssen wie die Sozialdemokraten. Der immer freundliche Maget gilt persönlich als höchst integer. Sein Problem in den vergangenen Jahren war eher, dass ihn manche Parteifreunde für zu wenig aggressiv halten.

dpa sd/ch/tt yyby w4 pw
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