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Tag der offenen Tür am Samstag, 16. Oktober 2010

9000 Besucherinnen und Besucher kamen am 16. Oktober zum „Tag der offenen Tür“ in den Bayerischen Landtag. „Das ist eine großartige Zahl. Sie zeigt, dass sich die Menschen in Bayern für Politik interessieren und gerne die Gelegenheit wahrnehmen, mit den Abgeordneten ins Gespräch zu kommen“, freute sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm über das Ergebnis. Sie dankte allen Fraktionen, die sich gut präsentiert und den Dialog mit den Menschen gesucht haben.

Eindrücke des Tages mehr . . .

Von der ersten Minute an nutzten die Bürgerinnen und Bürger das Angebot, einmal hinter die Kulissen des Parlaments zu blicken und sich über die Arbeit des „Hohen Hauses“ zu informieren. Im Plenarsaal nahmen sie die Plätze der Abgeordneten und der Kabinettsmitglieder ein, ließen sich die parlamentarischen Spielregeln erklären. Die fünf Fraktionen präsentierten ihre Programme, nahmen zu aktuellen Themen Stellung. Die Informationen mischten sie mit einem bunten Unterhaltungsprogramm. Sie lockten mit Äpfeln, Lebkuchenherzen und  frisch gebackenen Waffeln.

Um 10 Uhr öffnete sich das schwere Eisentor an der Ostpforte des Maximilianeums für die Besucher. Landtagspräsidentin Barbara Stamm hieß die ersten Gäste per Handschlag willkommen. „Schön, dass Sie da sind“, rief sie den Bürgerinnen und Bürgern zu. Josef Rosenlehner aus Neumarkt in der Oberpfalz hatte über eine Stunde geduldig auf den Einlass gewartet. Um 6.30 Uhr war er aufgebrochen, um ja rechtzeitig im Maximilianeum zu sein. „Einfach einmal umschauen“, antwortete er auf die Frage, was ihn an diesem „Tag der offenen Tür“ interessiert. Andere kamen mit konkreten Anliegen, suchten gezielt das Gespräch mit den zuständigen Abgeordneten. Die nahmen sich viel Zeit für die Anliegen der Menschen, die aus ganz Bayern gekommen waren. „Wir machen damit deutlich, dass Politiker doch ansprechbar und anfassbar sind“, betonte Markus Rinderspacher, Fraktionsvorsitzender der SPD. Thomas Hacker, der Chef der FDP-Fraktion, betonte: „Ich finde ein offenes Haus extrem wichtig. Meinetwegen könnte jedes Jahr ein „Tag der offenen Tür“ im Maximilianeum stattfinden.“

Im Steinernen Saal hatte der Bayerische Rundfunk eine Bühne aufgebaut. Prominente Politikerinnen und Politiker trafen sich dort immer wieder zu Gesprächen mit den Fernseh- und Hörfunkjournalisten, beantworteten Fragen aus dem Publikum. Die Landtagskorrespondenten der verschiedenen Zeitungen in Bayern gaben an einem eigenen Stand Auskunft über ihre Arbeit, verteilten kostenlos die neuesten Ausgaben. „Der „Tag der offenen Tür“  ist eine gute Gelegenheit, zu aktuellen Themen Stellung zu nehmen und der Andrang zeigt, dass die Menschen an der politischen Arbeit des Landtags interessiert sind“, sagte Margarete Bause, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Für Hubert Aiwanger, den Chef der Freien Wähler, war es die erste Veranstaltung dieser Art. „Wir brauchen ein solches Angebot dringend, am besten einmal im Jahr, um Politiker und Bürger wieder besser zu verzahnen“, lautete sein Kommentar. Renate Dodell, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CSU, erlebte den vierten „Tag der offenen Tür“ und war gespannt auf die Anliegen der Bürger. Viele Prozesse und Entscheidungen seien in den vergangenen Jahren immer intransparenter und komplizierter geworden. Manche Menschen könnten das nicht mehr nachvollziehen, fasste die Politikerin ihre Eindrücke zusammen.

Bei den Gästen kam das Angebot an. „Es war ein hoch interessanter Tag. Ich habe heute viel über das bayerische Parlament erfahren und wie es arbeitet“, gab ein junger Mann aus Garmisch-Partenkirchen Auskunft. Die vielen Gäste nahmen reichlich Informationsmaterial mit, das ihnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landtagsamtes am Stand in der Eingangshalle ausgehändigt hatten. Die meisten Besucher waren begeistert von den historischen Räumen, hatten einen Blick in den Senatssaal und ins Amtszimmer der Präsidentin geworfen. Der Blick aus den Fenstern im Steinernen Saal und in den Wandelgängen löste immer wieder Begeisterung aus.

Im Landtag gab es heute auch viele zufriedene Kinder. Für sie war im Nordhof ein Zelt aufgebaut. Die Mitglieder der Kinderkommission lasen den Buben und Mädchen Geschichten vor: Politikerinnen als Märchentanten. Jeder tausendste Besucher ging außerdem mit einem besonderen Geschenk der Landtagspräsidentin nach Hause. Unter diesen Gästen befanden sich unter anderem eine New Yorkerin, die zur Zeit in München lebt oder ein türkischer Rechtsanwalt mit Freundin aus dem sibirischen Tomsk. „Ein Tag der offenen Tür ist das beste Rezept gegen Politikverdrossenheit“, stellte Barbara Stamm nach den vielen Gesprächen zufrieden fest. /hw