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23.07.2010 - Auf Spurensuche zur Landesgeschichte: Bayerischer Landtag war Kooperationspartner bei ´Zeitmaschine´, dem 1. Landesgeschichtsforum


„Das Heimatgefühl war bei den Bayern schon immer besonders stark ausgeprägt – und das gilt für ganz Bayern, also neben Altbayern auch für Franken und Schwaben“, sagte die Landtagspräsidentin. Das Bewusstsein für die eigene Geschichte sei nicht zuletzt Verdienst und Ergebnis der Landesgeschichtsforschung, die in Bayern über eine lange Tradition verfüge. Die Kenntnis um die historischen Wurzeln und die Entwicklung der Verhältnisse im eigenen Staat, habe eine wichtige staatpolitische Bedeutung. Das Staatsbewusstsein empfange aus dem Geschichtsbewusstsein seine wichtigste Nahrung, betonte Barbara Stamm, die sich dabei auf Max Spindler, den „Vater“ der bayerischen Landesgeschichtsforschung, berief.

Der Festakt anlässlich der Preisverleihung zum Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ war ein weiterer Höhepunkt des Landesgeschichtsforums im Maximilianeum. 1200 Schülerinnen und Schüler hatten sich in der Wettbewerbsrunde 2009/2010 bayernweit auf Spurensuche in die Nachkriegszeit begeben und die Geschichte und Kultur ihrer Heimat näher erforscht – ein neuer Teilnehmerrekord. „Geschichte war plötzlich nicht mehr nur etwas, was in Büchern steht. Die Zeit der 1950er und 1960er Jahre wurde als Lebensgefühl erlebbar und buchstäblich begreifbar“, sagte Franz Maget, Zweiter Landtagsvizepräsident, zu den Siegerinnen und Siegern bei der Preisverleihung. So manches Fundstück aus dem Keller oder Speicher habe die Jugendlichen dazu animiert, an dem Landeswettbewerb teilzunehmen. Die eingereichten Projektarbeiten reichten von Modeentwürfe und Reiseberichten bis hin zu Brettspielen oder einer selbstgestalteten und -konzipierten Homepage mehr . . .

Um das „Bayernbild in den Medien“ ging es bei einer Podiumsdiskussion im Senatssaal. Über bayerische Klischees, Identifikation mit Bayern, aber auch über die Bedeutung, die Heimat in einer globalisierten Welt hat, diskutierten Landtagsvizepräsident Franz Maget, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Prof. Andreas Bönte vom Bayerischen Rundfunk, Annette Ramelsberger von der Süddeutschen Zeitung sowie die Kabarettistin Luise Kinseher.
Klischees zu Bayern seien weltweit stark verankert und würden auch über die Medien gerne transportiert, stellten die Diskussionsteilnehmer übereinstimmend fest. Das Bayernbild sei allerdings im Wandel begriffen: Kitas und Kinderkrippen gehörten heute genauso dazu wie ein Landwirt mit Laptop oder ein homosexueller Bürgermeister. Die Liebe zur Heimat sei dabei fest in den Köpfen zementiert, meinte etwa Prof. Andreas Bönte, der wie die anderen Teilnehmer in der jüngsten Zeit eine Betonung des Heimatgefühls sowie eine weiterhin starke Identifikation mit Bayern beobachtet hat. Bei allen politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen sei es wichtig, die Wurzeln nicht zu verlieren, betonte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. Die Heimat habe eine gewachsene Bedeutung, denn die globalisierte Welt liefere zu wenig Orientierungspunkte, an denen man sich festhalten könne, unterstrich auch Franz Maget. Annette Ramelsberger, eine bekennende Niederbayerin, die als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung mehrere Jahre in Berlin gelebt hat, brachte es zum Schluss der Diskussion auf den Punkt: „Man spürt es dann, wenn man weg ist, was man an der Heimat hat.“
Hausführungen durch das Maximilianeum unter dem Titel „Einblicke-Ausblicke“ und die Präsentation „Verfolgte Parlamentarier“ – eine elektronische Dokumentation, die Abgeordnete vorstellt, die während der Zeit der NS-Dikatur verfolgt, verschleppt oder ermordet wurden – bildeten weitere Highlights des Landesgeschichtsforums im Maximilianeum. /kh


















