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Baumaßnahmen im Senatssaal von Mai 2007 bis Juni 2008
Nach gut einjähriger Bauzeit von 1997 bis 1998 wurde der komplett renovierte Senatssaal im Bayerischen Landtag fertig gestellt und als moderner multifunktionaler Konferenz- und Versammlungssaal zur Verfügung gestellt. Neben seiner zentralen Funktion als Ort der parlamentarischen Beratung erhält das Maximilianeum ein geeignetes Forum der Begegnung und des Austauschs über den politischen Rahmen hinaus – einen passenden Ort für Offenheit nach innen und außen, für Transparenz, Kommunikation und Begegnung. Mit der Sanierung des Senatssaals wurde zugleich eine wichtige Etappe in der Geschichte des Maximilianeum als Bauwerk abgeschlossen, die während der gesamten 15. Legislaturperiode (2003-2008) durch größere Baumaßnahmen am und im Maximilianeum geprägt war.
Vor der Renovierung des Senatssaals wurde bereits der Umbau des Plenarsaals, die Renovierung von Saal 3 sowie der Neubau des „Raums der Stille“ erfolgreich abgeschlossen (Bauzeit: Sommer 2004 bis Dezember 2005). Weitgehend abgeschlossen ist nunmehr die Generalsanierung der Haustechnik in weiten Teilen des historischen Altbaus. Die Renovierung des Senatssaals war dringend erforderlich, da der Saal kaum noch die Anforderungen an einen modernen Konferenzsaal erfüllte – von der technischen Ausstattung bis zur Beleuchtung und Belüftung war der Senatssaal ebenso wie der „alte“ Plenarsaal ein „Kind der Nachkriegszeit“. Ziel war es deshalb, einen modernen Multifunktionssaal zu schaffen und gleichzeitig den maßvollen finanziellen Rahmen einzuhalten. Sowohl der Zeit- als auch der Kostenrahmen wurden dabei voll eingehalten (Bauzeit: 11 Monate, Gesamtbaukosten: ca. 6,2 Mio. Euro).
Durch den Umbau – der durchweg parallel zum fortlaufenden Plenarbetrieb erfolgte - ist ein hochmoderner Tagungs- und Vortragssaal zur multifunktionalen Nutzung entstanden, der in besonderer Weise dem Denkmalschutz und dem repräsentativen Charakter des Senatssaals gerecht wird. Im Unterschied zum neuen Plenarsaal, der in seiner zeitlos modern Ausstattung in nichts an den früheren Saal erinnert, ist im neuen Senatssaal ganz bewusst der Bezug zur Tradition und Geschichte des Hauses erhalten geblieben. Am auffälligsten: Die beiden historischen Gemälde – „Seeschlacht bei Salamis“ sowie „Demütigung des Kaisers Barbarossa“ (beide an der Westwand) und der Wappengobelin (an der nördlichen Stirnseite) haben nun einen neuen, würdigen Platz gefunden. Die Gemälde und der Gobelin kehren dorthin zurück, wo sie eigentlich hingehören – in einen der früheren Galeriesäle des Maximilianeum. Auch der große Wappengobelin – ein Stück „Parlamentsgeschichte“, das rund 50 Jahre im alten Plenarsaal hing - ist nun wieder im Maximilianeum zu sehen.“ Der Gobelin zeigt das Große Bayerische Staatswappen und die Wappen der (bis 1945 acht) Regierungsstädte Bayerns (von links: Augsburg, München, Regensburg, Würzburg, Landshut, Bayreuth, Speyer (!) und Ansbach).
Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte war der Saal ursprünglich und bis zur teilweisen Zerstörung des Maximilianeum im Krieg ein Galeriesaal. Danach dann der Sitzungssaal des Bayerischen Senats. Seit der Auflösung des Bayerischen Senats (1. Januar 2000) wurde der Senatssaal hauptsächlich für außerparlamentarische Veranstaltungen (Vorträge, Diskussionen, Tagungen etc.).
Erhalten geblieben sind:
- die Saalfenster, die denkmalschutzgerecht saniert und mit einer Isolierverglasung versehen wurden.
- die vier Lüster, die technisch überarbeitet wurden und neue Leuchtkörper erhielten.
- Bronzereliefs der Wandleuchter, Uhr.
- Originalgetreu nachgebaut wurden das umlaufende Stuckgesims an der Decke und die Stukkatur in den Fensternischen.
Neben diesen Verbindungen zur Geschichte des Saales und des Hauses bietet der neue Senatssaal auch eine Fülle von technischen Neuerungen. So sind beispielsweise künftig – ähnlich wie im Plenarsaal – mit Hilfe von vier Kameras Live-Übertragungen ins Internet möglich.
Außerdem verfügt der Senatssaal nun über:
- Installation einer hochwertigen haus-, medien- und bühnentechnischen Ausstattung mit Klimatisierung, Beamern, Leinwänden,
- Beschallungsanlage,
- raffinierte Lichtechnik und Kameras.
Die Haustechnik wird nun in einer neuen Zentrale über der Senatsgarderobe untergebracht, die Steuerung der Medientechnik in einem neu geschaffenen Regieraum außerhalb des Saales. Lüftung und Klimatisierung werden ebenso wie Medien- und Bühnentechnik diskret in Wände, Raumdecke und Boden integriert.
Der neue mit Eichenparkett applizierte und perforierte Doppelboden lässt die in den Umfassungswänden herunter geführte Zuluft flächig und zugluftfrei im ganzen Saal austreten. Die Abluftführung erfolgt über Lochblechfelder in den Kassetten des in traditioneller Technik wiedererstellten historischen Stuckgesimses.
Das in seiner Tragfähigkeit gefährdete Dachtragwerk samt Saaldecke wird erneuert. Sämtliche Dachflächen werden raumseitig gedämmt und die Bestandsfenster nach neuestem energetischen Standard denkmalschutzgerecht saniert.
Die vorgelagerte Senatsgarderobe wird ästhetisch und funktional dem breiten Nutzungsspektrum angepasst.
Der gesamte Raum kommt nun seiner neuen Bestimmung als hochmodernem Veranstaltungsort in historischem Gewand optimal entgegen.
Die erste Großveranstaltung im neuen Senatssaal war die Wahlnacht am 28. September 2008. ARD, Infratest dimap, und der Hörfunk des Bayerischen Rundfunks berichteten damals aus dem Senatssaal.
Am Umbau beteiligt waren etwa 55 verschiedene Firmen und Subunternehmen. An den Planungen waren u.a. das Staatliche Bauamt und mehr als zehn Ingenieurbüros beteiligt.
Um das Ausmaß der Sanierungsarbeiten besser darstellen zu können hier einige technische Details:
- 25 Tonnen Bauschutt aus der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg mussten entfernt werden.
- 250 Sack Gips waren nach Abbruch der maroden alten Decke samt umlaufendem Stuckgesims erforderlich, um das ursprüngliche Aussehen wiederherzustellen.
- 35 Tonnen Stahl wurden beim Austausch des Dachtragwerks und dem Einbau neuer Geschoßdecken benötigt.
- 15 Kilometer Starkstrom- und 10 Kilometer Schwachstromleitungen waren erforderlich, um das neue Energiesparkonzept zu verwirklichen.
- 70 Prozent Heizenergieeinsparung bringt eine mit einer modernen Wärmerückgewinnungskomponente ausgestattete neue Klimaanlage.
- 55 Firmen und zehn Ingenieurbüros waren an der Sanierung beteiligt.
Unter Erhaltung der historischen Bausubstanz ist ein Multifunktionssaal entstanden, der nicht nur klimatechnisch, sondern auch funktional auf hohem Niveau den Anforderungen eines modernen Parlamentsbetriebs Rechnung trägt.
In mühevoller Kleinarbeit und in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalschutz wurde Stück für Stück der alten Bausubstanz durch neue Materialien ersetzt, ohne den historischen Gesamteindruck übermäßig zu beeinträchtigen. Das "Bauen im Bestand", so der Fachterminus, bot einen eindrucksvollen Blick in die Geschichte des Gebäudes. Alte Kamine, Abmauerungen und ursprüngliche Beschriftungen wurden freigelegt, in den Nachkriegsjahren zum Teil "selbst gebastelte" Konstruktionen und unkonventionelle Provisorien durch Hightech abgelöst.













Hier können Sie einen virtuellen Spaziergang durch das Maximilianeum unternehmen.
Broschüren zum Bestellen finden Sie unter nachfolgendem Link. 


















