Bayerischer Landtag

Zahlen zum 18. Bayerischen Landtag: So setzt sich das neu gewählte bayerische Landesparlament zusammen

Montag, 5. November 2018
– Von Isabel Winklbauer –

Mit 205 Abgeordneten ist der 18. Bayerische Landtag so groß wie noch nie. Vergangene Legislaturperiode waren im Plenarsaal des Maximilianeums noch 180 Sitze aufgebaut, jetzt müssen 25 mehr unter die Tageslichtkuppel gebracht werden.

Die CSU hat mit den Erststimmen der Wähler mehr Direktmandate geholt, als ihr durch die Gesamtstimmen prozentual zustehen: Zehn Überhangmandate gab es für die Christsozialen. Und da laut Wahlrecht für diese Überhangmandate die anderen Fraktionen einen Ausgleich erhalten, gab es auch für die FREIEN WÄHLER (5), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (4), die SPD (4), die AfD (1) und die FDP (1) mehr Plätze.  

Im neuen Landtag wird es wohl lebendiger zugehen als im alten, denn durch den Einzug der AfD und den Wiedereinzug der FDP gibt es jetzt zwei Fraktionen mehr. Also insgesamt sechs – und damit mehr Themen, Meinungen und Diskussionen. Die CSU nimmt 85 Sitze ein, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 38, die FREIEN WÄHLER 27, die SPD und die AfD je 22 und die FDP 11.

So mancher prominente Politiker ist nicht mehr dabei, wie beispielsweise die bisherige Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die scheidende Wissenschaftsministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle oder der ehemalige Kultusminister Ludwig Spaenle. Dafür rückt neue Prominenz nach: Fernseh-Richter Alexander Hold sitzt künftig mit in den Reihen der FREIEN WÄHLER, „Focus“-Gründer Helmut Markwort in denen der FDP.

Der 81-jährige Markwort ist auch Alterspräsident. Er leitete die konstituierende Sitzung am 5. November bis zur Wahl von Ilse Aigner zur neuen Landtagspräsidentin. Jüngster Landespolitiker ist künftig der Münchner Grüne Florian Siekmann mit 23 Jahren. Insgesamt sind immer noch wenige Abgeordnete unter 40 im neuen Landtag vertreten, nämlich 28 von 205, was einem Anteil von rund 14 Prozent entspricht. Allerdings sind das wesentlich mehr als im alten Landtag, wo die unter 40-Jährigen nur 3 Prozent stellten. Die meisten Jungen sind bei den Grünen und in der CSU zu finden, die SPD hat überhaupt keine Abgeordneten unter 40. Mittelalte Abgeordnete zwischen 40 und 65 Jahren stellen den größten Teil des Parlaments. Nicht so breit wie letztes Mal sind die Rentner ab 65 Jahren vertreten: Mit 16 von 205 Abgeordneten bilden sie nur noch rund 8 Prozent des Landtags (2013: 18 Prozent). Die Wahlen 2018 waren also eine Jungkur für das Landesparlament.

Im Gegensatz dazu hat sich der Frauenanteil wieder nicht verbessert. 55 weibliche sehen sich 150 männlichen Abgeordneten gegenüber, ein Verhältnis von circa 27 zu 73 Prozent, das dem in der Bevölkerung noch weniger entspricht als dasjenige im letzten Landtag (29,2:70,8 Prozent). Die wenigsten Frauen finden sich in der FDP-Fraktion (1) und in der AfD-Fraktion (2).

Im 18. Landtag gibt es auch nicht übermäßig viele Großstädter. Es kommen 22 Abgeordnete aus München, aus Augsburg 6, aus Nürnberg 5, aus Regensburg 4 und aus Würzburg 3.

Als häufigste Berufe sind, wie vorher auch, Juristen, Verwaltungsangestellte und Lehrer vertreten. Politiker mit Migrationshintergrund gibt es nach wie vor wenige – die Zahl der Abgeordneten bleibt auch in den nächsten fünf Jahren im einstelligen Bereich.

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