Bayerischer Landtag

10 Jahre Live-Übertragungen aus dem Landtag

Blick auf die Monitore in der Medientechnik während der Haushaltsdebatte im Plenum am 9. Dezember 2015 | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Donnerstag, 10. Dezember 2015
– Von Katja Helmö –

Was hat der Staatsminister konkret angekündigt? Mit welchem Argument hält die Opposition dagegen? Was war der Auslöser für den erregten Zwischenruf? Es gibt viele Gründe, bei Plenardebatten genau hinzuhören – und hinzuschauen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können mittlerweile seit zehn Jahren die Vollversammlungen des Bayerischen Landtags im Internet live mitverfolgen: 2005 ging das Web-TV des Parlaments zum ersten Mal online und feiert nun, am 13. Dezember 2015, seinen 10. Geburtstag.

Die damals neue EDV- und Medientechnik ging zeitgleich mit dem neuen, nach den Plänen des Architekten Volker Staab (Berlin) gestalteten Plenarsaal in Betrieb: Die ersten Vollversammlungen nach Umbau und Sanierung fanden dort vom 13. bis 15. Dezember 2005 statt, wobei der neue Parlamentssaal auf Anhieb und in jeder Hinsicht die „Feuertaufe“ bestand.

Zuvor waren während der 15-monatigen, intensiven Bauzeit unter anderem Kabel mit einer Länge von über 40 Kilometern für die neue Medientechnik installiert worden. Eine besondere Herausforderung, die gemeistert werden musste, bestand darin, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt konzipierte und eingebaute Saaltechnik, etwa für die Mikrophone und Redezeit-Steuerung, nachträglich mit dem neuen Streaming-Angebot zu verbinden. Die ersten Kameras, damals noch im Format 4:3, wurden in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk erworben. Nach der auf das Format 16:9 erfolgten Umstellung der Kameras in den Jahren 2008 und 2009 zeichnen seit 2013 HD-Kameras das Geschehen im Plenarsaal auf.

Vom ersten Go-Live-Termin bis zum 12. November 2015 sind mittlerweile 267 Sitzungen aus dem Plenarsaal im Maximilianeum live übertragen worden – das entspricht einer Gesamtdauer von 1803 Stunden beziehungsweise mehr als 75 Tagen.

Blick ins Online-Archiv | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Für die Nutzer fast genauso wichtig wie die Direktübertragungen sind inzwischen die On-Demand-Angebote des Web-TV: Wer eine Sitzung live nicht verfolgen kann, hat keineswegs das Nachsehen, sondern kann sich über das Video-Archiv auf der Landtagshomepage die Redebeiträge der Abgeordneten auch nachträglich noch anschauen. Die gewünschten Videos liegen in verschiedenen Wiedergabeformaten und Qualitätsstufen vor. Auch die Medien greifen gerne auf diese Beiträge zu, und auch viele Abgeordnete nutzen die Videos aus dem Plenarsaal für ihre eigenen Websites und Informationsangebote. Alle Redebeiträge sind zudem in die Dokumenten-Recherche der Landtagshomepage integriert, so dass Bürgerinnen und Bürger bei ihrer Suche auf der Landtagshomepage nach bestimmten Themen oder Politikern auch Video-Dateien aufrufen können.

Schritt in Richtung mehr Barrierefreiheit

„Der Service läuft seit seinen Anfängen stabil und verlässlich, nur wenige technische Optimierungen waren bislang notwendig“, berichtet Wolfgang Kühnert, Leiter des Referats IuK-Dienste, Medientechnik in der Landtagsverwaltung, der das Projekt seit seinen allerersten Anfängen kennt und begleitet. Im Sommer 2013 wurde dennoch eine wichtige Innovation umgesetzt: Seit diesem Zeitpunkt übersetzen Gebärden- und Schriftdolmetscher live die Reden der Abgeordneten für Menschen mit Hörbehinderung – ein weiterer, wegweisender Schritt des Bayerischen Landtags in Richtung mehr Barrierefreiheit. Die Dolmetscher können bei Bedarf über ein eigenes Fenster im Web-TV zugeschaltet werden.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden die Live-Übertragungen aus dem Plenarsaal und das dazu gehörende Angebot im Online-Archiv auf www.bayern.landtag.de unter Aktuelles/Web-TV 

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