Bayerischer Landtag

„Bis zum Richtfest verbauen wir 2500 Kubikmeter Beton“

Donnerstag, 22. Juli 2010
– Von Katja Helmö –

Die Bauarbeiten zum Parlamentserweiterungsbau im Nordhof schreiten voran: „Wir liegen exakt im Zeitplan; keine Minute hinten, aber auch keine Minute vorne“, sagt Dominik Weber, verantwortlicher Projektleiter vom Staatlichen Bauamt München 2, mit Blick auf den Terminkalender. Bis Herbst 2011 soll der sechsstöckige Komplex mit Büros und großem Sitzungssaal bezugsfertig sein – ein ehrgeiziges Unterfangen, denn das Bauen im 135 Jahre alten Maximilianeum sorgt immer wieder für Unvorhergesehenes. Die Redaktion sprach mit Dominik Weber und Oliver Bläsig, der mit der Bauleitung beauftragt ist, über den Baufortschritt.

 

 

Im Gespräch mit Bauleiter Oliver Bläsig sowie Dominik Weber, verantwortlicher Projektleiter vom Staatlichen Bauamt München 2 (rechts). | Foto: Rolf Poss
Im Gespräch mit Bauleiter Oliver Bläsig sowie Dominik Weber, verantwortlicher Projektleiter vom Staatlichen Bauamt München 2 (rechts). | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Herr Weber, Herr Bläsig, wie laufen aktuell die Arbeiten am Bau?

„Es läuft rund. Die Baugrubensohle, auf der der Gebäudekomplex errichtet wird, ist planiert und modelliert. Die Sauberkeitsschicht ist eingebracht. Momentan sind wir damit beschäftigt, die Baustelle zu säubern und für die Rohbauarbeiten einzurichten. Dazu wurde bereits ein 48 Meter hoher Kran im Nordhof aufgestellt. Die Betonierarbeiten für den Erweiterungsbau haben am 30. Juli begonnen.“

Im Juni verliefen die Arbeiten extrem lärmintensiv. Was waren die Gründe dafür?

„Unterhalb des Kellers im ehemaligen Nordbau sind wir bei den Aushubarbeiten unerwartet auf ein 1,50 Meter dickes Betonfundament gestoßen. Wir hatten in dieser Schicht Kies statt Beton vermutet. Um den Betonblock zu zertrümmern, mussten wir ein hydraulisches Felsmeißel-Gerät einsetzen. Etappenweise kamen sogar zwei dieser Geräte zum Einsatz, um schneller voranzukommen. Dieser massive Einsatz führte zu Erschütterungen und verursachte großen Lärm. Es handelte sich dabei aber sicher um die lärmintensivsten Arbeiten im gesamten Bauablauf.“

Welche anderen Herausforderungen hält diese spannende Baustelle inmitten des Parlamentbetriebs bereit?

„Es gibt immer wieder Überraschungen bei diesem Bauen im Bestand. Beim Erstellen der Bohrpfähle sind wir zum Beispiel auf Verbauträger aus den 60er Jahren gestoßen, die nicht entfernt worden waren und somit ein Hindernis bildeten. Diese Stahlträger konnten auch nicht zertrümmert werden. Wir mussten deshalb den Verlauf der Bohrpfahlwand kurzerhand ändern, die Wand um einen knappen Meter versetzen. Neben diesen baulichen und statischen Herausforderungen gilt es mit Blick auf den Parlamentsbetrieb und die Bewohner des Maximilianeums natürlich auch immer wieder in der Logistik und bei den Abläufen einiges zu beachten.“

Können Sie Beispiele nennen?

„Baustelle und Parlamentsbetrieb laufen parallel, das heißt wir planen unsere Projektarbeit so gut es geht mit Blick auf den Sitzungskalender, um unnötige Lärmbelastungen zu vermeiden. Bohrarbeiten haben wir beispielsweise schwerpunktmäßig in den Osterferien, die Aushubarbeiten schwerpunktmäßig in den Pfingstferien abgewickelt. Die Arbeiten verlaufen ja teilweise so nah an den Büros, dass wir Fenster schützen und übergangsweise mit Holz verschalen müssen. Auch beim Lieferverkehr in den Nordhof hinein, gibt es immer wieder logistische Engpässe. Entlastung wird der Hochbaukran bringen, über den wir über die Westauffahrt Material in den Nordhof liefern und abtransportieren können.“

Welche Auswirkungen haben die Betonierarbeiten auf den Zufahrtsverkehr im Nordhof?

„Der Lieferverkehr wird in den nächsten Wochen spürbar zunehmen, weil Beton mit Betonmischfahrzeugen angeliefert wird. Wir rechnen mit bis zu 40 LKW Tagen, wenn wir Geschoßdecken betonieren. Kleinere Mengen können jedoch auch über den Kran mit Hilfe einer Betonbombe transportiert werden. Insgesamt werden für die Bodenplatte und die Geschossdecken große Mengen an Beton benötigt. Wir rechnen damit, dass bis zum Richtfest rund 2500 Kubikmeter Beton verbaut sein werden.“

Wie geht es in den kommenden Wochen weiter?

„Es bleiben noch 15 Monate bis zum Bezug des Gebäudes. Bis Ende Januar 2011 dauern die Rohbauarbeiten, dann geht es an die Dachdeckerarbeiten, die Montage der Fassaden und den Innenausbau.“

Herr Weber, Herr Bläsig, vielen Dank für das Gespräch.

Seitenanfang