Bayerischer Landtag

„Die Landtagsfamilie ist wieder unter einem Dach“

Mittwoch, 23. Mai 2012
– Von Katja Helmö –

Abgeordnete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraktionen und des Landtagsamts haben schon im April damit begonnen, ihre Büros im neuen Erweiterungsgebäude zu beziehen. Seitdem hat sich schrittweise der moderne, achtstöckige Bau im Nordhof des Maximilianeums mit Leben gefüllt. Über seine Bedeutung für die Arbeit des Parlaments sprach die Redaktion im Vorfeld der Einweihungsfeier am 24. Mai 2012 mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm.


Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Gespräch Rechts: Der neue Konferenzsaal im Erweiterungsbau. | Foto: Rolf Poss
Landtagspräsidentin Barbara Stamm im Gespräch Rechts: Der neue Konferenzsaal im Erweiterungsbau. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Frau Stamm, inwiefern verbessert der Neubau die Arbeitsbedingungen des gesamten Landtags?

„Die ohnehin schon beengten Platzverhältnisse im Maximilianeum verschärften sich mit den Landtagswahlen 2008, als erstmals fünf Fraktionen in den Landtag einzogen. Damals wurde klar: Jetzt helfen keine Provisorien, keine Not- und Zwischenlösungen mehr, wir brauchen einen neuen, großen Wurf. Der Neubau erweitert unsere Raumkapazitäten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landtagsamts, die vorübergehend in die Ismaninger Straße ausweichen mussten, konnten jetzt in ihr Stammhaus zurückkehren. Die Landtagsfamilie ist wieder unter einem Dach vereint.“

Warum ist das so wichtig?

„Die Auslagerung der Verwaltung musste täglich mit einem erhöhten Arbeitsaufwand und längeren Wegstrecken kompensiert werden. Und bei allen Fortschritten moderner Kommunikationsmöglichkeiten: Persönliche Begegnungen und Gespräche sind für das Miteinander im Arbeitsalltag unverzichtbar. Fragestellungen oder auch so manches Problem lassen sich sehr häufig durch eine direkte Rücksprache schnell und unkompliziert klären.“

Welche anderen Zwecke soll das neue Gebäude im Nordhof erfüllen?

„Neben kurzen Kommunikationswegen ist mir wichtig, dass sich diejenigen wohlfühlen, die im Neubau tagtäglich arbeiten. Der Mensch soll im Mittelpunkt der Arbeitswelt stehen – nicht allein als Dienstleister, sondern mit seinen vielen sozialen Bezügen. Deshalb müssen und wollen wir alles dafür tun, dass der Arbeitsplatz den Bedürfnissen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entspricht. Denn Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit, Kreativität, die Freude an der Arbeit und die Arbeitsumgebung sind eng miteinander verbunden.“

Auch aus architektonischer Sicht bietet der Erweiterungsbau ein zukunftsweisendes Ambiente. Auf welche Aspekte sind Sie besonders stolz?

„Der Neubau setzt ökologische Trends. Er wurde im Passivhaus-Standard errichtet. Elemente wie Licht, Luft, Wasser und Sonne werden optimal genutzt. Der Jahresheizwärmebedarf des Neubaus wird nahezu fünfmal besser sein als der eines vergleichbaren Gebäudes mit dem normalen Standard. Dies entlastet den Staatshaushalt und schont das Klima.  Außerdem ist das Gebäude barrierefrei – für mich ein Anspruch, den der Bayerische Landtag als öffentliche Einrichtung in vorbildlicher Weise zu erfüllen hat. Beim 2. Tag der Menschen mit Behinderung, den der Bayerische Landtag am 21. Juni veranstaltet, wird der Neubau übrigens seine erste große Bewährungsprobe haben.“

Als das Maximilianeum im 19. Jahrhundert errichtet wurde, dauerten die Bauarbeiten 17 Jahre. Der Erweiterungsbau im Nordhof wurde hingegen in einer nur zweijährigen Bauzeit realisiert. Wie zufrieden sind Sie mit dem Ablauf des Projekts?

„Ich bin sehr zufrieden. Der Bau wurde in einer eindrucksvollen Gemeinschaftsaktion im vorgegebenen Zeit- und Budgetrahmen in Höhe von 15,4 Millionen Euro abgewickelt. Für die großartige Kooperation möchte ich allen Beteiligten ganz herzlich danken – nicht zuletzt  allen Beschäftigten im Maximilianeum, die während der oft mit Lärm verbundenen Bauarbeiten viel Geduld aufbringen mussten. Von Anfang an haben alle Beteiligten dieses Projekt mit großem Einsatz und der Bereitschaft zu Konsens und Kompromiss begleitet – ganz im demokratischen Sinn.“

Vielen Dank Frau Stamm für dieses Gespräch!   

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