Bayerischer Landtag

Neue Büroräume für Bayerns Landtagsabgeordnete

8. Mai 2014

– Von Anton Preis –

Bayerns Landtagsabgeordnete haben einen neuen Arbeitsplatz. Das kernsanierte und neu gestaltete Abgeordnetenhaus in der Ismaninger Straße mit Platz für 40 Büros wurde im Beisein von Landtagspräsidentin Barbara Stamm feierlich eingeweiht. Architekt Prof. Andreas Hild, der Leiter der Obersten Baubehörde im Bayerischen Innenministerium, Josef Poxleitner, und der Leiter des Staatlichen Bauamts München 2, Reinhold Pfeufer, übergaben der Präsidentin symbolisch die Schlüssel zu dem Gebäude.
Barbara Stamm erklärte: „Hier gehen Altes und Neues eine gelungene Verbindung ein. Architekten und Planer waren mit viel Feingefühl am Werk.“ Besonders lobte sie die Barrierefreiheit und die zukunftsweisende energetische Sanierung des Gebäudes. Zudem bedankte sie sich bei den Nachbarn für deren große Geduld während der Bauarbeiten. Josef Poxleitner hob hervor: „Wir stehen vor einem Gebäude, das gestalterisch und nutzungstechnisch von außen und innen überzeugt.“ Prof. Andreas Hild unterstrich in seiner Rede: „Wir müssen mit der Stadt behutsam umgehen, denn so eine Stadt ist ein langfristiges Projekt.“ Daher erfülle das Abgeordnetenhaus heutige Anforderungen und füge sich ebenso gut in das Stadtbild ein. Prälat Dr. Lorenz Wolf und Kirchenrat Dieter Breit erteilten im Beisein zahlreicher Abgeordneter, Nachbarn und Gäste den kirchlichen Segen für das Gebäude.

Das Abgeordnetenhaus des Bayerischen Landtags an der Ismaninger Straße wurde seit Juli 2012 unter der Leitung des Staatlichen Bauamts München 2 sorgfältig generalsaniert. Durch die umfangreichen baulichen Maßnahmen wird das historische Gebäude nun den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Energieeinsparung und technischer Infrastruktur gerecht.

Ursprünglich wurde das Gebäude als Hotel genutzt, seit den 1970er Jahren befindet sich das Grundstück im Besitz des Bayerischen Landtags. Nach nahezu 40 Nutzungsjahren entsprachen die Räume, die innere Erschließung und die Gebäudesubstanz nicht mehr den heutigen Standards. 

Das Hauptgebäude besteht im Wesentlichen aus einem Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen fünfgeschossigen Stadthaus und einem viergeschossigen Anbau aus den 1980er Jahren entlang der Unteren Feldstraße. In dem Gebäude befinden sich nach der Sanierung 40 Büros für Abgeordnete, drei Sitzungssäle mit dazugehörigen Nebenräumen sowie eine Garage.

Bei der Generalsanierung handelt es sich um die zweite große Baumaßnahme eines Gesamtkonzepts für die beiden Außengebäude des Landtags. Erster Teil des Pakets war die Sanierung des Gebäudes Max-Planck-Str. 5 in den Jahren 2011-2012. Ziel der beiden Baumaßnahmen ist es, den Gebäudebestand des Bayerischen Landtags von Grund auf zu sanieren, um innerhalb wie außerhalb des Maximilianeums moderne Arbeitsbedingungen in einem zeitgemäßen Raumbestand anbieten zu können.

Planung und Bauleitung des Hauses Ismaninger Straße 9 lag in Händen der ARGE Hild und K / BM.C sowie weiterer Fachplaner. Folgende Schwerpunkte konnten verwirklicht werden:

Optimierung der barrierefreien Erschließung und Raumfunktionen

  • Der Haupteingang wurde an seine ursprüngliche Lage an der der Gebäudeecke Ismaninger Straße/Untere Feldstraße zurückverlegt. Vom Foyer aus sind nun alle Geschosse über einen Aufzug barrierefrei erschlossen.
  • Im Erdgeschoss befinden sich drei Sitzungssäle mit Nebenräumen und einem barrierefreiem WC.
  • Es stehen nun 40 Büros in angemessener Größe und mit je einer eigenen Nasszelle zur Verfügung. Zwei Büros sind dabei komplett barrierefrei nutzbar. Auf allen Geschossen befinden sich Teeküchen.
  • Die Elektroinstallation, das EDV-Netz und die Haustechnik wurden an den aktuellen technischen Standard angepasst.

Energetische Sanierung des Gebäudes und Fassadengestaltung

  • Das Gebäude wurde umfassend energetisch saniert, die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 werden dabei um über 30% unterschritten.
  • Die Haustechnik wurde optimiert und an das umweltfreundliche Fernwärmenetz angeschlossen.
  • Der bauliche Wärmeschutz wurde durch neue Fenster mit Dreifachverglasung und einer Fassadendämmung in Form eines Wärmedämmverbundsystems verbessert. 
  • Da sich das Gebäude in unmittelbarer Nähe zu denkmalgeschützten Gebäuden aus der Gründerzeit befindet, wurde auf die Gestaltung der Fassadendämmung besondere Sorgfalt gelegt. Die Fassade zeigt sich nun – in der gewählten Ornamentik wie in den verwendeten Putzstrukturen – als moderne Interpretation der im Umfeld vorgefundenen Putzreliefs. Die spezifische Ausführung reagiert auf die Gegebenheiten des Gebäudes: Nachdem die Dicke der Außenwände nach oben hin abnimmt, wird dies mit der Materialstärke der Wärmedämmung ausgeglichen. Diese nach oben zunehmenden Schichten des Wärmedämmverbundsystems werden zum formalen Prinzip der Fassadengestaltung.

Baubedingungen und Gestaltung

  • Die sehr beengten Verhältnisse auf dem Baugrundstück und in der Unteren Feldstraße sowie die verkehrsbelastete Ismaninger Straße stellten sehr hohe Anforderungen an die Logistik der Baustelle.
  • Das Bestandsgebäude wurde entkernt und nach heutigen Anforderungen an Baukonstruktion und  Brandschutz ergänzt.
  • Eine während der Bauzeit im Erdgeschoss zutage getretene gusseiserne Originalstütze wurde freigelegt und sichtbar in die Wand integriert. An die Atmosphäre der Entstehungszeit des Hauses erinnern außerdem die kassettierten Türblätter, ein neuverlegtes Fischgrätparkett sowie die Gestaltung des Treppenhauses.

 

 

Prälat Dr. Lorenz Wolf und Kirchenrat Dieter Breit segneten das neue Gebäude im Beisein der Landtagsabgeordneten. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Landtagspräsidentin Barbara Stamm nahm aus den Händen des Leiters der Obersten Baubehörde Josef Poxleitner und im Beisein von Reinhold Pfeufer, Leiter des Bauamts München 2, den symbolischen Schlüssel entgegen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bauamtsleiter Reinhold Pfeufer und Haushaltsausschussvorsitzender Peter Winter (v.li.) begutachten die Fotos vom Baufortschritt. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Ein Schmuckstück - das neue Abgeordnetenhaus in der Ismaninger Straße 9.| © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die neue Außenfassade lehnt sich an den Stil der Entstehungszeit des Hauses an.| © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die neuen Büros - funktional und modern.| © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Ein Blick in den Innenhof. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Landtagspräsidentin Barbara Stamm freut sich mit den Landtagsabgeordneten über die neuen Arbeitsmöglichkeiten in der Ismaninger Straße.| © Bildarchiv Bayerischer Landtag
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