Bayerischer Landtag

Generalüberholung der Wasser-, Heizungs- und Kältekreisläufe

„Die Herren der Rohre“: Die Sanierung des Rohrleitungssystems im Maximilianeum während der Sommerpause war ein großes Gemeinschaftswerk.
„Die Herren der Rohre“: Die Sanierung des Rohrleitungssystems im Maximilianeum während der Sommerpause war ein großes Gemeinschaftswerk | Bildarchiv Bayerischer Landtag

10. September 2013
– Von Katja Helmö –  

In den sitzungsfreien Wochen bis zur Landtagswahl haben im Maximilianeum die Handwerker und Bauarbeiter Einzug gehalten. Drei größere Bauprojekte, die planmäßig voranschreiten, stehen seitdem auf der Agenda: die Sanierung der Wasser-, Heizungs- und Kältekreisläufe im Haus, die Modernisierung des Sitzungssaals 3 sowie der Umbau und die Renovierung der Landtagsbibliothek.


Überdimensionierte Rohre, lange Wegstrecken, veraltete Ventile und Schieber – das Leitungssystem für Kalt- und Warmwasser, Heizung und Kälte im Maximilianeum, das seit dem Zweiten Weltkrieg im Zuge von Baumaßnahmen stückweise vergrößert bzw. in Teilen auch wieder stillgelegt worden war, hatte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem schwer überschaubaren Labyrinth mit höchst unterschiedlichen Komponenten entwickelt. „Es war an der Zeit, das Leitungsnetz neu zu planen und zu sanieren“, erklärt Landtagsdirektor Peter Worm.

Auf den Prüfstand kam unter anderem die Warmwasserversorgung im Nord- und Südbau des Maximilianeums. Dort waren in den 50er und 90er Jahren in allen Büros Warmwasseranschlüsse eingerichtet worden. Diese wurden mit großem Aufwand betrieben, tatsächlich allerdings nur noch eher selten benutzt, weil zwischenzeitlich auch zentrale Teeküchen zur Verfügung standen. Vor diesem Hintergrund stimmte am 18. Juni 2013 das Landtagspräsidium einem vom Staatlichen Bauamt München 2 ausgearbeiteten Projektvorschlag zu, künftig auf Warmwasser in den betroffenen 175 Büroräumen zu verzichten. Das Gremium gab damit zeitgleich grünes Licht für eine technische und energetische Generalüberholung des Sanitär- und Heizsystems im Haus.

Seit dem Baubeginn Mitte Juli 2013 schreiten die Arbeiten planmäßig voran: In den Kellerräumen des 140 Jahre alten Hauses wurden Rohrleitungen mit einer Länge von insgesamt 2,5 Kilometern herausgesägt und demontiert, 120 Kubikmeter Stahlabfall entsorgt, zeitgleich das Netz und die Verteiler neu strukturiert, eine moderne Kältezentrale in den Kavernen eingerichtet und neue Rohre eingezogen: „Wir arbeiteten bei laufendem Betrieb, was angesichts der Komplexität und Intensität des Projekts eine große Herausforderung darstellte“, berichtet Bauleiter Rocco Conte vom beauftragten Ingenieurbüro Dr. Pitscheider.

Digitalkameras werden in dunkle Schächte gehalten, um unbekanntes Terrain zu sondieren

Immer wieder sind Wasserteilsperrungen notwendig, wenn ein Umschluss erfolgt. Herausfordernd und für die Bauleute wenig planbar erweist sich auch das Arbeiten im Bestand: „Wir können nur äußerst behutsam vorgehen und erleben dennoch täglich neue Überraschungen – etwa wenn eine vermeintliche Stützwand gar nicht trägt oder ein Mauerbogen nur verschalt ist“, erzählt Conte. Zum Teil sind daher Probebohrungen notwendig oder es werden Digitalkameras in dunkle Schächte gehalten, um unbekanntes Terrain zu sondieren. 

 
Aus den einst dunklen und staubigen Schächten blitzen mittlerweile neuer Stahl und bunte Ventile hervor. Pünktlich zur Landtagswahl am 15. September sollen sämtliche Kreisläufe im neu strukturierten System reibungslos laufen. Bis Mitte Oktober erfolgt die exakte Einregulierung der Mess- und Regeltechnik. Außerdem müssen die Oberflächen und Einhausungen der Rohrleitungen wieder hergestellt werden.

Mit Blick in die Zukunft wird sich die Generalüberholung der Wasser-, Heiz- und Kältekreisläufe lohnen: aus energetischer Sicht, und damit auch wirtschaftlich. Das neue, optimierte Rohrleitungssystem ist um ein Drittel kürzer, die durchschnittlichen Querschnitte der Leitungen kleiner, die Komponenten entsprechen dem neuesten Stand der Technik – auch was den Brandschutz anbelangt. „Schon heute können wir sagen, dass sich der jährliche Wasserverbrauch im Maximilianeum, der in den letzten Jahren durch Einsparungsmaßnahmen ohnehin schon stark gedrosselt wurde, sich nochmals reduzieren wird“, unterstreicht Josef Reimer, Referatsleiter für Organisation und Innere Dienste im Landtag.

„Das Haus ist ein Stück ökologischer und ökonomischer geworden“

Im Heizsystem ist ebenfalls mit deutlichen Einsparungen zu rechnen, weil künftig aus der Fernwärme der Stadt weniger Dampf entnommen, und dadurch bei der Wasseraufbereitung weniger Energie benötigt wird. Bei der Kälteversorgung werden künftig sogar über 100.000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart, wodurch sich der Kohlenstoffdioxid-Verbrauch von 26 Tonnen pro Jahr auf zehn Tonnen pro Jahr verringern wird. „Die Generalüberholung der Anlagentechnik war ein wichtiger Schritt im fortlaufenden Modernisierungsprozess im Haus“, stellt Landtagsdirektor Peter Worm fest. „Das Maximilianeum ist damit hinsichtlich Energieeinsparung und Effizienz erneut ein Stück ökologischer und ökonomischer geworden.“

 

 

 

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