Bayerischer Landtag

Maximilianeum – Schritt für Schritt barrierefrei

Freitag, 27. Juli 2012
– Von Katja Helmö –

Der neue Erweiterungsbau im Nordhof des Maximilianeums ist barrierefrei – aus der Sicht von Landtagspräsidentin Barbara Stamm ein Anspruch, den der Bayerische Landtag als öffentliche Einrichtung in vorbildlicher Weise zu erfüllen hat. Oswald Utz, Ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Landeshauptstadt München, testete zusammen mit Innere-Dienste-Chef Josef Reimer und Architektin Margot Meuer vom Landtagsamt die barrierefreien Einrichtungen des Parlaments.

 

 

 

Josef Reimer und Margot Meuer vom Landtagsamt inspizierten gemeinsam mit Behindertenbeauftragten Oswald Utz den neuen Parlamentserweiterungsbau. Links: In der Einganghalle West, im Altbau des Maximilianeums, hat der Landtags bereits während der Sommerpause 2011 nachträglich einen Aufzug für Behinderte installiert. | Foto: Bildarchiv Bayerischer Landtag
Josef Reimer und Margot Meuer vom Landtagsamt inspizierten gemeinsam mit Behindertenbeauftragten Oswald Utz den neuen Parlamentserweiterungsbau. Links: In der Einganghalle West, im Altbau des Maximilianeums, hat der Landtags bereits während der Sommerpause 2011 nachträglich einen Aufzug für Behinderte installiert. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Ein taktiler Pfad leitet Menschen mit Sehbehinderung vom Nordhof in den Eingangsbereich des Erweiterungsbaus. Ein sogenanntes "Aufmerksamkeitsfeld" im Foyer weist sehbehinderte Besucher auf die große Übersichtstafel mit Informationen in Brailleschrift hin.

Der taktile Pfad führt weiter, unmittelbar zum Eingang des Fahrstuhls hin, der sich mit einer für Rollstuhlfahrer entsprechend niedrig positionierten Taste extra langsam öffnet und schließt. Auch hier sind für Besucher im Rollstuhl bequem erreichbare Tasten installiert, über die in arabischen Ziffern bzw. in Brailleschrift die einzelnen Stockwerke des Erweiterungsbaus angewählt werden können. Eine Sprachansage erleichtert Menschen mit Sehbehinderung im Fahrstuhl die Orientierung.

Besucher, die statt Aufzug lieber die Stufen benutzen, erhalten entlang des Treppengeländers - ebenfalls in Brailleschrift - Informationen zu den einzelnen Stockwerken. Markierungen auf den Stufen zeigen Beginn und Ende des Treppenlaufs. Sämtliche Türschilder im Haus enthalten ebenfalls Informationen in Brailleschrift.

Großer Wert auf Barrierefreiheit wurde auch bei der Einrichtung der sanitären Anlagen und Toiletten gelegt: Die Räume sind entsprechend der erforderlichen Vorschriften dimensioniert und ausgestattet, das heißt sie sind in allen Bereichen für Rollstuhlfahrer passierbar. Die Waschtische sind unterfahrbar, Seifen- und Papierspender sowie Türöffner ebenfalls für Rollstuhlfahrer gut erreichbar platziert. "Das passt alles wunderbar", resümierte der Behindertenbeauftragte nach der Inspektion. Kleine Anmerkungen und Tipps von Oswald Utz - etwa einen zu strengen Kippschalter austauschen oder die etwas zu kurz geratene Notrufschnur verlängern - wurden vom Landtagsamt bereits aufgegriffen und umgesetzt. "Unser Ziel ist es, den Landtag systematisch, Schritt für Schritt, barrierefrei zu machen. Wir sind dabei auf einem guten Weg", sagt Josef Reimer von der Parlamentsverwaltung. Nach der Nachrüstung einer weiteren barrierefreien Toilette im Altbau wird es im Maximilianeum demnächst insgesamt elf behindertengerechte sanitäre Einrichtungen geben. Im historischen Altbau wurden zudem unterschiedliche Höhenniveaus ausgeglichen - mit einem Aufzug in der Eingangshalle West.

Seitenanfang