Bayerischer Landtag

Festakt zum 200. Geburtstag von König Maximilian II.: Alte und junge Geistesgrößen im Landtag

Herzog Franz von Bayern mit Isabella Kämmerer, Sprecherin der Studienstiftung Maximilianeum, und Heinrich Nöth, Sprecher der Träger des Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst.| Bildarchiv Bayerischer Landtag
Herzog Franz von Bayern, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Hanspeter Beißer, Vorstand der Studienstiftung Maximilianeum | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Begrüßte die Gäste: Hanspeter Beißer, Vorstand der Stiftung Maximilianeum| Bildarchiv Bayerischer Landtag

28. November 2011
- Von Zoran Gojic -

Verdiente Wissenschaftler, Politiker und der akademische Nachwuchs traffen sich beim Festakt zum 200. Geburtstag von König Maximilian II. von Bayern im Senatssaal des Maximilianeums.

Es ist eines der prächtigsten Gebäude in München und ein weithin sichtbares Vermächtnis von König Maximilian II. von Bayern: das Maximilianeum. Heute residieren dort die Stiftung Maximilianeum und der Bayerische Landtag. Zum 200. Geburtstag des Königs am 28. November 2011 veranstalteten beide gemeinsam einen Festakt zu Ehren von Maximilian II., der mit seiner Stiftung den begabtesten Abiturienten Bayerns (und der Pfalz) ein weitgehend sorgenfreies Studium in München ermöglichen wollte. Zum Festakt in den Senatssaal eingeladen waren aktuelle und ehemalige Stipendiaten der Stiftung, Abgeordnete und Vertreter des Hauses Wittelsbach. Anwesend waren auch zahlreiche Träger des Maximiliansordens, den Maximilian II. ursprünglich gestiftet hatte und den die Bayerische Staatsregierung 1980 wieder eingeführt hatte.

Der Festakt sollte nicht nur dem historischen Anlass gerecht werden, sondern auch eine Möglichkeit zur Begegnung, zum Austausch zwischen Jung und Alt eröffnen. Die scheinbaren Gegensätze zwischen den Gästen des Abends seien in Wahrheit Brücken, hob Landtagspräsidentin Barbara Stamm in ihrem Grußwort hervor. „Die Ordensträger unter Ihnen haben Außergewöhnliches geleistet. Die Stipendiaten haben schon in der Schule gezeigt, dass sie in der Lage sind, Außergewöhnliches zu leisten. Und mit den Parlamentariern sind schließlich diejenigen vertreten, die diese Leistungen nach Kräften fördern wollen. Eine bessere Grundlage für ein fruchtbares, angeregtes Gespräch kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Stamm. Stiftungsvorstand Hanspeter Beißer nannte dieses Treffen der Eliten in seiner Begrüßung „eine einmalige Veranstaltung.“

In seinem Festvortrag „Exzellenzoffensive im 19. Jahrhundert: König Maximilian II. von Bayern“ würdigte Prof. Dr. Hermann Rumschöttel, früherer Generaldirektor der Staatlichen Archive Bayerns, die Verdienste des Königs. Unterschätzt worden sei Maximimilian II. oft, weil er geschichtlich im Schatten zweier übermächtiger Figuren stand: seinem Vater Ludwig I. und seinem Nachfolger Ludwig II., dem eigenen Sohn. Dabei habe Maximilian Bemerkenswertes geleistet: er stabilisierte den Staat nach dem Revolutionsjahr 1848 und machte aus München eine Hochburg der Wissenschaften und Künste. Nicht zuletzt stellte der Eisenbahn-Freund mit dem Ausbau des Schienennetzes „Weichen, die bis unsere Zeit reichen“, wie Rumschöttel sagte. Vor allem aber habe Maximilian II. vor allen anderen erkannt, dass der „Rohstoff Geist von essenzieller Bedeutung für Bayern ist.“ Die gezielte Förderung begabter junger Menschen, unabhängig von Stand oder Ansehen, sei vorausschauend gewesen. Ebenso das ganzheitliche Denken von Maximilian II. was Architektur, Stadtplanung und Landschaftspflege betrifft. „Man könnte sagen, Maximilian II. war der erste grüne König auf dem bayerischen Thron“.

Abschließender Höhepunkt des Abends war das „Grundsteinlied mit Variationen“, das von Stipendiaten der Stiftung vorgetragen wurde. Humorvoll wurden Verse des historischen Grundsteinliedes mit Beobachtungen der Studentinnen und Studenten kombiniert. So fragten sich die Stipendiaten von heute, ob Maximilian II. bei der Grundsteinlegung 1857 geahnt habe, dass 2011 immer noch am Maximilianeum gebaut werden würde. Ein listiger Hinweis auf die fortwährenden Sanierungsmaßnahmen und Erweiterungsbauten auf dem Gelände.

Seitenanfang