Bayerischer Landtag

Weiß-blaue Zeitreisen in die Vergangenheit des Parlaments: Bayerischer Landtag stellt die historischen Arbeiten von Dr. Peter Jakob Kock und Dr. Wolfgang Reinicke vor

Landtagsvizepräsidentin Inge Aures mit den beiden Buchautoren Dr. Peter Jakob Kock (li.) und Dr. Wolfgang Reinicke. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Spannende Einblicke in die bayerische Landesgeschichte nach 1945 bieten die Werke von zwei Historikern, die sich im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten seit Jahren intensiv mit den Geschehnisse im Maximilianeum beschäftigen: Dr. Peter Jakob Kock und Dr. Wolfgang Reinicke stellten in den Räumen der Landtagsbibliothek ihre Bücher „Der Bayerische Landtag – Eine Chronik“ und „Landtag und Regierung im Widerstreit. Der parlamentarische Neubeginn in Bayern 1946 – 1962“ im Beisein von Landtagsvizepräsidentin Inge Aures einem interessierten Fachpublikum vor.

Landtagsvizepräsidentin Inge Aures begrüßt und stellt die Werke vor | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Die beiden in der Buchvorstellung präsentierten Werke. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Dr. Wolfgang Reinicke gibt Einblicke in seine wissenschaftliche Arbeit. | Bildarchiv Bayerischer Landtag
Dr. Peter Jakob Kock begleitet das Parlamentsgeschehen seit Jahrzehnten. | Bildarchiv Bayerischer Landtag

Die Chronik des Bayerischen Landtags von dem Historiker Peter Jakob Kock enthält alle wesentlichen Daten, Fakten und Personen seit dem parlamentarischen Neubeginn 1945/46. Beginnend mit der amerikanischen Militärregierung 1945 schildert der Autor den Wiederaufbau, den Wandel Bayerns vom agrarisch geprägten Land zum High-Tech-Standort und die Entwicklung der parteipolitischen Landschaft. Auch Affären und Skandale werden nicht ausgespart, sofern sie ein parlamentarisches Nachspiel hatten. Die vorgelegte Chronik des Bayerischen Landtags „ist nichts weniger als das Gedächtnis des Bayerischen Landtags“ sagte Landtagsvizepräsidentin Inge Aures bei der Buchvorstellung und empfahl die Chronik als „solides und zuverlässiges Nachschlagewerk“.


Kocks Chronik reicht zeitlich bis 2013, eine Fortsetzung dazu ist bereits in Arbeit. Dr. Wolfgang Reinicke richtet in seiner Arbeit den Fokus hingegen auf den politischen Neustart in Bayern in den Jahren 1946 bis 1962. Im Mittelpunkt dieses Werks steht das Wechselspiel zwischen Legislative und Exekutive: „Die Opposition arbeitete sich an einer Regierung ab, die voller Selbstbewusstsein für sich in Anspruch nahm, die Politik weitgehend allein zu bestimmen und den Landtag vor allem dann für ihre Zwecke instrumentalisierte, wenn sie ein politisches Forum zur Darstellung eigener Positionen benötigte. Die Abgeordneten reagierten mit zahllosen Initiativen und Kontrollversuchen, die im Regelfall jedoch wirkungslos verpufften“, stellte Reinicke in seiner wissenschaftlichen Arbeit fest. Auch gesponnene Intrigen, Verleumdungen und Verwerfungen werden in seinem Abgleich mit der Verfassungswirklichkeit thematisch aufgegriffen. Allein schon die dazu formulierten Überschriften ließen auf eine äußerst interessante Lektüre schließen, sagte dazu die Vizepräsidentin.

Einig waren sich beide Historiker indes, dass es im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Untersuchungen nicht leicht sei, neben den Fakten auch Atmosphärisches einfließen zu lassen: „Nicht alles, was im Maximilianeum geschah, steht auch in der Chronik“, hob Kock hervor. Anekdoten etwa, und davon gibt es rund um das politische Geschehen im Landtag viele, sucht der Leser daher vergeblich in den beiden vorgestellten Werken. /kh



Beide Bücher können über den Bestellservice des Bayerischen Landtags kostenlos bezogen werden.

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