Bayerischer Landtag

17. Bayerische Landtag – ein statistischer Überblick

Montag, 07. Oktober 2013
– Von Katja Helmö –

Zum vierten Mal seit 1946 ist der Bayerische Landtag wieder ein Vier-Parteien-Parlament. In der 17. Wahlperiode gehören dem Landtag die CSU mit 101 Sitzen, die SPD mit 42 Sitzen, die FREIEN WÄHLER mit 19 Sitzen und Bündnis 90/Die Grünen mit 18 Sitzen an. Die CSU, die in der vorausgegangenen Wahlperiode die absolute Mehrheit verloren hatte, verfügt wieder – wie schon von 1962 bis 2008 – über die absolute Mehrheit der Mandate und kann damit ohne Koalitionspartner regieren.


Der älteste Volksvertreter Prof. Dr. Peter Paul Gantzer (75) von der SPD und die beiden jüngsten Volksvertreterinnen Judith Gerlach (27) von der CSU sowie Katharina Schulze (28) von Bündnis 90/ Die Grünen. | Foto:  Bildarchiv Bayerischer Landtag
Der älteste Volksvertreter Prof. Dr. Peter Paul Gantzer (75) von der SPD und die beiden jüngsten Volksvertreterinnen Judith Gerlach (27) von der CSU sowie Katharina Schulze (28) von Bündnis 90/ Die Grünen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Die Kräfteverhältnisse im neuen Parlament haben sich verschoben. Die FDP, die vor fünf Jahren 8 Prozent errungen und mit 16 Sitzen im bayerischen Parlament vertreten war, hat bei der Wahl am 15. September 2013 mit 3,3 Prozent den Sprung in den neuen Landtag klar verpasst. Demgegenüber kam die CSU auf einen Stimmenanteil von 47,7 Prozent und konnte sich damit um 4,3 Prozent verbessern. Die SPD legte um 2 Prozent zu und kam auf einen Stimmenanteil von 20,6 Prozent. FREIE WÄHLER und Bündnis 90/Die Grünen verloren 1,2 bzw. 0,8 Prozent und erreichten einen Stimmenanteil von 9,0 bzw. 8,6 Prozent.

Auch im 17. Bayerischen Landtag bleiben die weiblichen Abgeordneten weiterhin in der Minderheit. Ihr Anteil verringerte sich sogar um 1,6 Prozent und liegt nunmehr bei 29,4 Prozent. Während bei den Grünen 50 Prozent der Abgeordneten weiblich sind, sind es bei der CSU nur 20,8 Prozent. Die CSU-Fraktion verfügt damit über die niedrigste Frauenquote im Landtag – es folgen die FREIEN WÄHLER mit einem Frauenanteil von 26,3 Prozent. Die SPD ist mit einem Frauenanteil von 42,9 Prozent im Parlament vertreten.

In der Berufsverteilungsstatistik hat sich wenig geändert: Dominiert wird diese nach wie vor von Juristen (45) und Staatsdienern (40). Auch altersmäßig bleibt das Parlament in etwa konstant. Das Durchschnittsalter der Abgeordneten liegt weiterhin bei rund 51 Jahren. Das niedrigste Durchschnittsalter weisen die Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf. Am ältesten sind im Durchschnitt die Abgeordneten der SPD-Fraktion. Ältester Abgeordneter ist der frühere Landtagsvizepräsident Prof. Dr. Peter Paul Gantzer, der bei der Konstituierenden Sitzung am 7. Oktober 2013 als Alterspräsident fungierte. Der SPD-Politiker feiert im November seinen 75. Geburtstag. Zweit- und drittälteste Abgeordnete im Parlament sind Bernd Kränzle (CSU) und Erster Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet (CSU).

Rund ein Drittel der 180 Abgeordneten ist neu im Parlament

Die beiden jüngsten Volksvertreter – die 27-jährige Judith Gerlach (CSU) und die 28-jährige Katharina Schulze (Bündnis 90/Die Grünen) – gehören zu den Neulingen im Parlament. Unter den Neulingen ist erstmals in der Geschichte des Bayerischen Landtags ein Abgeordneter mit Migrationshintergrund: Arif Tasdelen, ein 39-jähriger Abgeordneter der SPD-Fraktion, ist gebürtiger Türke. Er kam mit acht Jahren aus Anatolien nach Franken und wurde dort später Zollinspektor. Von den insgesamt 180 Abgeordneten zieht rund ein Drittel zum ersten Mal in das Parlament ein.

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