Bayerischer Landtag

2. Kinderparlament im Landtag

 

 

 

Kinder präsentieren im Plenum die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen. Rechts: Landtagspräsidentin Barbara Stamm (li.) und Mitglieder der KiKo versprachen, die Vorschläge der Grundschüler in die politische Arbeit mit einfließen zu lassen. | Foto: Rolf Poss
Kinder präsentieren im Plenum die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen. Rechts: Landtagspräsidentin Barbara Stamm (li.) und Mitglieder der KiKo versprachen, die Vorschläge der Grundschüler in die politische Arbeit mit einfließen zu lassen. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Kinder der roten Arbeitsgruppe beschäftigten sich mit dem Thema Gerechtigkeit. | Foto: Rolf Poss
Kinder der roten Arbeitsgruppe beschäftigten sich mit dem Thema Gerechtigkeit. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag
Spaß in der Mittagspause: Welcher Luftballon fliegt am weitesten? | Foto: Rolf Poss
Spaß in der Mittagspause: Welcher Luftballon fliegt am weitesten? | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Freitag, 05. Juli 2013
– Von Katja Helmö –

Schreiben, Rechnen, Heimat- und Sachkunde standen am 5. Juli 2013 ausnahmsweise nicht auf dem Stundenplan, stattdessen verbrachten 175 Grundschüler aus allen sieben Regierungsbezirken einen Schultag im Landtag: Beim 2. Kinderparlament lernten sie, wie Demokratie funktioniert und dass Kinder dabei auch mitreden dürfen. Im Gespräch mit den Abgeordneten konnten die Viertklässler ihre eigenen Ideen, Wünsche und Anregungen an die Politik formulieren und anschließend im Plenum vorstellen – darunter: „mehr Sportstunden an den Schulen“, „mehr Windräder und weniger Atomkraftwerke“, „eine bessere Pflege der Tiere“. Landtagspräsidentin Barbara Stamm und die Mitglieder der Kinderkommission dankten den Mini-Abgeordneten für ihr Engagement im Parlament und versprachen, die Ergebnisse in die politische Arbeit mit einfließen zu lassen. Ein Kinderreporter-Team war live mit dabei und dokumentierte seine Eindrücke in der „Kinderpresse“.

165 Bewerbungen von Grundschulen waren im Vorfeld für die Teilnahme am 2. Kinderparlament eingegangen, sieben davon – für jeden Regierungsbezirk eine – wurden per Losverfahren ausgewählt. Für die Bezirke Ober- und Niederbayern sowie den Bezirk Oberpfalz durften Kinder der Grundschule Obing, der Grundschule Geiselhöring und der Grundschule Seubersdorf nach München fahren. Aus dem Bezirk Schwaben nahmen Schüler aus Eurasburg teil. Aus Franken waren Mädchen und Buben der Friedrich-Wanderer-Grundschule Nürnberg (Mittelfranken), der Grundschule Burgkunstadt-Mainroth (Oberfranken) und der Volksschule Kirchlauter (Unterfranken) im Landtag vertreten.

175 „Mini-Abgeordnete“

Nach dem 1. Kinderparlament im Maximilianeum vor zwei Jahren freute sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm über die erneute Einberufung von Mädchen und Buben in das bayerische Parlament: „Es ist mir ein großes Anliegen, Kinder schon sehr frühzeitig an die Politik heranzuführen und sie mit der parlamentarischen Demokratie vertraut zu machen“, sagte die Präsidentin. Im Plenarsaal hieß sie gemeinsam mit den Abgeordneten Brigitte Meyer, Kerstin Schreyer-Stäblein, Dr. Simone Strohmayr und Claudia Stamm die insgesamt 175 „Mini-Abgeordneten“ herzlich im Maximilianeum willkommen.

Im Unterricht hatten die Kinder zusammen mit ihren Lehrkräften die Veranstaltung schon ein bisschen vorbereitet: „Wir waren im Internet und haben uns dort über die Arbeitsweise des Parlaments informiert“, berichtete Edith Rappl von der Grundschule Seubersdorf. Auch inhaltlich haben sich die Neun- und Zehnjährigen schon erste Gedanken gemacht: „Kinder werden bei wichtigen Entscheidungen oft nicht beachtet“, bedauerte der 10jährige Jonas Eicke aus der Grundschule Geiselhöring, der zu dem Thema Kinderrechte und Kinderkommission sogar schon ein Referat in der Klasse gehalten hat. Julia Ertl, ebenfalls aus der 4a in Geiselhöring, freute sich riesig, endlich im Landtag zu sein – denn genau dort will sie eines Tages als Abgeordnete arbeiten. Schon jetzt kennt sie die Namen aller Minister und Staatssekretäre auf Landes- und Bundesebene auswendig!

Wie in der richtigen Politik arbeiteten die Mädchen und Buben zunächst in „Ausschüssen“ bzw. Arbeitsgruppen. Zu fünf Themenschwerpunkten – „Das ist (un)gerecht!?“, „In die Schule geh´ ich gerne!?“, „Natürliche Umwelt!?“, „Gesundheit – ja klar!?“ und „Alle miteinander!?“ – sammelten sie dort ihre Forderungen an die Politik: Es sollten nicht so viele Bäume gefällt werden. Und: Die Leute sollten weniger mit dem Auto, dafür mehr mit dem Fahrrad fahren, waren Stichpunkte, die sie mit bunten Stiften auf großformatigen Bögen festhielten. Weniger Mobbing auf dem Pausenhof, weniger Hausaufgaben und Proben, dafür mehr Hitzefrei, mehr Sportangebote und ein späterer Unterrichtsbeginn lauteten weitere Anregungen.

 

 

Dokumentation mit der Videokamera und dem Smartphone: Kinderreporter hielten ihre Eindrücke fest. | Foto: Rolf Poss
Dokumentation mit der Videokamera und dem Smartphone: Kinderreporter hielten ihre Eindrücke fest. | © Bildarchiv Bayerischer Landtag

Gezückte Stifte, Notizblöcke und einsatzbereite Fotoapparate

Moderiert wurde die Arbeit in den „Ausschüssen“ von Mitarbeitern der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung (C.A.P.). Als Ansprechpartner standen dort außerdem die Mitglieder der Kinderkommission zur Verfügung, die als „echte“ Abgeordnete die Diskussionen genau mitverfolgten und Fragen beantworteten. Im Landtag ist die Kinderkommission Sprachrohr für die Belange der Kinder.  

Die Viertklässler waren mit Feuereifer dabei, machten Vorschläge und berichteten, was sie bewegt, welche Erwartungen sie an die Politik haben und wie sie sich ihre Zukunft wünschen. Alle wichtigen Positionen wurden in großen Lettern auf Plakaten niedergeschrieben. Überall mit dabei: die Kinderreporter der Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße in München, die – wie echte Journalisten – mit gezückten Stiften, Notizblöcken und einsatzbereiten Fotoapparaten ihre Eindrücke aus den Ausschüssen in Wort und Bild festhielten. Ihre Beobachtungen können in der „Kinderpresse“ nachgelesen werden mehr . . .(Dokument vorlesen)

Bei der Schlusspräsentation stellten die Mini-Abgeordneten dann die Ergebnisse ihrer Arbeit im Plenum vor und händigten die Plakate als Schlussdokumente an die Politiker aus. „Wir können nicht alle Eure Vorschläge aufgreifen. Aber wir werden über Eure Anregungen nachdenken und die Themen auch bei den zuständigen Ministerien einbringen“, unterstrich Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Auch Brigitte Meyer und Eva Gottstein von der Kinderkommission erklärten beim Abschied: „Eure Ideen und Anliegen werden aufgearbeitet." Und: „Die Kinderkommission meldet sich wieder bei Euch – Versprochen!“ 

Kinderpresse (2118 kb)(Dokument vorlesen)

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