Bayerischer Landtag

Anlässlich der Verleihung des Bürgerkulturpreises des Bayerischen Landtags

Freitag, 5. Dezember 2003

Landtagspräsident Alois Glück: Bürgerschaftliches Engagement kein Notnagel bei Geldmangel
„Die ehrenamtlich engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger sind kein Notnagel für finanziell schlechte Zeiten, ihr Dienst für die Gemeinschaft gehört zu jeder Zeit unverzichtbar zu einem lebendigen Gemeinwesen“, sagte Landtagspräsident Glück am Tag des Ehrenamtes bei der Verleihung des Bürgerkulturpreises des Bayerischen Landtags.

Den ersten Preis in Höhe von 10.000,- € erhielt der Förderverein Felsenbad Pottenstein e.V. Weitere Preise von je 5.000,- € gingen an die Bürgerstiftung des Landkreises Fürstenfeldbruck, an die Leukämiehilfe München e.V. und an das Seniorenamt der Stadt Nürnberg für das Hochbetagtenprojekt. Der Bayerische Landtag will mit der Verleihung dieses Preises stellvertretend die vielen bürgerschaftlichen Initiativen würdigen und ermutigen.

Die gegenwärtige Finanznot im Bereich der öffentlichen Haushalte sieht Landtagspräsident Alois Glück für das bürgerschaftliche Engagement als Chance aber auch als Risiko.Das Risiko ist danach eine rigorose Einschränkung der finanziellen Unterstützung. Der Landtagspräsident betonte, dass auch bei der Förderung freiwilliger Initiativen die Überprüfung der Effizienz und die Notwendigkeit der Förderung legitim sind. Die Finanzknappheit zwingt die Politik und die Behörden aber auch, den Bürgern mehr Freiraum für ihre Initiativen zu geben. Das sei die Chance.

Keinesfalls dürfe das Ehrenamt aber jetzt gelobt und gefordert werden, weil der Staat kein Geld mehr habe. Bei den notwendigen Sparmaßnahmen muss eine Grundregel gelten, dass die „Vitalkräfte“ unserer Gesellschaft gezielt gestärkt werden. Dazu gehört in besonderer Weise das bürgerschaftliche Engagement. Nach Glück’s Auffassung würde eine Entmutigung dieses kreativen Potentials, der Einsatzbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes für die Gesellschaft, langfristig verheerende Auswirkungen haben. „Deshalb können die freiwilligen Initiativen nicht die erste Adresse des Sparkurses sein.“ Der Landtagspräsident empfahl allen Bürgerinnen und Bürgern in Ruhe einmal darüber nachzudenken, wie das Leben in ihrem heimatlichen Ort ohne die Beiträge der freiwillig engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger aussehen würde. Dann würde schnell deutlich, welche Bedeutung dieses Engagement für die Lebensqualität hat. Dann müsste dieser Einsatz aber auch eine entsprechende gesellschaftliche und politische Anerkennung und Unterstützung haben.

Im Übrigen sei die notwendige Revitalisierung unseres Landes nur mit einer neu ausbalancierten „Verantwortungsgemeinschaft von Bürgern und Staat“ möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Müller

Pressesprecher

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