Bayerischer Landtag

Alois Glück warnt: Zivildienstleistende können kaum angemessen ersetzt werden – Bonussystem für aktiven Freiwilligendienst?

Dienstag, 13. Januar 2004

In der von der Bundesregierung angestoßenen Debatte um die Abschaffung von Wehr- und Zivildienst warnte der Präsident des Bayerischen Landtags Alois Glück im Bayerischen Fernsehen vor einem Kahlschlag im sozialen Bereich. <?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /???>

„Für die absehbare Zeit können die Zivildienstleistenden überhaupt nicht ersetzt werden“, so Glück. Würden Wehrpflicht und Zivildienst verkürzt oder abgeschafft, müsste als Ersatz ein Bündel von Maßnahmen zum Ausbau sozialer Dienste überlegt werden. Denkbar wäre eine Form von Bürgerarbeit, die entsprechend honoriert werden müsste und erheblich mehr Kosten als bisher verursachen würde.

Es gehe um die Situation in vielen sozialen Einrichtungen und um viele pflegebedürftige oder behinderte Menschen, die ihre Selbständigkeit ausschließlich den Zivildienstleistenden zu verdanken hätten. Auch würde den vielen jungen Männern, die über den Zivildienst zu ihrer Berufsfindung kommen und anschließend in soziale Berufe gehen, dieser Weg verbaut. „Das ist für diese Berufe ein bedrohliches Thema!“

Entscheidend sei die Frage, ob die Wehrpflicht Aufrecht erhalten wird. Schädlich wären überhastete Entscheidungen. Für diesen Fall müsse bereits jetzt geplant werden, welche Kombination von Maßnahmen personell und finanziell möglich seien. Etwa ein aktiver Freiwilligendienst, der nicht ausschließlich über die Bezahlung funktioniert sondern beispielsweise auch ein Bonussystem für bestimmte angestrebte Berufe einschließen könnte.

Ein obligatorisches „Jahr für die Gemeinschaft“ für junge Männer und Frauen hätte nach Ansicht des Präsidenten viele Vorteile für die Jugend und die Gesellschaft, sei aber aus rechtlichen und praktischen Gründen nicht realisierbar.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Müller

Pressesprecher

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