Bayerischer Landtag

Anhörung Sozialausschuss: Sicherung der ambulanten sozialpsychiatrischen Versorgung

Donnerstag, 26. Februar 2004

Der Ausschuss führt am<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /???>

Donnerstag, 04. März 2004

ab 09.15 Uhr im Konferenzsaal

eine Anhörung zum Thema

„Sicherung der ambulanten sozialpsychiatrischen Versorgung“

durch.

Die Damen und Herren der Medien sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

Fragenkatalog

1.Haben sich die bisherigen ambulanten sozialpsychiatrischen Hilfeangebote bewährt, um eine niederschwellige wohnortnahe Versorgung psychisch kranker Menschen zu gewährleisten? Welchen Beitrag haben speziell die sozialpsychiatrischen Dienste hierzu geleistet?

Ist derzeit eine ausreichende ambulante Versorgung gewährleistet?

Wie viel Klienten werden in den SpDis von einem Arzt/Psychologen/

Therapeuten/Sozialpädagogen versorgt?

2.Welche Auswirkungen hat die Arbeit der sozialpsychiatrischen Dienste auf die durchschnittliche Verweildauer und die Belegung in den stationären Einrichtungen für psychisch Kranke? Können die durch eine ambulante Versorgung anstelle einer stationären Unterbringung erzielten bzw. erzielbaren Einspareffekte beziffert werden?

3.Inwieweit können für erforderlich gehaltene Änderungen in den Versorgungsstrukturen durch die Umsteuerung von finanziellen Mitteln aus dem stationären Bereich in ambulante Versorgungsangebote unterstützt bzw. forciert werden?

4.Welche Änderungen bzw. Weiterentwicklungen in den Versorgungsstrukturen sind notwendig, um die Qualität der Betreuung psychisch kranker Menschen dauerhaft sicherzustellen und gleichzeitig dem Grundsatz der Regionalisierung und Enthospitalisierung in der psychiatrischen Versorgung künftig noch stärker als bisher Rechnung zu tragen? Welche Rolle können bzw. sollen die ambulanten sozialpsychiatrischen Dienste in diesem Zusammenhang spielen?

Ist die im 2. Bayerischen Landesplan zur Versorgung psychisch Kranker und psychisch Behinderter gewünschte Intensivierung der Versorgung chronisch-psychisch Kranker erfolgt?

5.Sind Änderungen in der inhaltlichen oder organisatorischen Ausrichtung der sozialpsychiatrischen Dienste erforderlich? Gibt es andere Alternativen, um die niederschwellige wohnortnahe Versorgung der Betroffenen sicherzustellen?

Wie und in welchem Umfang wurden die sozialpsychiatrischen Dienste bisher in die ambulante Versorgung psychisch Kranker in Bayern eingebunden?

Wie funktioniert die Kooperation zwischen sozialpsychiatrischen Diensten und niedergelassenen Psychiatern und Nervenärzten?

Wie wird die Bedeutung von Selbsthilfe und Freiwilligenarbeit in den Sozialpsychiatrischen Diensten eingeschätzt?

6.Welchen Beitrag kann die Soziotherapie zur ambulanten sozialpsychiatrischen Versorgung der Bevölkerung leisten? Müssen die Zulassungskriterien für die Leistungserbringer im Rahmen der Soziotherapie geändert werden?

Wie ist aus Ihrer Sicht der Finanzierungsvorschlag durch SGB V §37 a

Soziotherapie zu beurteilen?

7.Wie kann die „Schnittstellenproblematik“ zwischen ambulanten und stationären Angeboten entschärft und (über die Einrichtung etwa von Tageskliniken an Bezirkskrankenhäusern hinaus) eine bessere Verzahnung der beiden Bereiche erreicht werden?

8.Welche Konsequenzen hätte ein Wegbrechen der sozialpsychiatrischen Dienste für die Versorgung der Bevölkerung einerseits sowie für die Kostenträger andererseits? Gibt es Möglichkeiten, die bei Schließung sozialpsychiatrischer Dienste drohenden Verschlechterungen in der psychiatrischen Versorgung anderweitig aufzufangen?

Wie viele Stellen müssen abgebaut werden?

a) in den einzelnen Bezirken?

b) bei den einzelnen Trägern?

Was bedeutet das für die Versorgung der Bevölkerung?

a) Wie viele Personen wurden bis jetzt in den SpDis versorgt?

b) Wie viele können nun nicht mehr durch die SpDis versorgt werden?

9.Welche Möglichkeiten bzw. Spielräume sehen die verschiedenen Kostenträger hinsichtlich der künftigen Finanzierung der ambulanten sozialpsychiatrischen Versorgung generell sowie der sozialpsychiatrischen Dienste im speziellen?

Wie wirkt sich die finanzielle Situation der sozialpsychiatrischen Dienste auf das Angebot aus?

Lassen sich durch die Möglichkeiten des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes Synergien im Sinne der integrierten Versorgung erzielen?

Wie weit decken sich die von den sozialpsychiatrischen Diensten wahrgenommenen Aufgaben mit der Leistungsbeschreibung des Hauptausschusses des Verbandes der Bayerischen Bezirke vom 01.10. 2003?

10.Inwieweit könnte das auf Bundesebene geplante Präventionsgesetz einen Beitrag zur Sicherstellung der Finanzierung ambulanter sozialpsychiatrischer Versorgungsange-gebote leisten?

Wie müsste das Gesetz in diesen Punkten grundsätzlich ausgestaltet sein?

Expertenverzeichnis

Seban Dönhuber

Arbeiterwohlfahrt

Landesverband Bayern e.V.

Karl-Heinz Zerrle

Landes-Caritasverband Bayern

Dr. Ludwig Markert

Diakonisches Werk Bayern e.V.

Landesverband der Inneren Mission

Knut Lehmann

Der Paritätische Wohlfahrsverband

Landesverband Bayern

Manfred Hölzlein

Verband der Bayerischen Bezirke

Eva Straub

Landesverband Bayern der

Angehörigen Psychisch Kranker e.V.

Bärbel Alt

Margit Klemer

Eva Frigo

Bayerische Gesellschaft für

Psychische Gesundheit e.V.

Dr. von Kranach

Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren

Prof. Dr. Günter Rieger

Berufsakademie Stuttgart

Herr Lang

Bayerisches Rotes Kreuz

Dr. Helmut Platzer

AOK Bayern

Christian Bredl

Verband der Angestellten-Kranken-

kassen e.V., Landesvertretung

G. Schulte

BKK Landesverband Bayern

Dr. Nikolaus Melcop

Bayer. Landeskammer der Psychol.

Psychotherapeuten u. Kinder- u.

Jugendlichenpsychotherapeuten

Friedemann Götzger

AG der Öffentlichen und der Freien

Wohlfahrtspflege in Bayern

Reinhard Kirchner

Landesarbeitsgemeinschaft Hilfe

für Behinderte (LAGH)

Bayerischer Landesverband

Psychiatrie-Erfahrener e. V.

Sandra Hindelang

Caritas Verband Isar/Vils e.V.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Müller

Pressesprecher

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