Bayerischer Landtag

Der Landtag spendet Blut

Mittwoch, 30. Juni 2004

München.Der Bayerische Landtag und der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BSD) werben gemeinsam für freiwillige Blutspenden. An der Aktion, die parallel zur Plenumssitzung des Landtags stattfindet, beteiligen sich Abgeordnete aller Fraktionen, Landtagsmitarbeiter und die Parlamentspresse. Für einige der prominenten Freiwilligen ist dies eine Premiere, sie treten erstmalig an zum kleinen Pieks, der Leben retten kann. Andere sind bereits routinierte Blutspender. So wie Landtagspräsident Alois Glück, der mit gutem Beispiel voran geht.<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /???>

Landtagspräsident Alois Glück (links)

BRK-Präsidentin Christa von Thurn und Taxis (rechts)

Fotograf: Rolf Poss, Siegsdorf

Dass Blutspenden Leben retten kann, ist kein Geheimnis. Trotzdem gibt es auch in Bayern immer wieder Engpässe bei der Versorgung von Krankenhäusern und Notdiensten mit Blutkonserven, weil sich zu wenige freiwillige Spender melden. Zum Auftakt der heutigen Blutspende-Aktion im Maximilianeum wies Landtagspräsident Alois Glück darauf hin, dass in Bayern täglich etwa 2.200 Blutkonserven benötigt werden. Gerade in Ferienzeiten, wenn viele spendewillige Menschen gleichzeitig verreist seien, werde lebensrettendes Blut aber häufig knapp, wie zuletzt an Pfingsten, als täglich nur 1.700 Blutspenden gezählt wurden. Neue Erstspender zu gewinnen sei deshalb besonders wichtig, sagte Glück, der aus eigener Erfahrung weiß: „Wer einmal zum Blutspenden geht, tut dies danach meist immer wieder, weil man selbst wenig spürt und doch merkt, was diese Hilfe für Menschen in Not bedeuten kann.“ Freiwillig und unentgeltlich zu spenden, sei ein Stück gelebter Mitmenschlichkeit, die nichts koste aber viel helfen könne.

Die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Christa Prinzessin von Thurn und Taxis, betonte die Notwendigkeit der freiwilligen und unentgeltlichen Blutspende. „Blut ist bisher noch nicht künstlich herstellbar. Wir sind daher auf freiwillige Spender angewiesen“, sagt Christa Prinzessin von Thurn und Taxis.

Eine gerade gestartete Informationskampagne des BSD soll dazu beitragen, dass das Thema besser bekannt wird. Die wenigsten Menschen wüssten nämlich, welche Blutgruppe sie haben, so die BRK-Präsidentin. Der BSD kann diese Frage beantworten, auch im Landtag: Ein kurzer Pieks, und nach einer Minute steht die Blutgruppe fest.

Dieses Wissen ist auch für den BSD als Blut-Versorger wichtig: Etwa 41 Prozent der Bevölkerung haben Blutgruppe 0, etwa 43 Prozent Blutgruppe A. Deshalb benötige der BSD vor allem diese beiden Blutgruppen. „Wer jetzt denkt, ´die brauchen mein Blut nicht mehr`, liegt völlig falsch“, betonte Christa Prinzessin von Thurn und Taxis. „Die Allgemeinheit braucht immer noch Blut, das wird sich nicht ändern. Aber wir sind eben auch bestimmten Zwängen unterworfen, und wenn nur bestimmte Blutgruppen in den Operationssälen gebraucht werden, dann müssen auch wir gezielt an die Spender herangehen.“ Denn Blut wegzuwerfen, weil es keinen Abnehmer findet – das verbiete sich für den BSD. Als Rot-Kreuz-Blutspendedienst sei er ethischen Grundsätzen verpflichtet.

Dazu gehörten auch Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit. Der BSD fürchtet derzeit aber um die Wahrung dieser Prinzipien, denn in Berlin steht die Novellierung des Transfusionsgesetzes an. Die BRK-Präsidentin forderte, dass der Bundestag dabei die Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates zur Förderung freiwilliger, unbezahlter Spenden von Blut und Blutbestandteilen und zur Verhinderung bezahlter Blutspenden aus Gewinnabsicht umsetzt und nicht verwässert.

Der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes

Der BSD ist eine gemeinnützige GmbH und Tochter des Bayerischen Roten Kreuzes. Im vergangenen Jahr kamen 255.263 Spender zu den 4348 Entnahmeterminen des BSD im gesamten Freistaat, darunter 30.888 Erstspender. Unterstützt wurde der BSD bei den Blutspendeterminen von rund 18.000 Ehrenamtlichen des BRK, die dabei etwa 258.000 Einsatzstunden leisteten. Insgesamt verarbeitete der BSD mit 513.197 mehr als eine halbe Million Blutkonserven, pro Tag etwa 2.200. Seit seiner Gründung im Jahre 1953 hat der BSD mittlerweile mehr als 15.000.000 Blutspenden entgegengenommen. Am fleißigsten wird in Unterfranken gespendet: An der Spitze liegt der Landkreis Hassberge, wo im vergangenen Jahr12,97 Prozent der Bevölkerung Blut spendeten.

Informationen zum Unternehmen sind im Internet unter www.blutspendedienst.com abrufbar.

Presseinformationen finden sich unter www.blutspendedienst.com/presse

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