Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück: Orthopädische Kinderklinik Aschau (Chiemsee) ist europaweit vorbildliches Modell für humanes Krankenhaus

Montag, 25. Oktober 2004
München/Aschau – „Die orthopädische Kinderklinik Aschau (Chiemsee) ist europaweit einzigartig und modellhaft für humane und ganzheitliche Behandlungsmethoden, diese Klinik ist ein Musterbeispiel für ein menschliches Krankenhaus“ mit diesen Worten hat Bayerns Landtagspräsident, Alois Glück, die Arbeit von Ärzten und Pflegern in der von der Katholischen Jugendfürsorge München und Freising getragenen Einrichtung hervorgehoben. In einer Rede zur Eröffnung des Neubaus der orthopädischen Kinderklinik stellte Glück heute (25.10.) besonders heraus, dass in Aschau aus christlichem Geist auch schwerst­behinderten Kindern medizinisch sinnvoll geholfen werde. „Kranke oder behinderte Kinder erfahren hier, dass sie genau den gleichen Wert haben, wie jedes andere Kind. Patienten werden hier nicht als „Fälle“ in einem „Reparaturbetrieb“ gesehen, sondern als junge Menschen, denen man den Weg in ein weitgehend normales Leben bereiten möchte“ so Glück weiter.

Modellhaft und vorbildlich sei die Kinderklinik auch deshalb, weil bei der Behandlung und Betreuung von Kindern und jugendlichen Patienten nicht ökonomische Erwägungen im Vordergrund stünden. „Im Mittelpunkt steht hier der einzelne Mensch und seine Bedürfnisse. Deshalb werden in Aschau oft bis zu 10 Operationen mit einer Narkose durchgeführt, das ist schonend für die Patienten, aber schlecht beim Abrechnen, weil ja nur eine OP vergütet wird“ betonte Glück. Der Landtagspräsident kritisierte in diesem Zusammenhang das neue Abrechnungssystem nach Fallpauschalen, das die Behandlung von Patienten in einer Spezialeinrichtung wie der in Aschau nicht leistungsgerecht vergüte. Er forderte eine entsprechende Weiterentwicklung des Systems: „An erster Stelle muss sichergestellt werden, dass auch Kindern und Jugendlichen mit schweren und schwersten Behinderungen ein weit­gehend eigenständiges und menschenwürdiges Leben ermöglicht wird.“ Es sei uner­träglich, wenn aus „gesundheitsökonomischen Überlegungen“ eine vergleichsweise kostengünstige Amputation einer aufwendigen Therapie vorgezogen werde.

Das Gesundheitswesen ist nach Glücks Ansicht so komplex wie derzeit kein anderer politi­scher Bereich. Enorme Kosten und gleichzeitig steigende Erwartungen und Ansprü­che der Patienten hätten dazu geführt, dass die Ausgaben nicht mehr durch Ein­nahmen gedeckt werden könnten. Auch mit Blick auf die demografi­sche Entwicklung sei eine grundlegende Reform in Richtung auf ein„leistungsfähiges und humanes Gesundheitssystem“ unumgänglich: „Dabei muss Solidarität als sozialer Kompass einer neuen, umfassenden Sozialkultur dienen.“ Außerdem plädierte der Landtagspräsident dafür, die Eigenverantwortung im Sinne einer wach­senden Bereitschaft zu Präventionsmaßnahmen und gesunder Lebensführung zu fördern.

Mit freundlichen Grüßen, Axel Stehle, Pressesprecher

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