Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück: Tiefgreifende Reformen sind nötig/Reformwillige zu Partnern machen

Montag, 5. Juli 2004

München – „Unser Land steht vor tief greifenden und schmerzlichen Reformen. Dies betrifft den Umbau des Sozialstaats, aber auch andere Aufgaben von Staat und Verwaltung müssen neu definiert und reduziert werden. Diese Veränderungen werden am besten gelingen, wenn wir die vielen Reformwilligen im Land zu Verbündeten machen“, dies erklärte der Präsident des Bayerischen Landtags, Alois Glück, am Samstag in München.

Es sei richtig, dass neben einer konsequenten Sparpolitik auch die Aufgaben des Staates neu bestimmt und reduziert werden müssten, dazu gehöre auch die Veränderung von Verwaltungs-Strukturen. „Für diese Veränderungen brauchen wir die Unterstützung aller reformbereiten Kräfte in der Gesellschaft, und die gewinnen wir am besten durch einen partnerschaftlichen Stil“ so Glück wörtlich. Auch Beispiele in der Wirtschaft hätten gezeigt, dass Unternehmen bei der Sanierung immer dann besonders erfolgreich seien, wenn die Mitarbeiter in die Entscheidungen miteinbezogen würden, erläuterte der Landtagspräsident.
Für Glück steht fest, dass es auch im Sozialbereich zu tief greifenden Veränderungen kommen muss. „Unser Sozialstaat steckt in einer tiefen Krise. Wir haben es dabei nicht nur mit einer finanziellen Krise zu tun, sondern auch mit einem Verfall der Sozialkultur“, sagte der Landtagspräsident. Mit den bisherigen Rezepten sie diese Krise nicht zu bewältigen. Das Leitbild für die notwendigen Reformen müsse heißen. „Was der Einzelne zumutbar selbst leisten kann, muss er auch aus eigener Kraft regeln, aber wo Menschen durch Krankheit, Behinderung oder soziale Notlagen dazu nicht in der Lage sind, müssen sie sich auf die Unterstützung der Gesellschaft verlassen können“ sagte der Landtagspräsident. Deutschland erlebe eine Zeit des Umbruchs, alte Rollenbilder und Rezepte hätten ausgedient. „Was wir brauchen sind Konzepte, die den Menschen Mut machen und ihnen zeigen, dass es sich lohnt, sich einzusetzen und selbst Verantwortung zu übernehmen“, so Glück.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Stehle,

Pressesprecher

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