Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück: Trotz Sparmaßnahmen die Palliativmedizin stärker ausbauen

Mittwoch, 31. März 2004

Sperrfrist: 10.30 Uhr

Landtagspräsident Alois Glück bei der Sitzung des Nationalen Ethikrates zum Thema „Wie wir sterben“, am 31.03.2004 in Augsburg

Trotz Sparmaßnahmen die Palliativmedizin stärker ausbauen

„Es ist unerträglich, dass viele Menschen unnötig leiden müssen und manche deshalb die Flucht in die „aktive Sterbehilfe“ suchen.“

„Trotz der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen müssen wir mehr für eine zeitgerechte Schmerztherapie, für eine umfassende Palliativmedizin und für eine gute Sterbebegleitung ausgeben. An diesen Aufgabenstellungen entscheidet sich die Humanität unserer Gesellschaft und unserer Zukunft, nicht daran, ob wir über die Solidargemeinschaft jede Alltagserkrankung finanzieren.“

Diese Forderung stellte Landtagspräsident Alois Glück anlässlich der öffentlichen Veranstaltung des Nationalen Ethikrates zum Thema „Wie wir sterben“ in Augsburg auf.

Der Landtagspräsident kritisierte, dass Deutschland in der Palliativmedizin deutlich hinter dem Spitzenniveau herhinke. Deshalb müsse - trotz aller Sparmaßnahmen - in diesem Bereich investiert werden, betonte Glück. „Es ist unerträglich, dass viele Menschen unnötig leiden müssen und manche deshalb die Flucht in die „aktive Sterbehilfe“ suchen.“

Gerade im Zuge des Abbaus von Betten und freiwerdenden Räumen in vielen Krankenhäusern müssten nach Meinung des Landtagspräsidenten auch angemessene räumliche Voraussetzungen für die Sterbebegleitung und für eine Möglichkeit des würdevollen Abschieds von Verstorbenen geschaffen werden.

Besonders würdigte Glück die Arbeit der Hospizbewegung, in der vor allem viele ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger einen wertvollen Dienst für Schwerkranke und Sterbende leisten und gleichzeitig viele Impulse für die Entwicklung der Palliativmedizin eingebracht hätten.

„Die Hospizbewegung ist ein großer humaner Fortschritt unserer Zeit“, sagte der Landtagspräsident. Seiner Überzeugung nach wäre es eine große humane Innovation, wenn in der Zusammenarbeit von Krankenhäusern mit Spezialisten für Schmerztherapie, den niedergelassenen Ärzten, die die Patienten betreuen und einer breit entwickelten Hospizbewegung ein Netzwerk der Humanität gerade auch unter den Bedingungen des Flächenstaates Bayern entwickelt werde.

Ablehnend äußerte sich der Landtagspräsident zur so genannten „aktiven Sterbehilfe“, deren Bedrohungen und Gefahren für die Menschen von den meisten gegenwärtig noch nicht gesehen werden. Ihn erschrecke die Entwicklung in den Niederlanden und in der Schweiz zu tiefst.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Müller, Pressesprecher

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