Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück: Tschechien sollte die ausgestreckte Hand der Heimatvertriebenen nicht länger zurückweisen

Montag, 27. September 2004
München/Bad Reichenhall -Bayerns Landtagspräsident, Alois Glück, hat an die tschechische Regierung appelliert, die Versöhnungsbereitschaft der deutschen Heimatvertriebenen aufzugreifen und Hindernisse für eine bessere Verständigung aus dem Weg zu räumen.„Die Regierung in Prag könnte sehr viel mehr tun und damit dazu beitragen, dass die gegenseitige Aufrechnung von erlittenem Leid ein Ende findet“ sagte Glück am Sonntag, 26.9.04, in einer Rede beim „Tag der Heimat“ in Bad Reichenhall. Das Bekenntnis zur eigenen Geschichte und die Bereitschaft, auf andere zuzugehen, sei die wichtigste Voraussetzung für ein friedliches Zusammenwachsen Europas. Was bei der Aussöhnung mit den deutschen Nachbarn im Westen gelungen sei, müsse auch im Verhältnis zu den Staaten im Osten Deutschlands gelingen, sagte Glück.

Ausdrücklich würdigte der Landtagspräsident die Bemühungen der Vertriebenen um ein besseres Verhältnis zu den tschechischen Nachbarn. „Durch die „Charta der Heimatvertriebenen“ haben sie bereits 1950 bewiesen, dass sie sich für Aussöhnung und eine gerechtere Völkerordnung im Herzen Europas einsetzen“, seitdem habe es sehr viele Signale gegeben, die von der tschechischen Seite leider nicht immer aufgegriffen worden seien. „Die Regierung in Prag sollte diese ausgestreckte Hand der Vertriebenen-Verbände nicht länger zurückweisen“ so Glück. Es sei bedauerlich, dass die Benes-Dekrete, die Grundlage für die Vertreibung der Deutschen waren, in Tschechien immer noch geltendes Recht seien. Die jüngsten Ehrungen für Benes in Tschechien seien ein weiteres Zeichen dafür, wie viel Verständigungsarbeit noch geleistet werden müsse.

„Besonders bedauerlich ist, dass die nicht aufgearbeiteten Probleme aus einer für beide Seiten leidvollen Geschichte auch die vielen ermutigenden Ansätze für ein neues Miteinander im direkten persönlichen Kontakt immer wieder überlagern und stören“ sagte Glück. Gerade die vielfältigen Kontakte auf menschlicher und kultureller Ebene

sollten weiter ausgebaut und gefördert werden, so Glück weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Stehle, <?xml:namespace prefix = st1 /???>Pressesprecher

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