Bayerischer Landtag

Umbau des Plenarsaals im Bayerischen Landtag

Dienstag, 1. Juli 2003

Nach Vorberatung und Zustimmung durch die Fraktionen des Bayerischen Landtags hat das Präsidium des Bayerischen Landtags entschieden, den Plenarsaal zu sanieren und ihn entsprechend den zeitgemäßen Mindestanforderungen für einen funktionalen Sitzungssaal umbauen zu lassen. Die Gründe für die Sanierung und den Umbau liegen in der völlig veralteten Elektro- und Klimainstallation des fünfzig Jahre alten Saales. Die Holzkonstruktion des Saalunterbaues entspricht nicht mehr den brandschutzrechtlichen Vorschriften. Die Belichtung des Saales über das bestehende Glasdach ist wegen der veralteten Deckenkonstruktion völlig unzureichend. Die vom Landtag vor Jahren vorgeschlagene Verfassungsänderung sieht ab der im Herbst beginnenden neuen (15.) Wahlperiode nur noch 180 statt 204 Abgeordnete vor.

So ist es möglich, für die Abgeordneten, die in festen Bankreihen bisher sehr beengt saßen, bessere Arbeitsbedingen zu erreichen. Für die Besucher des Landtags soll der Zugang über eine neue Besuchertribüne erleichtert und der gesamte Plenarbereich behindertengerecht gestaltet werden.

Mit dem Umbau wird der Preisträger des Wettbewerbs vom Jahr 2000, Architekt Volker Staab, Berlin, beauftragt. Staab hatte auch die Wettbewerbe für das Neue Museum für Kunst und Design in Nürnberg, für das Museum Schäfer in Schweinfurt und für die Anbauten an der Ostseite des Maximilianeums gewonnen.

Es sind folgende Maßnahmen geplant:

1.Der Plenarsaal wird nur noch 166 Abgeordnetenplätze haben (Planzeichnung s. Anlage). Für die Mitglieder der Staatsregierung werden keine zusätzlichen Abgeordnetenplätze benötigt, weil diese auf der Regierungsbank sitzen. Der Saal wird gedreht, das Präsidium befindet sich künftig nicht mehr an der Westseite sondern an der Ostseite. Der Zugang zum Plenarsaal wird dadurch optimiert.

2.Anstelle der bisherigen Balkone für Besucher und Presse wird an der westlichen Längsseite eine Zentraltribüne mit 160 Plätzen für Besucher, Presse und Ehrengäste errichtet.

3.Der Plenarsaal wird mit einer semitransparenten Lichtdecke ausgestattet. Er erhält eine Teilklimaanlage und eine neue brandsichere Elektroinstallation.

4.Für die Abgeordnetenplätze im Plenarsaal wird ein Möbelmodulsystem mit drehbaren sowie vorwärts und rückwärts beweglichen Stühlen geplant.

5.Für die Zeit der Sanierung des Plenarsaal soll der Senatssaal als Provisorium dienen. Der Senatssaal soll später zu einem multifunktionalen Veranstaltungssaal ausgebaut werden. Das Gemälde von Wilhelm von Kaulbach „Seeschlacht bei Salamis“ an der Rückwand des Plenarsaals wird künftig im Senatssaal Platz finden.

6.Auf einer der Dachflächen des Maximilianeums wird eine Fotovoltaikanlage zur umweltfreundlichen Nutzung der Sonnenenergie errichtet.

7. Die genauen Kosten für das Bauvorhaben werden im Rahmen der Entwurfsplanung (HU - Bau) bis Oktober 2003 ermittelt. Überschlägig berechnet ist mit Baukosten von bis zu 9,5 Mio € zu rechnen.

8.Zeitplanung: Bis Oktober 2003 wird die Entwurfsplanung erstellt. Der Baubeginn ist zu Beginn der Sommerpause 2004 geplant. Die Fertigstellung der Baumaßnahme und der Bezug des Plenarsaals sind im Oktober 2005 nach der Sommerpause vorgesehen.

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