Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück: Ansprache zum Jahreswechsel 2005/2006

Donnerstag, 29. Dezember 2005

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachfolgend erhalten Sie den Text der Ansprache zum Jahreswechsel von Landtagspräsident Alois Glück zu Ihrer Verwendung.

Gleichzeitig bedanke ich mich für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr und wünsche Ihnen für das neue Jahr alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Josef Hasler
Stv.
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Landtagspräsident Alois Glück: Ansprache zum Jahreswechsel 2005/2006
Achtung: Sperrfrist: 29.12.2005, 24.00 Uhr!!!
Frei zur Verwendung für alle Ausgaben am 30.12.2005


Diese Ansprache wird ausgestrahlt im Bayerischen Fernsehen am Freitag, 30.12.2005 um 18.55 Uhr sowie im BR-Hörfunk, Programm Bayern1, am Sonntag, 01.01.2006 um 20.05 Uhr.

Hier die Ansprache im Wortlaut:


„Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger!

„Es gibt so viel Positives in unserem Land, darüber müssen wir mehr reden.“ Das habe ich mir spontan gedacht, als kurz vor Weihnachten die Träger des Bürgerkulturpreises im Bayerischen Landtag von ihren Projekten zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement und Schule“ berichteten. Im Alltag sehen und reden wir aber häufig nur über negative Beispiele, und dann ist das Glas immer „halbleer“, nicht „halbvoll“, und das entmutigt.
„Ermutigen ist eine besonders wichtige Form christlicher Nächstenliebe“, las ich vor Jahren auf einer Spruchkarte. Könnte das nicht auch ein guter Leitspruch für das Jahr 2006 sein?
Innerhalb Deutschlands zieht es viele Menschen nach Bayern. Mehr als uns selbst oft bewusst ist, wird außerhalb unserer Landesgrenzen gesehen: Bayern hat eine besondere Lebensqualität. Dazu gehören als Grundlage die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaats und die damit verbundenen Chancen für die Menschen.
Im übrigen Deutschland wird aber sicher nicht weniger tüchtig gearbeitet. Was macht dann den Unterschied aus?
Eine wichtige Rolle spielt die Qualität der Landespolitik. Sie hat die Weichen gestellt für den Aufstieg Bayerns vom früher ärmsten Bundesland zum jetzt wirtschaftlich stärksten und sichersten. Das werden bei nüchterner Betrachtung auch diejenigen zugeben, die gegenüber der Politik grundsätzlich nur kritisch sind. Denn wer für die Fehler verantwortlich ist, muss dann wohl auch für die positiven Ergebnisse zuständig sein.
Die Entwicklung Bayerns zeigt, dass die Landespolitik weit mehr Gestaltungsmöglichkeiten und Einfluss hat, als gemeinhin angenommen wird. 2006 werden die Aufgaben zwischen Bund und Ländern neu verteilt. Das heißt: Der Bund, aber auch die Länder werden politisch handlungsfähiger. Die Politik in Bayern hat damit noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten, zum Beispiel in der Bildungspolitik. Das ist für unsere Zukunft wichtig.
Was das Leben in Bayern so attraktiv macht, ist aber nicht nur ökonomisch und politisch zu erklären. Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat. So ist es in unserer Verfassung niedergeschrieben, deren 60. Geburtstag wir 2006 begehen. Die Dinge jenseits von Angebot und Nachfrage, wie das soziale Miteinander, die kulturelle Vielfalt, das lebendige Gemeinschaftsleben, sind der besondere Reichtum unseres Landes. Dies alles wird vom bürgerschaftlichen Engagement getragen – das prägt die besondere Lebensqualität Bayerns.
Ob im Ehrenamt oder im Berufsleben, überall gilt: „Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“. Sie sind nicht nur eine Leistungselite, sondern eine Verantwortungselite.
Damit wir angesichts der tief greifenden Veränderungen in unserer Zeit eine gute Zukunft haben, brauchen wir eine starke Leistungskultur, aber ebenso auch eine Sozialkultur im Sinne gelebter Solidarität, in der man sich nicht nur auf den organisierten Sozialstaat verlässt.
Nur modern sein, wäre zu wenig. Bayern darf dabei sein menschliches Gesicht nicht verlieren.
Wie können wir das schaffen?
Es genügt, wenn sich jeder von uns in seinem Aufgaben- und Verantwortungsbereich so verhält, wie wir das etwa vom Automechaniker erwarten, dem wir unseren Wagen beim Kundendienst anvertrauen. Wir erwarten, dass er fachlich auf der Höhe der Zeit ist, dass er sorgfältig arbeitet und auch dort nicht schlampt, wo es nicht auffallen würde. Kurzum: Wir erwarten kompetente, verantwortungsbewusste Arbeit.
Wenn dies als allgemeine Maxime gilt, die sich jeder von uns zum Maßstab nimmt, dann wird unser Land leistungsstärker und menschlicher.

Liebe Mitbürger!
Für das Jahr 2006 wünsche ich uns allen, dass wir von Unglücksfällen und Katastrophen aller Art verschont bleiben.
Ihnen persönlich wünsche ich besonders die Erfahrung guter menschlicher Begegnungen. Das wünsche ich vor allem denen unter uns, die in diesen Tagen unter Einsamkeit, unter Krankheit oder unter persönlichen Enttäuschungen leiden.
Alles Gute und Gottes Segen für das Neue Jahr!“

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