Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück: Papst Johannes Paul II. war prägende Persönlichkeit in Zeiten tiefer Umbrüche

Samstag, 2. April 2005

Landtagspräsident Alois Glück: Papst Johannes Paul II. war prägende Persönlichkeit in Zeiten tiefer Umbrüche - Sein Umgang mit Leiden setzte Hoffnungszeichen für Millionen Gläubige in aller Welt - Mutiger Kämpfer gegen Unrecht und Armut

München – Im Namen des Bayerischen Landtags hat Präsident Alois Glück gegenüber dem Dekan des Kardinalskollegiums, Joseph Kardinal Ratzinger, Trauer und Betroffenheit über die Nachricht vom Tod des Heiligen Vaters zum Ausdruck gebracht. In einem Schreiben an Ratzinger würdigt Glück den verstorbenen Papst Johannes Paul II. als mutige und herausragende Persönlichkeit, die in kaum zu überschätzender Weise die Entwicklungen unserer Zeit positiv beeinflusst habe. „Während seines 27jährigen Pontifikats hat Johannes Paul II. immer wieder eindeutig und unerschrocken für Freiheit und Gerechtigkeit Stellung bezogen und dadurch die weltgeschichtlichen Umbrüche tief geprägt und beeinflusst.“ Die Durchhaltekraft des Papstes und der Umgang mit dem eigenen, persönlichen Leid machten das Wirken Johannes Pauls II. über den Tod hinaus zu einem Zeichen der Orientierung und Hoffnung für viele Menschen, sagte Glück.

„Johannes Paul II. hat in Zeiten der weltgeschichtlichen Umbrüche unüberschätzbare Akzente gesetzt und damit Entwicklungen beeinflusst. So war seine mutige Haltung gegenüber dem Kommunismus wesentlich für das Ende des Kalten Krieges und beschleunigte die Auflösung der kommunistischen Ideologie und ihrer Herrschaft. Diese Haltung des Papstes, der sich auch als „Schutzpatron“ der Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc in seiner polnischen Heimat verstand, war für uns alle, für die ganze Welt von historischer Bedeutung“, sagte Glück.

Weniger beachtet, aber ebenso wirkungsvoll sei das Eintreten des Papstes für die Armen dieser Welt gewesen. „Auf seinen Reisen in alle Kontinente hat der Papst gegenüber den Regierenden und den herrschenden Schichten immer mutig und unmissverständlich Position für die Armen bezogen, jede Art von Unmenschlichkeit verurteilt und deutlich auf die Gefahren hingewiesen, die durch ungezügelten Kapitalismus und flachen Materialismus entstehen.“

„Besonders bedeutsam waren die Initiativen Johannes Pauls II. für eine weit gespannte Ökumene und für die Verständigung zwischen den verschiedenen Weltreligionen. Das Friedensgebet von Assisi bleibt hier ein Meilenstein“, erinnert der Landtagspräsident. Johannes Paul II. habe versucht, gerade durch den Dialog mit den orthodoxen Kirchen, mit Judentum und Islam Spannungen zwischen verschiedenen Kulturen, Religionen und Wertvorstellungen zu entschärfen. „Dies war heilsam und wichtig in einer Welt, in der Religion und Glaube oft auch missbraucht werden, wo Intoleranz und Fanatismus geschürt und damit zu Wurzeln von Konflikten und Kriegen in der Welt werden.“


Mit freundlichen Grüßen
Axel Stehle
Pressesprecher

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