Bayerischer Landtag

„Spurensuche“/ Ausstellung über eine jüdische Schülerin in der Zeit des Nationalsozialismus an der Maria-Theresia-Schule Augsburg/ Eröffnung durch Landtagspräsident Alois Glück am 25.04.2006

Dienstag, 25. April 2006
München - Nach dem Maria-Theresia-Gymnasium und dem Augsburger Rathaus zeigt nun der Bayerische Landtag die Ausstellung „Spurensuche“. Im Zentrum steht das Schicksal von Marianne Weil, einer jüdischen Schülerin an der Maria-Theresia-Schule Augsburg. Sie wurde zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Gertrud im März 1943 nach Auschwitz deportiert. Fotografien, Briefe, Erinnerungen, Dokumente, Zeitzeugeninterviews beschreiben das kurze Leben der Marianne Weil, aber auch politische und soziale Aspekte des Alltags in Augsburg von 1933 bis 1945.

Auf Terminals im Ausstellungsraum sind Videos mit Zeitzeugengesprächen und die Internet-Präsentation der „Spurensuche“ ( http://www.spurensuche.hdbg.de/), die in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayerischen Geschichte entstand, zugänglich. Das Schüler-Projekt „Spurensuche“ dokumentiert daneben im Ausstellungskatalog 200 Biografien jüdischer Schülerinnen an der Augsburger Maria-Theresia-Schule von 1895 bis 1938 und eine Chronik der Schulzeit unter dem NS-Regime.

Als der Projektleiter Peter Wolf 2003 im Unterricht erzählte, dass 1938 kaum mehr jüdische Mädchen an der damaligen Maria-Theresia-Schule waren, weckte dies bei den Schülern großes Interesse, was in der Zeit des Nationalsozialismus an ihrer Schule und um Augsburg passiert war. Dieser Frage ging eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums nach, indem sie sich auf die »Spurensuche« nach den jüdischen Mädchen gemacht hat, die einst ihre seit 1892 bestehende Schule besuchten. Zweieinhalb Jahre forschten und arbeiteten die Schüler an diesem ehrenamtlichen Projekt. Die Projektgruppe „Spurensuche“ ist einer der Preisträger des Victor-Klemperer-Wettbewerbs 2005 und des Bebo-Wager-Preises 2005.

Ausstellungseröffnung „Spurensuche“
am Dienstag, 25. April 2006
um 12.00 Uhr im Foyer Nordbau
des Maximilianeums

Ablauf:
Eröffnung und Begrüßung durch Landtagspräsident Alois Glück
Vorstellung des Projekts durch Marina Bylinsky und Sofia Dratva, Mitglieder der Projektgruppe „Spurensuche“ und Schülerinnen des Maria-Theresia-Gymnasiums (bis 2005)

Die Damen und Herren der Medien sind herzlich zur Ausstellungseröffnung eingeladen.

Das Foto von der Eröffnung kann honorarfrei unter pressesprecher@bayern.landtag.de angefordert werden.

Die Ausstellung „Spurensuche“ ist im Bayerischen Landtag vom 26.4. bis 12.5.2006, jeweils Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 9.00 bis 14.00 Uhr zu sehen. Am 1. Mai ist geschlossen. Eingang über die Ost-Pforte U4 / U5 Max-Weber-Platz, Tram Linie 19 Maximilianeum. Der Eintritt ist frei.

Freundliche Grüße
Michaela Biedersberger, Pressestelle

Seitenanfang