Bayerischer Landtag

Anhörung des Bildungsausschusses zum Thema "Achtjähriges Gymnasium"

Montag, 2. Juli 2007

Der Ausschuss führt am

Donnerstag, 05. Juli 2007
von 09.15 bis 13.00 Uhr im Konferenzsaal


eine Anhörung zum Thema

„Achtjähriges Gymnasium“

durch.

Die Damen und Herren der Medien sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

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Fragenkatalog
(Stand: 26.06.07)

I. Konzept des G8 unter Beachtung der Vorgaben der Kultusministerkonferenz bzw. pädagogische Ausgestaltung des achtjährigen Gymnasiums

1. Welche Gründe gab es für die Einführung des G8 in Bayern?

2. Welchen Bildungsauftrag hat das neue Gymnasium in Bayern?

3. Welche pädagogische Konzeption liegt dem neuen Gymnasium zugrunde?

4. Was sind die wesentlichen Unterschiede des G8 im Vergleich zum alten G9?

5. Welche Anforderungen stellt die Kultusministerkonferenz an das Gymnasium?

6. Werden diese Anforderungen in Bayern erfüllt?

7. Wie hat sich die Übertrittsquote an das Gymnasium seit Einführung des G8 entwickelt?

8. Wie hat sich die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf den Unterricht und die pädagogische Ausrichtung der Schulen ausgewirkt?

9. Ist die Unterrichtsqualität verbessert worden?

10. Welche Auswirkungen hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf die Struktur des bayerischen Bildungswesens?

11. Hat sich der Anteil an schüleraktivierenden Unterrichtsmethoden im G 8 geändert?

12. Die Arbeit in der Schule umfasst nicht mehr nur die Vermittlung kognitiver, emotionaler und kreativer Fähigkeiten, sondern muss sich in zunehmendem Maße um die Herausbildung sozialer Verhaltensweisen und Einstellungen bei den Schülerinnen und Schülern bemühen. In welcher Art und Weise wird dieser Umstand im G 8 berücksichtigt?

13. Ist der Einsatz sog. „moderner Unterrichtsmethoden“ (z.B. Gruppenarbeit, Team-Teaching, Projekte) am G 8 im Vergleich zum G 9 erleichtert oder erschwert worden?

14. Wie bewerten die Expertinnen und Experten der Anhörung generell die Qualität des G 8 hinsichtlich der Anforderungen einer modernen Bürgergesellschaft und der Arbeitswelt?

15. Welche Pläne hat die Staatsregierung bezüglich einer Reform des G 8, wie werden diese Pläne von den beteiligten Gruppierungen jeweils bewertet?

16. Wie sind die Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten im G 8?

17. Wie schätzen die Expertinnen und Experten die Inanspruchnahme von Auslandsaufenthalten bis zur 10. Klasse für die Zukunft ein?

II. Neuer Lehrplan

18. Nach welchen Gesichtspunkten wurde der neue Lehrplan gestaltet?

19. Hat sich der neue Lehrplan bewährt?

20. Erfahrungen: Ist der Lehrplan sinnvoll und umsetzbar? Wo gibt es Schwierigkeiten, welcher Art sind diese Schwierigkeiten und wie können diese beseitigt werden?

21. Welche positiven Erfahrungen gibt es mit dem neuen Lehrplan?

22. Welche Konzeption liegt dem Fach „Natur und Technik“ zugrunde?

23. Hat sich die Einführung des Faches „Natur und Technik“ bewährt und wie wirkt sich das Fach auf das Interesse und die Motivation der Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge aus?

24. Natur und Technik: Wie sind die Erfahrungen mit diesem neuen überfachlichen Konzept? Wird dieses Fach überall fächerübergreifend unterrichtet oder gibt es Fälle, in denen lediglich getrennte Fächer zu einer gemeinsamen Note verrechnet werden?

25. Wie wurde auf die hohe Unzufriedenheit im Fach Englisch reagiert?

26. Welchen Handlungsbedarf sehen die Betroffenen im Bereich Englisch?

27. Wie sind die Erfahrungen mit der 2. Fremdsprache, welche Alternativen können sich die Beteiligten vorstellen?

III. Neue Stundentafeln

28. Nach welchen Gesichtspunkten wurden die neuen Stundentafeln zusammengestellt?

29. Wie unterscheiden sich die Stundentafeln des G8 von den Stundentafeln des G9 qualitativ und quantitativ?

IV. Situation der Schüler: Hausaufgaben, Wiederholer, Stundenbelastung

30. Welche Erfahrungen und Erhebungen gibt es von Seiten des StMUK zum Lehrplan, zu den Stundentafeln und zur Situation der Schülerinnen und Schüler am G8?

31. Wie bewerten Schülerinnen und Schüler des G8 die Verkürzung der gymnasialen Ausbildung von neun auf acht Jahre?

32. Wie haben sich die Wiederholerquoten am Gymnasium seit Einführung des G8 entwickelt?

33. Welche Erfahrungen von Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern sind generell berichtenswert?

34. Sind Leistungssteigerungen bei den Schülerinnen und Schülern zu verzeichnen?

35. Ist der Leistungsdruck gestiegen und wird das nachhaltige Lernen gefördert?

36. Welche Auswirkungen hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf die Arbeitsbelastung der Schülerinnen und Schüler?

37. Gibt es Auswirkungen auf die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler?

38. Gibt es Auswirkungen auf das Freizeitverhalten der Schülerinnen und Schüler?

39. Welche Auswirkungen hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf die Familien?

40. Hat sich durch das G 8 das Familienleben, das Leben der Schülerinnen und Schülern generell verändert?

41. Wie hoch schätzen Eltern ihren Zeitbedarf für Mithilfe bei Hausaufgaben, Schulaufgabenvorbereitung und sonstiger Unterstützung ein?

42. Welche Auswirkungen hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf den außerschulischen Bereich?

43. Wie groß ist der außerschulische Bedarf an Nachhilfe?

44. Gibt es einen erhöhten Nachhilfebedarf?

45. Ist die Hausaufgabenbelastung gestiegen?

46. Wie hat sich die Belastung der Schülerinnen und Schüler insgesamt verändert?

47. Wie groß ist die durchschnittliche Länge eines Schultags (incl. Hausaufgaben sowie schulische Vor- und Nachbereitung) für die Schülerinnen und Schüler?

48. Wie ist die Abstimmung bezüglich Hausaufgabenbelastung, Schulaufgaben etc. unter den Lehrerinnen und Lehrern einer Klasse an der Schule organisatorisch verankert?

49. Gibt es Auswirkungen auf die Sportvereine, Jugendarbeit, kirchliche Jugendarbeit, Musikvereine, Chöre, Orchester?

50. Wie hat sich die Einführung des G8 auf die Zusammenarbeit von Schule und Vereinssport ausgewirkt, insbesondere im Hinblick auf „Sport nach 1“ bzw. die Zahl der Sportarbeitsgemeinschaften?

51. Wie hat sich das ehrenamtliche Engagement der Schülerinnen und Schüler geändert, gab es Veränderungen z.B. bei Sportvereinen, Musikvereinen oder in der ehrenamtlichen Jugendarbeit?

52. Welche zusätzlichen Kosten sind für die Eltern durch das G 8 entstanden (z.B. Mittagsbetreuung, Mittagessen, Nachhilfe etc.)

53. Wie sieht die Versorgung mit aktuellen Lehr- und Lernmitteln aus?

54. Wie bewerten Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer den Inhalt der neuen Lehr- und Lernmittel?

55. Wie hoch ist das Gewicht an Lehr- und Lernmitteln, das Schülerinnen und Schüler täglich tragen müssen?

56. An einer Befragung der Landeselternvereinigung hatten mit Stand vom 20. März 2007 über 50.000 Eltern eine Rückmeldung geschickt. Welche Ergebnisse hat diese Befragung gebracht, wie werden diese Ergebnisse von den Betroffenen und von der Staatsregierung eingeschätzt? Welche konkreten Vorschläge hat die Staatsregierung, um auf die geäußerten Missstände zu reagieren?

V. Nahtstelle G8 / G9

57. Gelingt ein Wechsel vom letzten G-9-Jahrgang in den G-8-Jahrgang? Wo sind die Schwierigkeiten, welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

58. Wie viele „Auffangklassen“ gibt es in Bayern und wie sind sie jeweils organisiert?

VI. Intensivierungsstunden, Wahlunterricht, Begabtenförderung

59. Welche Ziele werden mit den Intensivierungsstunden verfolgt?

60. Wie sind die Erfahrungen zu den Intensivierungsstunden?

61. Welche Fächer werden intensiviert?

62. Wie wird intensiviert? (Fortsetzung des Unterrichts oder spezifische Förderung für starke und schwache Schülerinnen und Schüler)

63. Inwieweit findet in Intensivierungsstunden wirklich Intensivierung statt, oder gibt es Anzeichen dafür, dass sie dazu benutzt werden, den „Stoff durchzubringen“?

64. Wie hoch ist die durchschnittliche Schülerinnen- bzw. Schülerzahl während der Intensivierungsstunden?

65. Wie wird der Umstand bewertet, dass in den oberen Klassen die Intensivierungsstunden nicht mehr verpflichtend für alle Schülerinnen und Schüler sind?

66. Wie hat sich das Angebot an Wahlunterricht verändert (Wochenstunden insgesamt und Wochenstunden pro Schule)?

67. Welche Möglichkeiten bestehen in der Oberstufe, Sport als Wahlfach zu nehmen?

VII. Arbeitsorganisation / Unterrichtsversorgung / Unterrichtsausfall

68. Welche Veränderungen gab es im Arbeitsablauf der Lehrerinnen und Lehrer?

69. Welche Auswirkungen hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf die Lehrerkollegien in den Schulen?

70. Gibt es Auswirkungen auf die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer?

71. Wie hat sich die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer verändert?
72. Ist der Bedarf an zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern gedeckt?

73. Reicht die Versorgung mit Lehrkräften aus?

74. Wie hoch ist der zusätzliche Lehrerinnen- bzw. Lehrerbedarf bis zum Abitur?

75. Gibt es genügend Räume und Schreibtische, um Lehrerinnen und Lehrern ein Angebot für konzentrierte und ungestörte Arbeit während evtl. auftretender Lücken im Stundenplan zu ermöglichen?

76. Gibt es seit Einführung des G 8 einen veränderten Fortbildungsbedarf für die Lehrerinnen und Lehrer?

77. Sind die Klassenzimmer groß genug? Gibt es genügend Gruppenräume, Kleingruppenräume und Räume für Stillarbeit? Ist die räumliche Situation insgesamt zufrieden stellend im Hinblick auf die Zukunft?

78. Welche Fächer werden überwiegend gebraucht? Gibt es genügend Studierende, gibt es eine Liste mit Mangelfächern?

79. Welche Maßnahmen wären aus Sicht der Expertinnen und Experten geeignet, mehr Lehrerinnen und Lehrer für den Schuldienst zu werben?

80. Unterrichtliche Versorgung bei Krankheitsfällen, insbesondere im Winter bei Grippewellen etc.: Wie haben sich die Zahlen bezüglich Unterrichtsausfall entwickelt?

81. Wie hat sich die durchschnittliche Klassenstärke im G 8 entwickelt?

82. Wie viel Prozent der Klassen hat mehr als 30 Schülerinnen bzw. Schüler, wie viel befinden sich im Bereich zwischen 25 und 30 Schülerinnen und Schülern, wie hoch ist der Prozentanteil der Klassen mit 20 bis 25 Schülerinnen und Schülern?

83. Welche Klassenstärke ist in welchem Zeitraum anzustreben?

VIII. Nachmittagsunterricht / Mittagsbetreuung / Konnexität

84. War bereits im alten G9 Nachmittagsunterricht erforderlich?

85. Hat sich die Situation der Mittagsversorgung im Vergleich zu G9 verbessert?

86. Wie viele Gymnasien bieten ein Mittagessen an?

87. An wie vielen Gymnasien existiert eine Mittagsbetreuung?

88. Wäre das G8 als Ganztagsschule in gebundener Form die bessere Lösung?

89. Wie viele Gymnasien haben sich das Konzept einer gebundenen Ganztagsschule gegeben?

90. An wie vielen Gymnasien gibt es kein Mittagessen und keine Mittagsbetreuung?

91. Gibt es im Rahmen der Ganztagsschule Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen?

92. Wie stellen sich Schülerinnen und Schüler und Eltern die „optimale Ganztagsschule“ vor? Was müsste getan werden, um diese Zielvorstellung zu erreichen?

93. Welche Erfahrungen wurden mit der Beförderung von Schülerinnen und Schülern gemacht?

94. Wie lange sind die Schülerinnen und Schüler mit dem Bus unterwegs?

95. Gelingt es immer, den Schülerinnen und Schülern direkt nach dem Unterricht eine Beförderungsmöglichkeit anzubieten, wie lange sind die Wartezeiten auf die nächste Beförderungsmöglichkeit?

96. Haben sich die Kosten für die Schülerinnen und Schülerbeförderung erhöht und reicht die Kompensation durch die Staatsregierung aus?

97. Wie bewerten die Sachaufwandsträger die Genehmigungspraxis bei den IZBB-Mitteln?

98. Wurde bei der Einführung des G8 das Konnexitätsprinzip berücksichtigt?

99. Wurde aus Ihrer Sicht der Umstand der Konnexität hinreichend beachtet?

100. Welche Auswirkungen hat die Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf die Sachaufwandträger im Hinblick auf die finanziellen und organisatorischen Herausforderungen?

101. In welcher Höhe müsste aus Sicht der Sachaufwandsträger finanziell nachgebessert werden, um dem Umstand der Konnexität beim Bau von Ganztagsschulen umfassend Rechnung zu tragen?

IX. Neue gymnasiale Oberstufe

102. Welches Konzept liegt der neuen gymnasialen Oberstufe und der neuen Abiturprüfung zugrunde?

103. Welche Vorteile und Freiräume bietet die neue gymnasiale Oberstufe den Schülerinnen und Schülern?

104. Wie wird sich mit der Oberstufenreform die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer ändern?

105. Wie werden die bereits bekannten Pläne des Kultusministeriums von den beteiligten Gruppen bewertet?

106. Wie wird die stärkere Studien- und Berufsorientierung in der neuen gymnasialen Oberstufe umgesetzt?

107. Mit den Seminarfächern I und II soll wissenschaftliches Arbeiten ermöglicht sowie der Berufsbezug hergestellt werden. Wird die Oberstufenreform durch eine vorgeschriebene Obergrenze in der Klassengröße diesem Umstand Rechnung tragen? Wie groß darf jeweils eine Klasse sein, um sinnvoll arbeiten zu können?

X. Doppelter Abiturientenjahrgang

108. Welche Planungen gibt es zum doppelten Abiturjahrgang 2011?

109. Welche Vorschläge gibt es, den doppelten Abiturjahrgang zu organisieren und wie werden diese Vorschläge jeweils von den Betroffenen bewertet?

110. Wie werden die Universitäten auf die Aufnahme der doppelten Abiturjahrgänge vorbereitet?

111. Wird es mehr Geld und mehr Stellen geben?

112. Wie viele Studienplätze werden für den doppelten Abiturjahrgang in Bayern an den Hochschulen und Fachhochschulen zusätzlich bereitgestellt?

XI. Übertritte an Haupt- und Realschule

113. Wie hat sich die Zahl der Übertritte im G 8 an Haupt- und Realschule in den verschiedenen Jahrgangsstufen im Vergleich zum G 9 entwickelt?

114. Welche Hilfen erhalten Schülerinnen und Schüler, die vom G 8 an Haupt- oder Realschule übertreten, damit sie den Anforderungen dort gewachsen sind?

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Expertenverzeichnis
(Stand: 29.06.07)


Professor Dr. Dorit Bosse
Professur für Gymnasialpädagogik, Institut für Pädagogik der Julius-Maximilians-Universität, Würzburg

Felix Carls
1. Schülersprecher, Ammersee-Gymnasium, Dießen

Günter Franzen
Zuständiges Mitglied für den Bereich Sport in Schule und Verein im BLSV-Präsidium, Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend, München

Ministerialrat Walter Gremm
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München

Elisabeth Härtl
Landesvorstand der Landesschülervertretung - Landesvereinigung der bayerischen Bezirksschülersprecher e. V., München

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang A. Herrmann
Präsident der TU München, Vertreter der Universität Bayern e. V., München

Direktor Michael Hiltl
Bayerischer Landkreistag, München

Studienrat Andreas Keim
Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium, Münnerstadt

Thomas Lillig
Vorsitzender der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e. V., München

Oberstudiendirektorin Barbara Loos
Vorsitzende der Vereinigung der Direktoren der Bayerischen Gymnasien e. V., Vorsitzende der Bundesdirektorenkonferenz, Germering

OberbürgermeisterinGudrun Grieser
Bayerischer Städtetag, Schweinfurt

Studiendirektor Max Schmidt
Erster Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, München

Oberstudiendirektor Gert Weiß
Emmy-Noether-Gymnasium, Erlangen

Klaus Wenzel
Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes e. V., München



Freundliche Grüße
Josef Hasler, Stv. Pressesprecher

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