Bayerischer Landtag

Anhörung des Hochschulausschusses zur Situation der wissenschaftlichen Bibliotheken in Bayern

Donnerstag, 8. Februar 2007

Der Ausschuss führt am

Mittwoch, 14. Februar 2007
von 09.30 bis 12.30 Uhr im Konferenzsaal

eine Anhörung zur

Situation der wissenschaftlichen Bibliotheken in Bayern

durch.

Die Damen und Herren der Medien sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

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Fragenkatalog
(Stand: 01.02.2007)

Allgemeine, strukturelle Fragen

1. Hat sich das Konzept zur Optimierung des Ressourceneinsatzes im Bereich der Literatur- und Informationsversorgung der bayerischen Hochschulen als struktureller Lösungsansatz bewährt (vgl. Beschlüsse des Landtags vom 26.06.2001, LT-Drs. 14/7000, 14/6982)? Welche Synergiegewinne entstehen konkret durch den „kooperativen Leistungsverbund“? Was ist zu tun, um die Funktionsfähigkeit dieses Verbundes dauerhaft zu gewährleisten?

2. Worin liegen die Erfolge des Bayernkonsortiums? Inwieweit sind die Voraussetzungen für dessen künftige Sicherung gegeben?Wissen ist längst globalisiert über Literaturdatenbanken organisiert. Ist im Zuge der Sicherstellung des Wissensstandortes Bayern geplant – analog zu anderen Bundesländern – mit Landeslizenzen eine Grundversorgung sicher zu stellen?

3. Wie hat sich die Virtuelle Bibliothek Bayern seit 2002 entwickelt (vgl. Beschlüsse des Landtags vom 26.06.2001, LT-Drs. 14/6998, 14/6999, 14/6984).

4. Inwieweit sind die Voraussetzungen für die künftige Sicherung und Weiterentwicklung der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO) gegeben?

5. Welche Folgen ergeben sich aus der Digitalisierung?

6. Inwieweit entsprechen die Mittel, die den wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns für die Bestandserhaltung bereitgestellt werden, dem Bedarf zur Sicherung der vom Papierzerfall bedrohten Bestände?

7. Welche Leistungen erbringen die bayerischen wissenschaftlichen Bibliotheken konkret für die Studierenden, insbesondere für die Unterstützung zügigen Studierens, vor allem mit Blick auf die zukünftig stark steigenden Studierendenzahlen? Wie sollen die Bibliotheken bei den im Rahmen des „Hochschulpakts 2020“ bereit gestellten Mitteln berücksichtigt werden? Welche Folgen hat die neue Verankerung der Bayerischen Staatsbibliothek in Art. 16 Abs. 1 Satz 2 des Bayerischen Hochschulgesetzes?

8. Welche Rolle spielen kommunale und regionale Bibliotheken für den wissenschaftlichen Bibliotheksbedarf?

9. Inwieweit können die wissenschaftlichen Bibliotheken ihren Auftrag aus dem Bayerischen Hochschulgesetz als Infrastruktureinrichtungen der Universitäten und Fachhochschulen mit den jetzigen Mittelzuweisungen und dem derzeitigen Personal erfüllen, insbesondere unter Berücksichtigung der steigende Studierendenzahlen, der neuen Abschlüsse und der Internationalisierung der Studiengänge?

10. Welche Anforderungen haben sich aus den Forderungen der HRK und der KMK zur Neuordnung des Publikationswesens der Hochschulen bei den Bibliotheken ergeben? Welche landesweite Unterstützung erfahren Open-Access-Initiativen an den Hochschulen?

Spezielle Fragen

1. Bayerische Staatsbibliothek (BSB)

a) Wie hat sich das Benutzerszenario der BSB entwickelt?

b) Wie hat sich die Situation des Haushalts der BSB (Stellen und Mittel) entwickelt?

c) Welche übergeordneten landesweiten Aufgaben nimmt die BSB wahr? Wie hoch ist insoweit ihre Belastung?

d) Welche Strategie verfolgt die BSB für die Zukunft?

2. Universitätsbibliotheken

a) Wie hat sich das Benutzerszenario der Universitätsbibliotheken entwickelt?

b) Wie hat sich die Situation des Haushalts der Universitätsbibliotheken (Stellen und Mittel) entwickelt?

c) Die stark wachsende Monopolisierung der Verlage und damit auch der Inhalte führt zu exorbitant steigenden Kosten für einzelne erfolgreiche Titel und jährlichen Preissteigerungsraten von durchschnittlich 8% in den Naturwissenschaften, aufsetzend auf dem Niveau der 90er Jahre, das damals jährliche Raten von bis zu 20% aufwies. Wie reagieren die Universitätsbibliotheken auf diese Entwicklungen?

d) Intensität und Breite der Forschung nehmen an den bayerischen Universitäten immer mehr zu. Die jährliche Steigerungsrate der Literaturproduktion liegt weltweit bei mindestens 3,5 %. Können die Universitätsbibliotheken bei gleich bleibenden Etats die neuen Wissensfelder überhaupt abdecken und gleichzeitig die Literatur für die alten Fächer noch bezahlen?

e) Welche Strategie verfolgen die Universitätsbibliotheken für die Zukunft? Dabei sind auch Baumaßnahmen und insbesondere der künftige Anstieg der Studierendenzahlen zu berücksichtigen.

f) Welche Veränderungen werden durch die Einnahmen aus Studienbeiträgen erwartet?

g) Inwieweit sind die Universitätsbibliotheken in die Veränderungen aufgrund des Bologna-Prozesses einbezogen?

3. Fachhochschulbibliotheken

a) Wie hat sich das Benutzerszenario der Fachhochschulbibliotheken entwickelt?

b) Welche neuen innovativen Dienste haben die Fachhochschulbibliotheken in den letzten Jahren angeboten und wie hat sich die Benutzung in den Fachhochschulbibliotheken entwickelt?

c) Wie hat sich die Situation des Haushalts der Fachhochschulbibliotheken (Stellen und Mittel) – auch im Verhältnis zu den anderen Bundesländern - entwickelt?

d) Zur Serviceverbesserung werden den Universitätsbibliotheken seit Jahren zentrale (Sonder-) Mittel zum Beispiel für die Verlängerung der Öffnungszeiten oder den Ausbau der Lehrbuchsammlung zur Verfügung gestellt. Warum gibt es keine Mittel für die Fachhochschulbibliotheken?

e) Welche Strategie verfolgen die Fachhochschulbibliotheken für die Zukunft? Dabei ist insbesondere das Ziel, dass künftig ca. 40% aller Hochschulabsolventen ein Fachhochschulstudium absolviert haben, zu berücksichtigen.

Sind zentrale Sondermittel z. B. für den Ausbau der Lehrbuchsammlung oder für die Verlängerung der Öffnungszeiten geplant?

f) Welche Veränderungen werden durch die Einnahmen aus Studienbeiträgen erwartet?

g) Inwieweit sind die Fachhochschulbibliotheken in die Veränderungen aufgrund des Bologna-Prozesses einbezogen?

h) Wie stellt sich die Etatsituation der neu gegründeten Fachhochschulbibliotheken nach dem Auslaufen der HBFG-Grundbestandsmittel dar?

i) Bezieht man das den Fachhochschulbibliotheken zur Verfügung stehende Etatgesamtvolumen – unter Ausschluss der Bibliotheken, die im Jahr 2007 noch HBFG-Mittel erhalten – auf das neu verabschiedete Etatbedarfsmodell, wie hoch ist der Fehlbedarf im Jahr 2007?

j) Wie stellt sich das Anforderungsprofil der Fachhochschulbibliotheksleiter heute und zukünftig dar und werden die Aufgaben der Fachhochschulbibliotheksleiter sachgerecht bewertet?

Expertenverzeichnis
(Stand: 08.02.2007)

Akad. Dir. Dr. Hartmut Beister
Sprecher des Vorstands der Landesvertretung Akademischer Mittelbau, LMU München

Dr. Jürgen Bunzel
Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn

Dr. Rolf Griebel
Generaldirektor der Bayer. Staatsbibliothek, München

Sabine Guhl
Leiterin der Regionalbibliothek Weiden

Dr. Wolfram Neubauer
Direktor der ETH-Bibliothek, Zürich

Sebastian Roloff
Vorsitzender des studentischen Konvents an der Universität Regensburg

Johann Schelle
Kanzler der FH Weihenstephan, Freising

Doris Schneider
Leiterin der FH-Bibliothek und Sprecherin der bayerischen FH-Bibliotheken, Ingolstadt

Mareen Schöll
Studentin an der FH Ingolstadt, Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen, Freystadt

Dr. Karl Südekum
Direktor der Universitätsbibliothek Würzburg, Sprecher der Direktoren der bayerischen Universitätsbibliotheken

Manfred Walter
Leiter der Hochschulbibliothek der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

Prof. Dr. Wolfgang E. J. Weber
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Europäische Kulturgeschichte u. a., Augsburg

Dr. Christoph Weisz
Leiter der Bibliothek, Institut für Zeitgeschichte München

Prof. Dr. Alf Zimmer
Rektor der Universität Regensburg

Freundliche Grüße
Josef Hasler, Stv. Pressesprecher

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