Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück verleiht Jahrespreise 2006 des Bayerischen Clubs an acht Abiturientinnen und Abiturienten aus Bayern, am Dienstag, 6.2.2007

Dienstag, 6. Februar 2007
München – „Als Garant für die Pflege bayerischer Identität, Kultur und Tradition“, bezeichnet Landtagspräsident Alois Glück den Bayerischen Club, der seit dem Jahr 2000 Facharbeiten von Abiturienten prämiert. Landtagspräsident Alois Glück übernimmt die Verleihung der Preise des Jahres 2006 an acht Abiturientinnen und Abiturienten am Dienstag, 6. Februar 2007 um 14.30 Uhr im Lesesaal des Maximilianeums. Der Präsident des Bayerischen Clubs, Prof. Albert Scharf, wird die Preisträger würdigen. Für das Staatsministerium für Unterricht und Kultus wird Staatssekretär Karl Freller ein Grußwort sprechen.
In diesem Jahr werden vier Abiturientinnen und vier Abiturienten ausgezeichnet, die sich in ihren Facharbeiten im Rahmen des Abiturs mit einem weiten Spektrum bayerischer Themen befasst haben. Neben dem mit 1.500 Euro dotierten Landespreis 2006 werden noch sieben Preise (à 750 Euro) an Preisträger aus verschiedenen Regierungsbezirken verliehen. Die ausgezeichneten Arbeiten (s. Anlage) wurden aus Vorschlägen von bayerischen Gymnasien für die Stiftung Maximilianeum durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus gemeinsam mit dem Bayerischen Club ausgewählt.

Das Anliegen des 1925 gegründeten Bayerischen Clubs ist es, bayerische Identität, bayerische Kultur und bayerische Traditionen zu pflegen und zu fördern. Im Sinne dieses Ziels bieten die alljährlich an Abiturienten verliehenen Preise des Bayerischen Clubs einen zusätzlichen Anreiz, sich mit Themen der bayerischen Kultur zu beschäftigen.

Verleihung des Jahrespreises 2006 des Bayerischen Clubs
durch Landtagspräsident Alois Glück
Dienstag, 6. Februar 2007, 14:30 Uhr
Lesesaal, Maximilianeum

Alle Medienvertreter sind zur Preisverleihung herzlich eingeladen.

Pressefotos und Texte zu den Preisträgern erhalten Sie über die Landtags-Pressestelle
> E-Mail: pressesprecher@bayern.landtag.de.

Freundliche Grüße
Michaela Biedersberger, Pressestelle


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Landespreisträger – Preis dotiert mit je 1.500 Euro

Mittelfranken: Max Reinhardt
Willstätter-Gymnasium Nürnberg
„Richard Willstätter – Leben und Werk eines Nobel­preisträgers“
(Chemie)



Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Max Reinhardt, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Richard Willstätter – Leben und Werk eines Nobelpreisträgers“ hat Max Reinhardt in beispielhafter Weise Literaturrecherche betrieben, um eine möglichst exakte und detailgetreue Rekonstruktion der äußeren Lebensumstände wie auch der Forschertätigkeit des Chemie-Nobelpreisträgers Richard Willstätter zu geben. Trotz der im Grundkurs Chemie nur wenig vertieften chemischen Ausbildung hat der Verfasser die schweren chemischen Zusammenhänge vollständig erfasst sowie folgerichtig, übersichtlich und nachvollziehbar dargestellt. Beginnend beim detaillierten Inhaltsverzeichnis, über einen flüssigen Sprachstil, verbunden mit einer folgerichtigen, detailgenauen und sehr sachbezogenen Arbeit lässt Max Reinhardt beim Lesen nie Langeweile aufkommen.

Preisträger – Preise dotiert mit je 750 Euro

Oberbayern-Ost: Axel Lechner
Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien
„ ‚Rotulae ex Chiemsee’ –
Die Totenrotel des Herrenchiemseer Propstes Floridus Rappel (1688-1759)“
(Latein)

Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Axel Lechner, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Rotulae ex Chiemsee – Die Totenrotel des Herrenchiemseer Propstes Floridus Rappel (1688-1759)“ hat Axel Lechner eine außerordentlich schwierige Aufgabe übernommen, die das Anspruchsniveau einer Facharbeit bei weitem übersteigt. Der Verfasser hat den Nachruf auf den verstorbenen Propst Floridus Rappel auf der Grundlage lateinischer Originaldokumente aus dem 18. Jahrhundert, die zudem schwierige lateinische Passagen beinhalten, souverän ins Deutsche übersetzt und kommentiert und den Text somit interessierten Lesern erstmals zugänglich gemacht.

Oberbayern-West: Miriam Triebel
Katharinen-Gymnasium Ingolstadt
„Einzelhandelsgroßprojekte aus Sicht der Raumplanung – Beispiel FOC ‚Ingolstadt Village’ ”
(Geographie)

Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Miriam Triebel, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Einzelhandelsgroßprojekte aus Sicht der Raumplanung – Beispiel FOC Ingolstadt Village“ beschreibt Miriam Triebel das Ingolstädter Direktverkaufszentrum, auch Factory Outlet Center (FOC) genannt. Diese Angebotsform ist in der Bundesrepublik Deutschland bislang wenig verbreitet. Die Verfasserin beschreibt den Unterschied zum traditionellen Einkaufszentrum und analysiert durch einen stringenten Aufbau das Phänomen „Ingolstadt Village“. Nicht nur aus den zu dem Thema vorliegenden Publikationen erarbeitete Miriam Triebel eine inhaltlich und sprachlich überzeugende Arbeit. Mit Fotos, Diagrammen und Karten, einer empirischen Untersuchung sowie einem eigens produzierten Film veranschaulicht sie ihre geowissenschaftliche Arbeit.

Niederbayern:Christina Steiger
Gabelsberger-Gymnasium Mainburg
„Beschreibung von histori­schen Monumenten und kunsthistorisch interessan­ten Denkmälern in Form eines Radführers“
(Geschichte)

Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Christina Steiger, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Radeln durch die Hallertau – Beschreibung von historischen Monumenten und kunsthistorisch interessanten Denkmälern in Form eines Radführers“ entwickelt Christina Steiger drei Radtouren, die sich an kunsthistorischen Denkmälern aus verschiedensten Epochen orientieren. In ihrer informativen und unterhaltsamen Facharbeit werden einzelne Sehenswürdigkeiten der Hallertau nicht nur kunstgeschichtlich beschrieben, sondern auch allgemeinhistorische Ausführungen und Anekdoten sowie Sagen dargeboten. Zahlreiche selbst angefertigte Fotoaufnahmen, die durchweg einen passenden Bezug zum Text aufweisen, sowie nachvollziehbare Wegbeschreibungen, Landkarten und ein Gaststättenverzeichnis runden die sprachlich gut lesbare Arbeit ab.

Oberpfalz: Bernd Rosenhammer
Staatl. Gymnasium Neutraubling
„Die navis lusoria „Regina“ – Der geschichtliche Hinter­grund zur römischen Fluss­schifffahrt und die experi­mentelle Rekonstruktion des Schiffes in Regensburg“
(Latein)

Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Bernd Rosenhammer, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Die navis lusoria „Regina“ – der geschichtliche Hinter­grund zur römischen Fluss­schifffahrt und die experi­mentelle Rekonstruktion des Schiffes in Regensburg“ entwirft Bernd Rosenhammer in sachlicher, klarer Sprache ein einprägsames Bild des römischen Flottenwesens in Germanien sowie des Nachbaus und der Erprobung des in Mainz gefundenen römischen Schiffswracks. Anschaulich und knapp vermittelt der Verfasser einen informativen Einblick in den historischen Hintergrund, der es erst ermöglicht, das Experiment einzuordnen. Neben der herangezogenen Fachliteratur, die er besonnen ausgewertet hat, dienten ihm Gespräche mit Verantwortlichen des Experiments und eigene Erfahrungen bei einer Probefahrt auf dem Römerschiff als Quellen der Facharbeit.

Oberfranken: Martina Stadler
Luisenburg-Gymnasium Wunsiedel
„Die Luisenburg-Festspiele – Wirtschaftsfaktor oder unfinanzierbarer Luxus für Wunsiedel?“
(Wirtschaft und Recht)

Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Martina Stadler, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Die Luisenburg-Festspiele – Wirtschaftsfaktor oder unfinanzierbarer Luxus für Wunsiedel?“ setzt sich Martina Stadler aus ökonomischer Perspektive mit der Bedeutung der traditionellen Festspiele im Fichtelgebirgsraum auseinander. Analytisch verbindet sie ihre überzeugende Arbeit mit der Geschichte, indem sie die lange Tradition der Luisenburg-Festspiele als Quelle eines wirtschaftlich verwertbaren positiven Images herausstellt. Mit eigenen Erhebungen und einem bemerkenswerten Rechercheaufwand zur wirtschaftlichen Entwicklung ist ihr eine überzeugende Auswertung der Daten und Fakten zu den Luisenburg-Festspielen gelungen.

Unterfranken: Nicola Frankenberger
Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium Lohr am Main
„Bestimmung des Chemi­schen Sauerstoffbedarfs verschiedener Wasserpro­ben und Erstellung einer Gewässergütekarte für den Raum Lohr am Main an­hand dieser Ergebnisse“
(Chemie)

Prof. Albert Scharf (Präsident Bayerischer Club), Nicola Frankenberger, Alois Glück (Landtagspräsident)

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Bestimmung des Chemischen Sauerstoffbedarfs verschiedener Wasserproben und Erstellung einer Gewässergütekarte für den Raum Lohr am Main anhand dieser Ergebnisse“ führte Nicola Frankenberger sehr aufwändige chemische Experimente, denen ein sorgfältiges Quellenstudium vorausging, an Wasserproben aus zwölf verschiedenen Messstellen im Raum Lohr durch. Nach den Regeln der Logik arbeitete sie sich durch die vielen Literaturquellen, die als Grundlage für ihre experimentelle Arbeit dienten, um eine bestmögliche Versuchsplanung zu erreichen. In ihrer Facharbeit werden die Ergebnisse, die exemplarisch an einem Beispiel aus den Messwerten berechnet werden, übersichtlich dargestellt.

Schwaben: Thomas Weig
Bodensee-Gymnasium Lindau
„Wahrscheinlichkeiten beim ‚Bayerischen Schafkopf’ “
(Mathematik)

Herr Weig konnte aufgrund einer Klausurarbeit nicht an der Preisverleihung teilnehmen.

Aus der Begründung von Professor Scharf: Unter dem Titel „Wahrscheinlichkeiten beim ‚Bayrisch Schafkopf’ “ untersucht Thomas Weig das Spiel auf der Basis häufig vorkommender Blattverteilungen aus wahrscheinlichkeitstheoretischer Sicht. Stringent und logisch gliedert er seine Untersuchung, indem er strategisch an einer speziellen Kartenhand die Lösung für die jeweilige Spielsituation sucht. Die flüssige Sprache lässt erkennen, dass sich der Verfasser mit großem Interesse und Engagement mit dem gestellten Thema auseinandersetzt.

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