Bayerischer Landtag

Landtagspräsident Alois Glück präsentiert Dokumentation „Opfer und Verfolgte des NS-Regimes aus bayerischen Parlamenten“...

Dienstag, 29. Januar 2008

... Glück: Namen, Schicksale und Vermächtnis der Nazi-Opfer dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Vergessen und Verdrängen schwächen die gebotene Wachsamkeit gegenüber Gefährdungen unserer Demokratie“/ Computer-Terminal im Landtag und Online-Datenbank ermöglichen individuelle Recherchen über 315 Opferbiographien

München – „Die Namen, die Schicksale und das Vermächtnis der Nazi-Opfer aus bayerischen Parlamenten dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Die Erinnerung an das Geschehene weiterzugeben, ist eine bleibende Aufgabe. Denn Vergessen und Verdrängen schwächen die gebotene Wachsamkeit gegenüber Gefährdungen unserer Demokratie“, so Landtagspräsident Alois Glück heute, 29.1.2008, bei der Präsentation der Dokumentation „Opfer und Verfolgte des NS-Regimes aus bayerischen Parlamenten“ im Maximilianeum. Die in zweijähriger Forschungsarbeit vom Haus der Bayerischen Geschichte sowie dem Institut für Zeitgeschichte im Auftrag des Bayerischen Landtags gemeinsam erstellte Dokumentation enthält individuell recherchierbare Opfer-Biographien von derzeit 315 bayerischen Parlamentariern, die unter der Nazi-Diktatur gelitten haben.

Die Dokumentation ist ab sofort dauerhaft an einem Computer-Terminal im Kreuzgang des Bayerischen Landtags sowie online abrufbar unter "Opfer und Verfolgte des NS-Regimes". Sie ergänzt eine im Mai 2007 im Maximilianeum angebrachte Gedenktafel. Dokumentation und Gedenktafel sollen dazu beitragen, die Erinnerung an den demokratischen Widerstand in Bayern gegen die nationalsozialistische Diktatur wach zu halten. Grundlage für diese besondere Form des Gedenkens ist ein von allen drei Landtagsfraktionen im Januar 2005 gemeinsam angenommener Dringlichkeitsantrag.

Die Dokumentation „Opfer und Verfolgte des NS-Regimes aus bayerischen Parlamenten“ ist das umfassendste Projekt dieser Art in einem deutschen Landesparlament. Im Rahmen der gut zweijährigen Forschungsarbeiten wurde unter anderem in mehr als 170 Instituten und Archiven recherchiert. Derzeit enthält die Dokumentation 315 alphabetisch geordnete Opfer-Biographien von bayerischen Parlamentariern. Die Dokumentation ist benutzerfreundlich angelegt und ermöglicht individuelle Recherchen, zum Beispiel nach Namen, Schadenskategorien, Stimmverhalten beim so genannten Bayerischen Ermächtigungsgesetz 1933, Parteizugehörigkeit. Aber auch Beruf, Ort, Wahl- und Stimmbezirke sowie Geschlecht können abgefragt werden.

Freundliche Grüße
Axel Stehle, Pressesprecher

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