Bayerischer Landtag

Bayerisches Chemiedreieck präsentiert sich im Landtag

Dienstag, 30. Juni 2009

Präsidentin Barbara Stamm: „Ein Leuchtturm in der Chemielandschaft“ – Unternehmer drängen auf bessere Infrastruktur


München. Drei Wochen lang stellt sich das Bayerische Chemiedreieck zwischen Inn und Salzach der Öffentlichkeit vor: Eine Ausstellung im Bayerischen Landtag porträtiert bis zum 17. Juli 2009 eine der wirtschaftlich stärksten Regionen Bayerns und einen Schwerpunkt der chemischen Industrie im Süden Deutschlands. Im Mittelpunkt stehen die 18 Unternehmen, die sich zur Initiative ChemDelta Bavaria zusammengeschlossen haben. Landtagspräsidentin Barbara Stamm sprach bei der Ausstellungseröffnung am Dienstag, 30. Juni 09 von einem „Leuchtturm in der Chemielandschaft.“ Dr. Rudolf Staudigl, Vorsitzender der Bayerischen Chemieverbände und Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, appellierte an die Politiker, für eine bessere Infrastruktur im südöstlichen Oberbayern zu sorgen.


Nahezu 75 000 Beschäftigte in der Region zwischen Inn und Salzach sind direkt oder indirekt mit diesem Wirtschaftszweig verbunden. Die Produkte aus dem Bayerischen Chemiedreieck werden in die gesamte Welt exportiert. Exponate, Schaubilder und verschiedene Präsentationen veranschaulichen die Produktpalette und die Absatzmärkte. Mit mehr als acht Milliarden Euro Jahresumsatz bildet das bayerische Chemiedreieck einen Schwerpunkt der chemischen Industrie im Süden Deutschlands und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen in Bayern, stellte Landtagspräsidentin Barbara Stamm anerkennend fest.


Die Ausstellung im Maximilianeum hat auch das Ziel, den Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Prosperität und öffentlichen Infrastrukturmaßnahmen aufzuzeigen. Ein Beispiel dafür ist die Ethylen-Pipeline von Ludwigshafen in das Chemiedreieck, das damit an das nordwesteuropäische Pipelinenetz angeschlossen wird. Der Bayerische Landtag hat das Projekt maßgeblich unterstützt und dafür auch Fördermittel bereit gestellt. Die Folge war ein bisher nie gekannter Investitionsboom in der Region, berichtete Dr. Rudolf Staudigl, der Vorsitzende der Bayerischen Chemieverbände. Produktionskapazitäten wurden erweitert, neue Anlagen gebaut, Arbeitsplätze geschaffen und die Zukunft der Region nachhaltig gesichert. „Die Ethylen-Pipeline Süd zeigt geradezu lehrbuchhaft, wie öffentliche Hand und private Wirtschaft in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und den Wohlstand einer ganzen Region sicherstellen“, betonte Staudigl.

Ein ähnlich zupackendes Handeln des Staates wünscht sich der Unternehmer auch beim schwerwiegendsten Standortnachteil, mit dem das südöstliche Oberbayern nach wie vor konfrontiert sei: der mangelhaften Verkehrsanbindung. „Wer Wachstum will, muss auch mit wachsenden Verkehrsmengen planen“, lautete der Appell des Redners. Die Bahnanbindung über die Strecke München-Mühldorf-Freilassing, einschließlich der Abzweigung Tüßling-Burghausen, müsse endlich vollständig ausgebaut und elektrifiziert werden. Staudigl hofft auch, dass es nach mehr als drei Jahrzehnten Planung und Diskussion mit der A 94 endlich weitergeht: „Straßen und Schienen sind die Lebensadern einer globalisierten Wirtschaft!“


Die Ausstellung im Foyer des Nordbaus hat den Titel „Dynamik und Perspektive – gemein-sam die Zukunft der Region sichern.“ Erstmals stellt sich die Initiative ChemDelta Bavaria mit ihren insgesamt 18 Mitgliedsunternehmen der chemischen Industrie im Südosten Bayerns den politischen Entscheidungsträgern des Freistaats Bayern und einem überregionalen Publikum vor.
/hw

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