Bayerischer Landtag

Journalist Wolfgang Hauskrecht gewinnt begehrten Schafkopf-Oscar

Donnerstag, 19. März 2009
84 Teilnehmer beim Parlaments- und Medien-Schafkopfen 2009 im Maximilianeum – Landtagspräsidentin Barbara Stamm lobt verbindenden Charakter des bayerischen Traditionsspiels
Der Journalist Wolfgang Hauskrecht vom „Münchner Merkur“ hat das Parlaments- und Medien-Schafkopfen 2009 gewonnen. Er schaffte stolze 54 Punkte, gefolgt von Heinz Wölfl, dem Landrat des Landkreises Regen, mit 52 und Johannes Eigelsreiter vom Flughafen München mit 50 Punkten. Dann wurde der Abstand größer: Jürgen Fischer vom Donaukurier erreichte als Vierter 40 Punkte. 84 Schafkopfer aus ganz Bayern waren zu dem Turnier gekommen, das Mitte März im Maximilianeum ausgetragen wurde. Die Schirmherrschaft hatte Landtagspräsidentin Barbara Stamm übernommen, die selber begeistert mitspielte und den beachtlichen 11. Platz erreichte. Der Erlös von 1963 Euro kam der Benefizaktion „Sternstunden“ zugute.

Schafkopfen und Politik haben für Barbara Stamm viel gemeinsam: „Zu Beidem braucht es Intelligenz, ein gutes Gedächtnis und taktisches Geschick“, sagte die Landtagspräsidentin in ihrer Willkommensrede. Sie spielte in der ersten Runde mit der SPD-Abgeordneten Maria Noichl, Hans-Peter Hirmer, dem Vorsitzenden Richter am Landgericht Augsburg und Erwin Plaza vom „Simbacher Anzeiger“ – ein Beleg für den fraktions- und stammesübergreifenden Charakter des traditionsreichen bayerischen Nationalwettbewerbs.

Unter dem riesigen Gemälde der „Seeschlacht von Salamis“ im Senatssaal des Maximilianeums spielten die 84 Kartler ihre Trümpfe aus. Politiker und Journalisten wetteiferten ein paar Stunden lang um den begehrten Schafkopf-Oscar, ein Kunstwerk, das der Münchner Karikaturist Dieter Hanitzsch gestaltet hat. Gestiftet wurde dieser Pokal von der LBS und dem Sparkassenverband Bayern, der das Parlaments- und Medien-Schafkopfen 2009 veranstaltet hat. An den Tischen herrschte eine völlig unterschiedliche Atmosphäre: An einigen ging es sehr hitzig zu, die Spieler droschen die Karten regelrecht auf die Tischplatte – andere Schafkopfer gingen mit Bedacht vor, legten ihr Blatt eher vorsichtig in die Mitte. „Ihr Oberbayern habt ja ganz andere Regeln“, wunderte sich Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, der aus dem niederbayerischen Landkreis Regen kommt und als leidenschaftlicher Kartler bekannt ist. Er versuchte es gleich am Anfang mit einem Solo „Herz ist Trumpf“ und strich dafür einen kleinen Gewinn ein. „Ich brauch noch ein bisschen Geld für die Kuhprämie“, lautete sein trockener Kommentar.

Egal, welchen Platz die 84 Teilnehmer schließlich belegt haben: Der Wettstreit hat ihnen Spaß gemacht. „Sympathische Leute. Es ging locker zu, nicht so verbittert wie es sonst oft der Fall ist“, befand Karl Roth, der Landrat des Landkreises Starnberg, der heuer zum ersten Mal dabei war. Im nächsten Jahr will er wieder mitmischen. Und auch Heinz Wölfl fährt dann erneut die 200 Kilometer weit von Regen im Bayerischen Wald zum Schafkopfen ins Maximilianeum in München. Vielleicht schafft er ja dann den ersten Platz – heuer war er am Sieg ganz nah dran./hw

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