Bayerischer Landtag

Landtagspräsidentin Barbara Stamm wirbt beim Landfrauentag in Moosburg in Oberbayern für „familienfreundliche Brille“ bei allen Entscheidungen

Mittwoch, 4. März 2009

Auch der ländliche Raum braucht Netzwerke für Familien

Moosburg im Landkreis Freising - Auch der ländliche Raum braucht in Zukunft mehr Netzwerke für Familien. „Wo keine Familien leben, sterben Dörfer aus“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm heute beim Landfrauentag 2009 im oberbayerischen Moosburg. Der Kreisverband Freising, dem 2000 Mitglieder angehören, feierte mit dieser Veranstaltung sein 60-jähriges Bestehen. Barbara Stamm bezeichnete die Landfrauen in ihrem Festvortrag als „Leistungsträger in unserer Gesellschaft, weil sie in besonderer Weise das Leben im ländlichen Raum prägen.“

Landfrauen erkennen schnell die Zeichen der Zeit. Statt zu klagen, entwickeln sie jede Menge Ideen, um die Zukunft zu bestehen, lobte die Landtagspräsidentin und zitierte in diesem Zusammenhang die angesehene „Frankfurter Zeitung“ vom 13. Dezember 2008: „Landfrauen sind eine mächtige Bewegung in Deutschland, die nicht viel von sich reden macht. Doch ohne Frauen kein Land.“ Barbara Stamm ergänzte diese Aussage mit dem Satz: „Ohne starke Familien keine lebendigen Dörfer!“

Der gesellschaftliche Wandel, der in den Ballungszentren längst spürbar sei, wirke sich auch auf den ländlichen Raum immer mehr aus: Sinkende Bevölkerungszahlen, weniger Kinder, veränderte Bedürfnisse. Die Botschaft der Landtagspräsidentin an die 330 Zuhörerinnen in der Stadthalle: Auch auf dem Land müssen Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geschaffen werden, damit Eltern Beruf und Familie miteinander verbinden können. Auf Dauer haben nur Dörfer eine Chance, in denen die Rahmenbedingungen stimmen: Kindergarten, Schule, Freizeitangebote, ärztliche Versorgung, Leben im Alter.

Barbara Stamm wies in ihrer Rede darauf hin, dass der ländliche Raum Bayern ganz entscheidend prägt. Hier leben noch immer 60 Prozent der 12,3 Millionen Menschen. Die Landtagspräsidentin plädierte dafür, das Kriterium „Kinderfreundlichkeit“ bei allen Entscheidungen in den zuständigen Gremien als Maßstab anzusetzen. Es muss genau so zählen wie das Kriterium Umweltverträglichkeit“, regte die Politikerin an: „Wir müssen die familienfreundliche Brille aufsetzen!“

Barbara Stamm besucht seit 1987 regelmäßig Landfrauentage in ganz Bayern. Sie schätzt die Bäuerinnen, die nicht jammern und klagen, sondern zupacken und das Leben positiv angehen. Kreisvorsitzende Rosa Westermair hatte die Landtagspräsidentin schon im Juli 2008 vergangenen Jahres als Rednerin angeworben, weil sie von ihrer Menschlichkeit und sozialen Kompetenz beeindruckt sei. /hw

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