Bayerischer Landtag

Wechsel an der Spitze des Landtagsamts: Jurist Peter Worm übernimmt die Leitung einer effizienten Behörde mit 200 Beschäftigten - Überparteiliche Servicestelle für die Abgeordneten

Montag, 30. März 2009

An der Spitze des Landtagsamts vollzieht sich ein Wechsel: Der 51-jährige Jurist Peter Worm übernimmt die Leitung der Behörde, die sich als kompetente und überparteiliche Servicestelle für die Abgeordneten versteht. Bei einem Festakt im Senatssaal des Maximilianeums am Dienstag, 31. März, führt Landtagspräsidentin Barbara Stamm den neuen Direktor in sein Amt ein und verabschiedet seinen Vorgänger Peter Maicher, der nach elf Jahren an der Spitze des Hauses in den Ruhestand geht.

Der gelernte Pädagoge hatte neben den fachlichen Belangen immer auch den Menschen im Auge. Er führte das Amt mit ruhiger Hand, berichten Abgeordnete und Kollegen. Sein Nachfolger Peter Worm baut auf das gute Miteinander, das er bisher schon als Leiter der Abteilung Z „Zentrale Dienste“ im Landtagsamt praktiziert hat. Er will auch künftig im Gespräch mit den Abgeordneten und den Mitarbeitern Lösungen suchen und finden. Das Landtagsamt, das direkt der Präsidentin untersteht, sorgt für einen reibungslosen Ablauf im Maximilianeum und versteht sich vor allem als Dienstleister für die Abgeordneten aus allen Fraktionen.

Porträt Peter Maicher
Elf Jahre lang war Peter Maicher der Chef des Landtagsamtes mit seinen 200 Mitarbeitern. Ihm lag sehr daran, den Teamgedanken zu stärken und den Ruf der Behörde als kompetente und überparteiliche Servicestelle für die Abgeordneten zu festigen. Maicher ist noch heute stolz darauf, dass er auch mit den Stimmen der SPD-Fraktion zum Direktor des Landtagsamtes gewählt wurde. Diese Aufgabe übernahm er am 1. Januar 1998. „Keine Schlagzeilen, Dienstleistung steht im Vordergrund“, gab Peter Maicher als Motto aus. Er sah die Abgeordneten als Kunden, denen ein modernes Management die Arbeit erleichtern sollte. Seine Vorschläge setzte der gelernte Pädagoge bedächtig und mit ruhiger Hand durch.
Peter Maicher hat für einen Spitzenbeamten eine bunte Karriere hinter sich: Er studierte Altphilologie und Neuere Deutsche Literatur für das Lehrfach, begann aber nicht gleich mit dem Unterrichten, sondern wurde Referent für Öffentlichkeitsarbeit und dann Direktionsassistent bei der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH. Dabei und bei allen künftigen Tätigkeiten half ihm sein Talent zum Schreiben. Seine Arbeit als Lokal- und Gerichtsreporter bei der Passauer Neuen Presse im niederbayerischen Rottal bezeichnet er noch heute als eine „sehr wichtige Lebensschule.“ 1976 wurde Maicher Referent für Bildungs- und Kulturpolitik der CSU-Landtagsfraktion, 1987 Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums und 1989 Geschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion.
Geboren wurde Maicher am 16. März 1944 in Mährisch-Ostrau an der polnischen Grenze. Als seine Heimat aber betrachtet er Bayern. Er ist unter den Dorfbuben im niederbayerischen Rottal aufgewachsen; sein Vater unterrichtete als Volksschullehrer an der dreiklassigen Schule in dem kleinen Dorf Hirschhorn. Seinen Ruhestand verbringt der scheidende Chef des Landtagsamtes zusammen mit seiner Frau Gudrun Elsner in Zorneding im Landkreis Ebersberg. Erst einmal will er seine Freiheit und die Ruhe genießen, Zeit haben für seine kleine Enkelin Marlen, sich nicht mehr in ein Terminkorsett einzwängen lassen, erzählt Peter Maicher. Lesen, Bergwandern, Tennis und Golf sind seine Steckenpferde, die er jetzt pflegen will – und die Musik natürlich: Maicher spielt hervorragend Klavier. „Ich habe mich im Landtagsamt sehr wohl gefühlt. Die Menschen in der Politik und in der Verwaltung werde ich vermissen“, stellt Peter Maicher mit einem Blick zurück fest.

Porträt Peter Worm
Der 51-jährige Jurist Peter Worm ist der neue Chef des Landtagsamtes: Kompetent, offen, klar, ein Ansprechpartner, der immer um gemeinsame Lösungen bemüht ist – so haben ihn die Abgeordneten und die Mitarbeiter in der Verwaltung bisher erlebt: Seit Dezember 2006 leitet er die Abteilung Z „Zentrale Dienste“. In dieser Funktion ist er zuständig für die Bereiche Personal, Abgeordnete, Organisation, Innere Dienste, Haushalt, Informations- und Kommunikationstechnik, Bibliothek, Dokumentation und Archiv. Das Landtagsamt kennt Worm seit 1986: Er arbeitete erst im Justiziariat, war dann Persönlicher Referent von Landtagspräsident Wilhelm Vorndran und übernahm dann 1994 die Leitung des Referats „Plenum, Ältestenrat, Parlamentarische Grundsatzfragen.“

Peter Worm ist zusammen mit drei älteren Schwestern in Fichtelberg im Landkreis Bayreuth aufgewachsen. Die Eltern waren Heimatvertriebene aus dem Altvatergebirge, die sich in Bayern mit einer Metzgerei eine neue Existenz aufbauten. Die Töchter halfen im Betrieb mit, der Sohn durfte als einziger studieren, entschied sich für Rechtswissenschaften. Er ging nach dem Abitur am Luisenburg-Gymnasium in Wunsiedel an die damals relativ neue Universität in Regenburg und schwärmt noch heute von der Aufbruchstimmung, die dort herrschte. Die Beamtenkarriere des Peter Worm begann nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen Ende 1985 im Geschäftsbereich des Bayerischen Innenministeriums – mit dem Posten des Direktors hat er jetzt die höchste Stufe erreicht. Er stößt überall auf großes Wohlwollen: Einstimmig wurde er zum Chef dieses überparteilichen Dienstleistungszentrums gewählt, das vor allem für die Abgeordneten da ist und ihnen die Arbeit erleichtert. Peter Worm freut sich auf seine Aufgabe an der Spitze des Landtagsamtes und auf sein Büro im „Stammhaus“. Seine bisherige Abteilung zog nach der Landtagswahl im Herbst 2008 in das Ausweichquartier in der Ismaninger Straße – mit zwei neuen Fraktionen war es im Maximilianeum zu eng geworden. Seitdem eilt Peter Worm mehrmals am Tag mit dem großen schwarzen Pilotenkoffer zwischen dem Maximilianeum und der Ismaninger Straße hin und her. Mit dem Amtsantritt als Chef des Landtagsamtes hat das jetzt für ihn ein Ende. Er hofft, dass seine Mitarbeiter in der Dependance Mitte 2011 ebenfalls ins Haupthaus zurückkehren, wenn der Erweiterungsbau im Nordhof verwirklicht ist.

Peter Worm ist ein Familienmensch. Mit seiner Frau Annette, einer Lehrerin, hat er zwei musikalisch sehr begabte Kinder: den 18-jährigen Christoph und die 13-jährige Magdalena. In der knappen Freizeit steht Walken und Bergwandern auf dem Programm – aber immer gemeinsam, betont der neue Direktor des Landtagsamtes. Geburtsort Franken, Arbeitsplatz München, seit 1992 Leben in Mering in Schwaben – Peter Worm verkörpert viele Facetten Bayerns. /hw

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