Bayerischer Landtag

"Wir haben keinen Groll, wir können verzeihen" - Überlebende des KZ-Dachau zu Besuch im Bayerischen Landtag - Präsidentin Barbara Stamm tief beeindruckt von der Haltung der Gäste

Mittwoch, 6. Mai 2009

München. „Wir haben keinen Groll, keine negativen Gefühle gegenüber den Deutschen. Wir slawischen Völker können verzeihen.“ Diese Sätze sagte heute Michail Sacharowitsch Kutscher, einer von sieben Überlebenden des KZ Dachau, die zu Gast im Bayerischen Landtag waren. Präsidentin Barbara Stamm zeigte sich zutiefst gerührt von dieser Haltung. Bewegt hörte sie den Lebenserinnerungen der Menschen aus der Ukraine, aus Weißrussland und aus der Slowakei zu: „Eine solche Stunde habe ich nicht immer. Das ist für mich etwas ganz Besonderes.“

Sieben Überlebende des KZ Dachau auf einer schwierigen Reise der Erinnerung: Petr Ipatjewitsch Aleksejenko aus Weißrussland war 15 Jahre alt, als er aus seinem kleinen Dorf verschleppt wurde. Er musste bei einem Bauern in Deutschland Zwangsarbeit leisten. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch brachte ihn die SS in das Konzentrationslager Dachau. Ein Lagerarzt führte an ihm grauenvolle medizinische Versuche durch. Trotz des Leids, das Petr Ipatjewitsch Aleksejenko erlebt hat, ist er gerne vor zwei Jahren zum ersten Mal nach Dachau zurückgekehrt. „Ich war überrascht, als die Einladung gekommen ist. Es war für mich eine riesengroße Freude“, schilderte er Landtagspräsidentin Barbara Stamm die Gefühle, die ihn damals bewegt haben. Den jungen Menschen von heute wünscht er von ganzem Herzen, dass sie ein Leben lang in Frieden leben können.

Die anderen Mitglieder der Gruppe nicken bestätigend. Niemand klagt an; nur hin und wieder kommt ein bisschen Trauer um die verlorene Jugend auf. Die Überlebenden des KZ Dachau freuen sich über die Einladung in den Bayerischen Landtag und das persönliche Gespräch mit Präsidentin Barbara Stamm. Die Politikerin bezeichnet es als überaus wichtig, dass das Schicksal der ehemaligen KZ-Häftlinge dokumentiert wird, auch als Vermächtnis für die kommenden Generationen: „Jeder von ihnen ist ein Mahnmal für das, was passiert ist.“ /hw

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