Bayerischer Landtag

300 Teilnehmer beim 1. Tag behinderter Menschen im Landtag

Donnerstag, 15. April 2010
Politiker holen sich Anregungen für ein besseres Miteinander

München. 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Bayern sind zum 1. Tag behinderter Menschen im Bayerischen Landtag gekommen. Sie suchen dabei das Gespräch mit den Abgeordneten aus allen Fraktionen. In vier verschiedenen Arbeitsgruppen werden die Probleme zusammengefasst, denen behinderte Menschen täglich begegnen, und Lösungen gesucht. Die Ergebnisse sind dann um 14.30 Uhr Thema einer Podiumsdiskussion.

Dieser 1. Tag behinderter Menschen im Bayerischen Landtag soll ein wichtiges Signal an Politik und Gesellschaft sein, den Bedürfnissen der Menschen mit Handikap in den unterschiedlichen Bereichen gerecht zu werden, wünscht sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Sie hat die Veranstaltung initiiert, die zu einer festen Einrichtung werden soll. „Wir gehen davon aus, dass wir heute viele Anregungen bekommen. Gemeinsam über alle Parteien hinweg wollen wir daraus Anträge an die Bayerische Staatsregierung formulieren“, sagte Stamm.

Irmgard Badura, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, schilderte aktuelle Probleme: die ständig steigende Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung oder die Situation der Werkstätten und deren Aufgabe als Reha-Einrichtung, das Bildungssystem, das immer noch Vielen einen gemeinsamen Unterricht verwehre, die fehlende Barrierefreiheit in den Bereichen Wohnen und Freizeit auch im öffentlichen Raum. Ihre Bitte an die Abgeordneten lautete, die heute gewonnenen Ergebnisse in ihre Wahlkreise mitzunehmen. „Brechen Sie dieses Wissen herunter auf Ihr Wohnumfeld. Wie gestaltet sich die Arbeitslosenquote für Menschen mit Behinderung dort? Wie viele öffentliche Einrichtungen, Schulen, Behörden, Freizeiteinrichtungen, aber auch Wohnungen gibt es vor Ort, die barrierefrei nutzbar sind?“, wandte sich Badura an die Politikerinnen und Politiker. Diese sollten gemeinsam mit den kommunalen Behindertenbeauftragten, Selbsthilfegruppen, Vereinen, Arbeitgebern und Dienstleistern aller Art ein Konzept für mehr Teilhabe erarbeiten. /hw

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