Bayerischer Landtag

Alarmierende Situation bei der Müttergenesung. Landtagspräsidentin verlangt Umdenken bei den Krankenkassen

Mittwoch, 15. September 2010

München. Landtagspräsidentin Barbara Stamm ist nicht bereit, die alarmierende Situation bei der Müttergenesung zu akzeptieren. In einer Pressekonferenz des Müttergenesungswerks am Mittwochnachmittag (15. September 2010) in der Evangelischen Stadtakademie München forderte sie die gesetzlichen Krankenversicherungen auf, ihre Praxis zu ändern. „Mütter-, Mutter-Kind- und Vater-Kind-Kuren sind seit dem 1. April 2007 Pflichtleistungen der Krankenkassen, keine Ermessensleistungen mehr“, stellte die Landtagspräsidentin klar. Barbara Stamm verwies in diesem Zusammenhang auf die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und –minister am 10. und 11. Juni 2010 in Dresden. „Hier gab es einen klaren Beschluss an das Bundesministerium für Gesundheit. Dieses wurde aufgefordert, auf den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen einzuwirken, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihrer Verpflichtung zur Leistungsgewährung von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen nachkommen. Ich verstehe nicht, warum diese Vorgaben nicht umgesetzt werden“, erklärt die Landtagspräsidentin, der die Müttergenesung seit vielen Jahren ein großes Anliegen ist. Barbara Stamm bezeichnet die Ablehnungsquoten als alarmierend: 1999 lag die Quote bei 20 Prozent, 2002 bei 32 Prozent, 2006 bei 34 Prozent, 2008 bei 27 und 2009 bei 31 Prozent: „Dieser Zustand ist nicht hinnehmbar!“ Ambulante Kuren seien kein Ersatz für eine stationäre Kur. „Die Mütter und Väter brauchen Tapetenwechsel. Sie müssen raus aus der alltäglichen Umgebung, um zur Ruhe zu kommen und aufzutanken“, ist Barbara Stamm überzeugt. „Ich erwarte von den Krankenkassen, dass sie das umsetzen, was die Politik bewusst gesetzlich geregelt hat. Mittlerweile müsste es sich herumgesprochen haben, dass für die Erziehung und Entwicklung unserer Kinder gesunde Eltern die Voraussetzung sind“, betont die Landtagspräsidentin. /hw

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