Bayerischer Landtag

Bayerischer Landtag erinnert an 20 Jahre deutsche Einheit...

Mittwoch, 29. September 2010
„Die Lasten sind die Erblasten von 40 Jahren sozialistischer Politik“

München. Mit einem Festakt im Plenarsaal des Maximilianeums erinnerte der Bayerische Landtag heute an 20 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands. "Ich lasse mir durch niemanden und durch nichts meine täglich neue Freude darüber nehmen, dass wir wieder in einem Land in Freiheit und Frieden vereint sind“, betonte der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der die Ereignisse von damals entscheidend mit gestaltet hat. In seiner Festrede vor dem Plenum des Bayerischen Landtages sagte Genscher, es sei falsch, von den Lasten der Einheit zu sprechen. „Die Lasten, die wir jetzt in Solidarität zu tragen haben, sind die Erblasten von 40 Jahren sozialistischer Politik“, stellte Genscher klar und formulierte als Anspruch: "Unser Ziel muss es sein, eine Weltordnung zu schaffen, die überall als gerecht empfunden werden kann." Sándor Peisch, zur Zeit des Mauerfalls und der deutschen Einheit stellvertretender ungarischer Botschafter in Deutschland, erinnerte an die Rolle, die sein Land 1989 bei der Grenzöffnung gespielt hat. „Es war eine Heldentat, dass die ungarische Regie-rung von Ministerpräsident Németh eine historische Entscheidung traf, als sie die ostdeutschen Menschen – trotz der in Ungarn stationierten sowjetischen Truppen, trotz des starken politischen Drucks seitens der DDR und anderer orthodoxen Kräfte – in die Freiheit, in den Westen gehen ließ“, sagte Peisch. Auf der Grundlage des „Vertrags über die freundschaftliche Zusammenarbeit und die europäische Partnerschaft zwischen der Republik Ungarn und der Bundesrepublik Deutschland“ seien seitdem eine Reihe wichtiger Abkommen zwischen den beiden Staaten geschlossen worden. Deutschland sei der wichtigste Wirtschaftspartner für Ungarn, Bayern der stärkste Partner unter den Bundesländern. – Landtagspräsidentin Barbara Stamm zog in ihrer Begrüßung eine positive Bilanz von 20 Jahren Wiedervereinigung. „20 Jahre deutsche Einheit sind ein Geschenk und eine Leistung, die wir nicht hoch genug schätzen können.“ Die Menschen im Osten und Westen seien sich näher gekommen, hätten gemeinsam eine große Gemeinschaftsleistung vollbracht. Den Ostdeutschen sei dabei viel

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit im Alltagsleben abverlangt worden, während die Westdeutschen den „Aufbau Ost“ mit viel Solidarität unterstützt hätten. „Das wiedervereinigte Deutschland lebt in Frieden und Eintracht mit seinen europäischen Nachbarn und Freunden“, nannte Stamm das wichtigste Ergebnis. /hw

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