Bayerischer Landtag

Elf Kriegsschicksale aus elf Ländern: Ausstellung „Abseits der Schlachtfelder“ im Maximilianeum

Donnerstag, 23. September 2010
München. „Abseits der Schlachtfelder“ heißt eine Ausstellung, die der Bayerische Land-tag gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz im Maximilianeum präsentiert.

Die Eröffnung findet am Dienstag, 28. September 2010, 12.30 Uhr in der Eingangshalle West statt.

Der Vietnam-Veteran Barry Romo ist anwesend, ebenso der Journalist und Fotograf Till Mayer aus Bamberg. Er hat in dem Buch- und Ausstellungsprojekt „Abseits der Schlachtfelder“ elf Menschen aus elf Ländern porträtiert.

Till Mayer arbeitet seit Jahren eng mit der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zusammen. Er berichtete aus zahlreichen Kriegs- und Katastrophengebieten, porträtierte Opfer auch in aktuellen Krisenregionen wie dem Irak oder in den palästinensischen Autonomiegebieten. Vier Beispiele aus der Ausstellung:

Der 13-jährige Ibrahim Hamdam lebt im Flüchtlingslager von Khan Yunis, einem traurigen Ort, der als Hochburg der Hamas gilt. Ibrahim ist auf den Rollstuhl angewiesen. Auf seiner mühsamen Fahrt durch das Flüchtlingslager zur Schule muss er viele Barrieren überwin-den. Er trotzt ihnen mit einem Lächeln: „Weil fröhlich sein ein bisschen Frieden ist.“

Den 62-jährigen Kriegsveteran Barry Romo aus den USA quälen seit über 40 Jahren Albträume. Im Schlaf sieht er die gefallenen Kameraden und die sechs Menschen, die er töten musste.

Die vietnamesische Bäuerin Truong Thi Thuy brachte sechs Kinder zur Welt, vier davon sind behindert - vermutlich Agent Orange-Opfer. Mit dioxinhaltigen Herbiziden wollten die US-Streitkräfte während des Vietnam-Krieges den Urwald entlauben, um den nordvietnamesischen Verbänden die Rückzugsmöglichkeit zu nehmen. Das vietnamesische Rote Kreuz schätzt, dass sich unter den drei Millionen Agent Orange-Opfern 150 000 Kinder mit genetischen Defekten befinden.

„Was kann es für einen Vater Schlimmeres geben, als sein eigenes Kind sterben zu sehen?“, fragt Mohamed Barkadle aus Äthiopien. Bürgerkriege und Konflikte haben jahr-zehntelang die Entwicklung des Landes gebremst. Als im Jahre 2000 im Ogaden zum vierten Mal die Regenzeit ausblieb, starben unzählige Kinder, Alte und Kranke an den Strapazen. Laut UN-Welternährungsprogramm waren damals acht Millionen Menschen in Äthiopien vom Hunger bedroht.

Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie notwendig das humanitäre Völkerrecht ist. Diese Botschaft wollen die Initiatoren vermitteln. „Kriege prägen Lebenslinien, verändern sie für immer. Das will das Projekt „Abseits der Schlachtfelder zeigen“, betont Fotograf und Autor Till Mayer, der bei der Ausstellungseröffnung auch sein gleichnamiges Buch vorstellt. /hw

Der Ablauf der Veranstaltung:


Begrüßung durch Landtagspräsidentin Barbara Stamm
Grußworte von
- Professor Dr. Daniel-Erasmus Khan, Konventionsbeauftragter des Bayerischen Roten Kreuzes
- Dr. Robert Arsenschek, Chefreporter des Kooperationspartners „Münchner Merkur“
- Till Mayer, Autor und Fotograf ( www.tillmayer.de)
- Barry Romo, Veteran des Vietnamkriegs

Die Ausstellung wird anschließend in 50 bayerischen Schulen gezeigt.

Medienvertreter sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Wir freuen uns, wenn Sie über die Ausstellung berichten.

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