Bayerischer Landtag

Schüler erleben Europa: Im Bayerischen Landtag wird europäische Politik simuliert

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Ganz nah dran an Europa sind Schülerinnen und Schüler im Maximilianeum: Sie nehmen am 22. Oktober 2010 an einer Simulation des Europäischen Parlaments teil. Je eine 10. Klasse des Franz-Ludwig-Gymnasiums Bamberg, der Orlando-di-Lasso Realschule Maisach und des Gymnasiums der Ursulinen in Straubing sind eingeladen, einen ganzen Tag lang in die Rollen der Entscheider auf europäischer Ebene zu schlüpfen. Die Simulation mit realitätsnahen Rollen ermöglicht eine dynamische und lebendige politische Bildung, an der die etwa 70 Jugendlichen Spaß haben.

Europäische Entscheidungen und das Wissen darüber, wie sie zustande kommen, werden immer wichtiger. Das gilt für alle Bürgerinnen und Bürger. Aber besonders gilt es für die junge Generation, die in eine immer stärker werdende Europäische Union hineinwächst. Um diese Union besser zu verstehen, üben sich Schüler und Schülerinnen in der EU-Simulation in der Rolle von Europaparlamentariern und ringen in Fraktionen, Ausschüssen und im Plenum um eine europäische Entscheidung.

Verhandelt wird eine neue Regelung zur Lebensmittelkennzeichnung, ein Thema, welches jeden Einzelnen im Alltag betrifft: Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und wie der Nährwertgehalt in Zukunft angegeben werden muss. Soll auf Lebensmittelverpackungen in Zukunft eine Nährwertampel die Verbraucher über das Produkt informieren oder ein alternatives System? Welche Grenzwerte sollen als Bezugssystem für die Angaben gelten? Ist das neue Kennzeichnungssystem für alle verpflichtend? Soll es davon Ausnahmen geben? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Volksvertreter, Experten und Minister auf europäischer Ebene jeden Tag.

Wieso europäische Entscheidungen oftmals hart errungene Kompromisse darstellen, wird deutlich, wenn man einmal selber der britische Parlamentarier Galore war und sich mit dem dänischen Parlamentarier Vinterberg darüber gestritten hat, ob eine Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln sinnvoll ist. „Galore“ und „Vinterberg“ sind zwei von vielen Rollen, in die die Schülerinnen und Schüler schlüpfen, und die sie in einer Mischung aus Theaterstück, Wettbewerb und Diskussion mit Leben erfüllen. Parlamentarier Vinterberg möchte gerne, dass sich das Ampel-System durchsetzt, da es sich in seiner Heimat bereits bewährt hat. Parlamentarier Galore ist dagegen, weil er das System für zu einfach und zu wenig informativ hält. Seine Meinung durchsetzen kann nur einer von beiden. Oder wird ein europäischer Kompromiss gefunden, der beide zufrieden stellt? Die Simulation, deren Ausgang nicht von vornherein feststeht, ermöglicht es Schülerinnen und Schülern mitzuerleben, wie europäische Entscheidungen funktionieren.

Die Simulation wird vom Planspielveranstalter EuroSoc im Auftrag der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in München und des Bayerischen Landtags durchgeführt. EuroSoc hat die Ergebnisse der politikwissenschaftlichen Forschung über die EU verwendet, um die Simulation so realitätsnah wie möglich zu gestalten.

Gegen Ende der Veranstaltung werden die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, ihre Erfahrungen mit Abgeordneten des Bayerischen Landtags zu diskutieren, so dass sie quasi „von Kollege zu Kollege“ fachsimpeln können.


Kontakte:

Seitenanfang