Bayerischer Landtag

Anhörung der Kommission zur parlamentarischen Begleitung der Energiewende in Bayern

Dienstag, 6. Dezember 2011

zum Thema „Stromnetze“

am Donnerstag, 8. Dezember 2011,
von 13.30 – 16 Uhr im Saal 2

Journalisten sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

Fragenkatalog
(Stand: 30.11.2011)

1. Netzausbau und Netzoptimierung


Bedarf
1.1 Welcher Netzausbau (in km) wurde in 2010 und bisher in 2011 erreicht?
1.2 Wie hoch ist der Netzzubaubedarf in Bayern bis zum Jahr 2020 bei einem Anteil von dann etwa 50% Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch
a) beim Niederspannungsnetz?
b) beim Mittelspannungsnetz?
c) beim Hochspannungsnetz?
d) beim Höchstspannungsnetz?

1.3 Wie hoch ist der Netzzubaubedarf in Bayern bis zum Erreichen eines Anteils von 100% Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch
a) beim Niederspannungsnetz?
b) beim Mittelspannungsnetz?
c) beim Hochspannungsnetz?
d) beim Höchstspannungsnetz?
1.4 Gibt es einen konkreten Zeitplan (Jahresscheiben) für den erforderlichen Ausbau
a) beim Niederspannungsnetz?
b) beim Mittelspannungsnetz?
c) beim Hochspannungsnetz
d) beim Höchstspannungsnetz?
1.5 Wie hoch ist der Netzzubaubedarf beim Höchstspannungsnetz, wenn sowohl Strom aus norddeutschen Windkraftanlagen onshore als auch aus Windkraftanlagen offshore (Nord- und Ostsee) nach Bayern transportiert werden soll und inwieweit kommt dabei der Einsatz von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) in Frage?

1.6 Sind über die bisher von Tennet genannten drei Projekte zum Ausbau des 380 kV-Netzes in Bayern (Oberfranken-Thüringen-Leitung, Netzanschluss Gaskraftwerk Hai-ming, Isar-St.Peter) weitere Projekte absehbar?
1.7 Welche versorgungswirtschaftlichen Überlegungen stehen jeweils hinter den geplanten bzw. absehbaren Projekten?
1.8 Zu welchem Zeitpunkt sollten diese Projekte jeweils idealerweise realisiert sein?
1.9 Bei welchen dieser Projekte kann dieser Zeitpunkt nicht mehr erreicht werden?
1.10 Welche Alternativen gibt es zu den genannten drei Projekten?

Technik
1.11 Welche Möglichkeiten der Netzoptimierung und Netzverstärkung sind bereits umgesetzt bzw. noch umsetzbar?
1.12 Welche Möglichkeiten gibt es, den Bedarf an Übertragungsnetzkapazitäten durch eine Optimierung der Verteilnetze zu reduzieren?
1.13 Welchen Beitrag zur Erhöhung der Übertragungskapazität der Netze können Hochtemperaturleiterseile und Freileitungsmonitoring leisten und inwieweit kann der Netzzubaubedarf durch solche Netzoptimierungsmaßnahmen gesenkt werden?
1.14 Durch welche weiteren Maßnahmen kann der Netzzubaubedarf gesenkt werden?
1.15 Wie wirken sich "smart grids" und die Elektromobilität auf den Netzausbaubedarf aus?
1.16 Wie ist der Ist-Zustand in der Verwendung von intelligenten Stromzählern? Welche Maßnahmen sind erforderlich, um durch die Verbindung von Stromübertragungs- und Informationstechnologie intelligente Stromnetze auszubauen, die Stromerzeugung, -speicherung und -verbrauch effizient verbinden?

Recht
1.17 Ist durch die momentanen gesetzlichen Regelungen (z.B. EnWG, NABEG) ein zukunftsfähiger, an volkswirtschaftlich sinnvollen Ergebnissen orientierter Netzausbau gewährleistet?
1.18 Wie können bei der Regulierung der Netze und der Festlegung der Netzentgelte Investitions- und Innovationsleistungen stärker als bisher berücksichtigt werden?
1.19 Ist es erforderlich, die Einzelmaßnahmen beim Netzausbau auf den verschiedenen Spannungsebenen im Rahmen einer strategischen Energiesystemplanung zu koordinieren und daraus einen Masterplan „Netzumbau Bayern“ zu erarbeiten?
1.20 Wie könnte im Genehmigungsverfahren der erforderliche Netzausbau beschleunigt werden (Zeitverlust), bzw. welche Anforderungen hat ein Netzbetreiber an die Politik (z.B. Bündelung einzelner Prüfungsschritte)?
1.21 Welches Verbesserungspotential gibt es im Bereich der Genehmigungsbehörden?

1.22 Würde es den Netzausbau beschleunigen, wenn die Trassen für Leitungen, die im Bundesbedarfsplan enthalten sind, im Rahmen der Raumordnungspläne - und nicht von den Vorhabenträgern - festgelegt würden?
1.23 Auf welchem Weg werden Bürger in den Ausbau der Netze eingebunden? Wie werden die Netzbetreiber zukünftig mit Bürgerinitiativen gegen den Netzausbau umgehen?
1.24 Welche Hemmnisse sind die Ursache dafür, dass diese Zeitpunkte nicht mehr erreicht werden (siehe 1.6 bis 1.9)?
1.25 Welche Bedeutung haben in diesem Zusammenhang Bürgerproteste (siehe 1.6 bis 1.9)?
1.26 Welche Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die Regelungen der Bundesnetzagentur (siehe 1.6 bis 1.9)?
1.27 Wo sehen Sie weitere Hemmnisse beim Ausbau der erforderlichen Netze?
1.28 Welche Auswirkung hat es auf den Netzausbau (Übertragungs-/Verteilnetz), wenn Kommunen eine autarke Energie(Strom-)versorgung anstreben?
1.29 Wie wirkt sich der Ausbau der Netze auf die Netznutzungsentgelte für Haushaltskunden, Gewerbe und Industrie bis 2020 aus?
1.30 Zur Erstellung des Netzentwicklungsplans werden drei zum Teil sehr unterschiedliche Erzeugungs-/Verbrauchsszenarien herangezogen. Wenn sich daraus - was zu erwarten ist - unterschiedliche Maßnahmen ergeben, muss eine Auswahl getroffen werden. Wie werden die tatsächlich zu realisierenden Maßnahmen ausgewählt?

Forschung
1.31 Auf welchen Gebieten sehen Sie Forschungsbedarf, um eine sichere Stromversorgungssystem mit hohem Anteil an erneuerbaren Energien zu ermöglichen?

Erdkabel
1.32 Inwieweit ist der Einsatz von Erdkabeln unter Berücksichtigung von Kosten, Stromverlusten, Wartung, Landschaftsbild und ökologischen Auswirkungen sowohl im Höchst- als auch im Hochspannungsnetz sinnvoll?
1.33 Erdkabel versus Überlandleitungen – Welche Vor- und Nachteile haben beide Systeme?
1.34 Welche Optionen für Erdverkabelung gibt es bei den in Bayern geplanten Ausbauprojekten?

Bahn
1.35 Inwieweit könnte das Stromnetz der Deutschen Bahn als Träger für Strom aus Erneuerbaren Energien genutzt werden und welche Anpassungen (Spannung, Übertragungsleistung etc.) wären hierfür erforderlich?

2. Netzstabilität/Eingriffe
2.1 Wie häufig finden Eingriffe der Netzbetreiber in die Netze statt, um die Versorgungssicherheit und die Stabilität der Netze zu gewährleisten. Wie häufig fanden diese Eingriffe in der Vergangenheit statt?
2.2 Welche Anlässe erfordern einen Eingriff in die Netze im Hinblick auf die Versorgungsstabilität?
2.3 Über welche Qualifikation verfügen die Sachbearbeiter, die Netzeingriffe vornehmen?
2.4 Welche Sicherungssysteme bestehen, um Blackouts zu verhindern?

3. Netze und Speicherung
3.1 Was passiert mit dem regenerativen Strom, wenn dieser im Überschuss erzeugt wird (Erzeugung höher als der Verbrauch)?
3.2 Welche Bedeutung haben Stromspeicher in einem regenerativen Szenario (Technolo-gie, Kosten, Standorte, Auswirkung auf den Netzausbaubedarf)?

4. Grenzüberschreitende Netzfragen
4.1 Welche Auswirkungen (auf Kosten, Netzausbau, Versorgungssicherheit) hat es, wenn sich auch unsere Nachbarländer zu einer regenerativen Energiepolitik entschließen?
4.2 Wie viele Koppelstellen gibt es in Bayern für den Stromaustausch mit den benachbarten Staaten? Welche Kapazitäten haben diese Koppelstellen?
4.3 Gibt es europaweite Planungen zum Netzausbau und wenn ja, welche?

Expertenverzeichnis
(Stand: 30.11.2011)

Dr. Heinrich Gartmair, TenneT TSO GmbH, Leiter Asset Management, Bayreuth
Josef Hasler, VKU-Landesgruppe Bayern, Vorsitzender des Vorstands der N-ERGIE AG, München
Stephan Kohler, Deutsche Energieagentur GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung, Berlin
Dr. Markus Litpher, Lechwerke AG, Mitglieds des Vorstands, Augsburg

Dr. Uwe Macharey, BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH, Aachen
Dr. Egon Westphal, E.ON Bayern AG, Mitglied des Vorstands, Regensburg

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