Bayerischer Landtag

Anhörung des Bildungsausschuss zu Perspektiven der beruflichen Schulen

Dienstag, 29. März 2011

Anhörung des Ausschusses für
Bildung, Jugend und Sport

zum Thema
„Perspektiven der beruflichen Schulen“

am
Donnerstag, 31. März 2011
von 10 – 13 Uhr im Senatssaal

Journalistinnen und Journalisten sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

Fragenkatalog
Stand: 07.02.2011

Block A
Situation der beruflichen Schulen („Bestandsaufnahme“), Berufsschule und Berufliche Oberschule

1. Unter welchen Rahmenbedingungen (Lehrerversorgung, Unterrichtsversorgung, Schulverwaltung, finanzielle und räumliche Ausstattung mit Sachmitteln) findet derzeit der Unterricht statt?
2. a) Wie hat sich die Zusammensetzung der Schülerschaft in den letzten Jahren in Bezug auf Vorbildung und Heterogenität, Förderbedarf, Herkunft und Sozialkompetenz unter Berücksichtigung der M-Abschlüsse verändert?
b) Wie viele Schülerinnen und Schüler brechen ihre Berufsausbildung ab bzw. verlassen die Fachoberschule / Berufsoberschule aa) während der Probezeit bb) nach der Probezeit? Welche Gründe gibt es dafür?
3. Wie kommt die Berufsschule mit den Zusatzaufgaben und Erwartungen der Politik, wie z.B. Hilfe bei der Berufsfindung (hier vor allem Mittelschulpartner), Mittler im „Übergangssystem“ (gemeint sind die Schülerinnen und Schüler an der Berufsschule, die noch keine Lehrstelle haben) und wachsenden Ansprüchen in der dualen Berufsausbildung sowie ver-stärkter Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und anderen örtlichen Bildungseinrichtungen zurecht?
4. Was wurde aus der Entwicklung der beruflichen Schulen zu Kompetenzzentren?
5. Sind die Beruflichen Oberschulen ein gleichwertiges berufliches Bildungsangebot zur Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife in ganz Bayern, in welchen Dingen sind sie den Gymnasien nicht gleichgestellt?

Block B
Herausforderungen, Strategien und Perspektiven für die beruflichen Schulen in Bayern

1. Demografische Entwicklung, Fachkräftemangel, Globalisierung / Internationalisierung, Duale Studienangebote, Bachelorabschluss, Inklusion: Welche Veränderungen bringen diese Entwicklungen für die Berufsschulen und die Beruflichen Oberschulen?
2. Der rasche Wandel in Technik und Wirtschaft führt auch im Bereich der beruflichen Bildung zu stetig kürzeren Innovationszyklen. Wie kann insbesondere die Berufsschule als Dual-partner diesen Anforderungen besser gerecht werden, damit sie an Attraktivität nicht ver-liert?
3. Wie ist in Zeiten des demografischen Wandels ausbildungsorganisatorisch ein wohnortnahes und qualitativ hochwertiges berufliches Bildungsangebot zu sichern?
4. Die „Initiative Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ ist ein zentrales Vorhaben einer neuen Förderpolitik. Was heißt das für die Berufsschule und Berufliche Oberschule, vor allem in den Fragen Flexibilisierung (ist Modularisierung ein Weg?), Durchlässigkeit, Schaffung verlässlicher Übergänge und Anschlüsse im Bildungssystem sowie Sicherung des Anschlusses im Berufsfeld?
5. Wie können die Berufsschule und die Berufliche Oberschule dem Höherqualifizierungsanspruch, aber auch der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler (z.B. durch Angebote von Zusatzqualifikationen, Aufstiegsausbildungen, usw.) gerecht werden?
6. a) Was haben die neuen Herausforderungen für Konsequenzen für die Lehrerbildung und die interne Schulorganisation (Selbständige Schule)?
b) Wie sind die Erfahrungen mit Modus F und welche weiteren Erfordernisse sind nötig?
7. Ist eine Weiterentwicklung der Fachoberschule zu einem Berufsgymnasium sinnvoll, wenn inzwischen rund 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler den Zugang zur Hochschule über die Fachoberschule erreichen? Was bedeutet das für die Fachoberschule in ihrer jetzigen Form?
8. Welche Rolle könnten Berufsschule und Berufliche Oberschulen im Zuge des lebenslangen Lernens einnehmen?
9. Wie soll die demografische Rendite bei sinkenden Schülerzahlen am sinnvollsten eingesetzt werden?
10. Wie beurteilt man die Schaffung von Außenstellen einer bestehenden Fachoberschule, um wohnortnahe Abschlüsse zu ermöglichen, um die insbesondere für Bayern wichtige zweite Säule zur Hochschule zu sichern?

Expertenverzeichnis
(Stand: 14.3.2011)

Michael Birner
Oberstudiendirektor, Schulleiter
Staatliches Berufliches Schulzentrum Amberg

German Denneborg
Ministerialdirigent, Abteilungsleiter Berufliche Schulen
Bayer. Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München

Janina Huber
1. Landesschülersprecherin (Berufliche Schulen)
Berufsschule II Rosenheim

Gerhard Ketzler
Stv. Hauptgeschäftsführer
Handwerkskammer für München und Oberbayern

Dr. Frank Mentrup
Stv. Vorsitzender der Enquete-Kommission „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ des Landtags Baden-Württemberg

Dr. Christof Prechtl
Vorsitzender des Landesausschusses für Berufsbildung in Bayern beim Bayer. Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Vereinigung der Bayer. Wirtschaft e. V.

Prof. Dr. phil. hab. Andreas Schelten
Ordinarius für Pädagogik (Berufsbildungsforschung, Unterrichtsforschung, Theorie der beruflichen Bildung)

Lehrstuhl für Pädagogik, School of Education, TU München

Beirat des Verbandes der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern

Mitglied im Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen

Hubert Schöffmann
Stv. Geschäftsführer Berufsbildung
Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, München

Prof. Dr. Reinhold Weiß
Ständiger Vertreter des Präsidenten und Leiter des Forschungsbereichs im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn

Jürgen Wunderlich
Landesvorsitzender des Verbands der Lehrer an beruflichen Schulen in Bayern e. V. (VLB)

Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Neusäß

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