Bayerischer Landtag

Anhörung des Hochschulausschusses am 9.2.2011

Montag, 7. Februar 2011

Anhörung des Ausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur

zum Thema
„Doppelter Abiturjahrgang“

am
Mittwoch, 9. Februar 2011
von 9.30 – 12.30 Uhr im Saal 2

Journalistinnen und Journalisten sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

Fragenkatalog:
Stand: 25.01.2011

A) Erfahrungen mit dem doppelten Abiturientenjahrgang an der gymnasialen Oberstufe
1. Welche Maßnahmen wurden an den bayerischen Gymnasien zur Bewältigung des doppelten Abiturientenjahrgangs getroffen (z.B. zeitliche Staffelung der Abschlusszeiträume)?
2. Waren/sind die Maßnahmen für SchülerInnen des letzten G9-Jahrgangs (speziell Lehrplan und Prüfungsanforderungen) bislang effektiv?
3. Informationsmanagement – Wurden die relevanten Informationen durch das Staatsministerium für Unterricht und Kultus frühzeitig beschafft, Schulen sowie Schülerinnen und Schüler rechtzeitig informiert und konnten die geplanten Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden?
4. Mit Beschluss vom 27.10.2010 (Drs. 16/6150) hat der Landtag die Staatsregierung aufge-fordert, die Schülerinnen und Schüler des doppelten Abiturientenjahrgangs weiterhin aktiv zu informieren und dazu unter anderem eine Online-Erhebung zur beabsichtigten Studien-wahl, zum Studienzeitpunkt und der geplanten Berufsausbildung durchzuführen.
Aus technischen Gründen konnte die Online-Erhebung über eine Anfangsphase hinaus nicht fortgeführt werden. Gibt es dennoch Erkenntnisse aus dieser Erhebung zu den Studien- und Berufsabsichten der betroffenen Gymnasiasten?

B) Vorbereitungen für die Aufnahme des doppelten Abiturientenjahrgangs an den bayerischen Hochschulen
Vorläufige Berechnungen gehen für Bayern für 2011 von etwa 76.000 Studienanfängerinnen und Studienanfängern in diesem und von rund 72.000 im nächsten Jahr aus. Hinzukommen etwa 5.500 aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 (Zum Vergleich: Im Jahr 2010 nahmen in Bayern rund 64.000 ein Studium an einer Hochschule auf).
Vor diesem Hintergrund hat der Freistaat Bayern ein Hochschulausbauprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen bis Ende dieses Jahres 3.000 neue Stellen an den Hochschulen geschaffen und damit 38.000 zusätzliche Studienplätze eingerichtet werden. Hinzu kommt ein räumliches Ausbauprogramm in einer Größenordnung von etwa 130.000 qm zusätzlicher Nutzflä-chen, die über Baumaßnahmen und Anmietungen realisiert werden. Für die aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht zusätzlichen Studierenden werden entsprechende Maßnahmen demnächst umgesetzt werden.

1. Im Jahr 2011 legen auch in Niedersachsen zwei Jahrgänge ihre Abiturprüfungen ab. 2012 bzw. 2013 folgen Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Den Abschluss bildet Schleswig-Holstein im Jahr 2016: Wie bereiten sich andere Bundesländer auf die stark steigenden Studierendenzahlen vor und in welchem Verhältnis dazu steht das bayerische Hochschulausbauprogramm?
2. Wird der geplante Kapazitätsausbau ausreichen, um den betroffenen Studierwilligen ein früheren Jahrgängen vergleichbares Angebot an akademischer Ausbildung zu bieten (Studienplätze, Personalstellen, Raumkapazitäten, Studien- und Brückenangebote)?
3. In welchen Bereichen und Studienfeldern könnten aus heutiger Sicht Probleme auftreten und warum? Kann ihnen dadurch abgeholfen werden, dass 20 v. H. der Personalmittel im Rahmen einer auf aktuelle Problemlagen reagierenden Nachsteuerung vergeben werden?
4. Wurden/werden die sozialen Flankierungsmaßnahmen entsprechend den Bedarfen ausgebaut (Kinderbetreuung, Mensen, Beratungsstruktur etc.)?
5. Wie wird sich die Hochschullandschaft durch den Doppeljahrgang 2011 verändern?
6. Welche Studienbedingungen erwarten die Studierenden ab dem Sommersemester 2011?
7. Wie gestaltet sich der Ausbau an Masterplätzen bezogen auf den Doppeljahrgang 2011? Wie viele Masterplätze müssten geschaffen werden?
8. Wie kann der durch die hohe Zahl von Studienanfängern verursachte Verwaltungsaufwand bewältigt werden?
9. Welche Auswirkung wird die Aussetzung der Wehrpflicht hinsichtlich der Situation an den Hochschulen in Bayern 2011 haben und welche zusätzlichen Maßnahmen sind insoweit erforderlich?

Expertenverzeichnis
(Stand: 2.2.2011)

Albert Berger, Kanzler, Technische Universität München
Prof. Dr. rer. pol. Karl-Dieter Grüske, Präsident, Vorsitzender der Universität Bayern e.V., München
Dipl.-Kfm. Gunvald Herding, CHE Consult GmbH, Gütersloh
Dipl. Volksw. Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär, Deutsche Studentenwerk (DSW), Berlin
Ulrich Köllner, 1. Vorsitzende, Gymnasialeltern Bayern e.V., München
Thomas Lillig, Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e.V., München
Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, Präsident, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Hannah Öhrlein, LandesschülerInnenvereinigung Bayern e.V., Nürnberg
Max Schmidt, Erster Vorsitzender des Bayer. Philologenverbands (bpv), Bruck
Prof. Dr. Gunter Schweiger, Vorsitzender der Hochschule Bayern e.V., München
Christian Zwanziger, Landes-Asten-Konferenz (LAK) Bayern, München

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