Bayerischer Landtag

Auf der größten Baustelle des Landtags thront der Richtkranz

Donnerstag, 24. Februar 2011
15, 4 Millionen Euro für Erweiterungsbau am Maximilianeum

München. Auf der größten Baustelle des Bayerischen Landtags thront der Richtkranz: Der Erweiterungsbau im Nordhof des Maximilianeums (MEN) ist im Rohbau fertig. 15,4 Millionen Euro kostet das neue Gebäude, das die akute Raumnot beseitigen soll. Die ohnehin schon beengten Platzverhältnisse verschärften sich mit den Landtagswahlen 2008, als erstmals fünf Fraktionen in den Landtag einzogen. „Jetzt halfen keine Notlösungen mehr – jetzt brauchte es wieder einen neuen großen Wurf!“, erinnerte Landtagspräsidentin Barbara Stamm heute Nachmittag beim Richtfest.

Joachim Herrmann, der „bayerische Bauminister“, lobte den Erweiterungsbau als „dem Alten angemessen und doch zugleich modern und zukunftsweisend.“ In dem Gebäude entstehen 65 Büros, drei Besprechungsräume und ein Konferenzsaal, der sich im obersten Stockwerk befindet. Als Materialien für die Fassade wurden Terrakotta und Glas gewählt. „Einem historischen Ort wie dem Maximilianeum einen weiteren Neubau anzufügen, ist eine sensible Angelegenheit“, beschrieb Herrmann die besonderen Herausforderungen an die Planer. Außerdem musste das Gebäude dem Passivhausstandard entsprechen.
„Dabei wird mit Solarthermie und Photovoltaik garantiert, dass man hier die CO²-Emission reduziert“, brachte es Gustav Arnold, technischer Mitarbeiter im Bauamt München II und gelernter Zimmerer, in seinem Richtspruch humorvoll auf den Punkt. „Auf jeden Fall wird der Jahresheizwärmebedarf des Neubaus fünfmal besser sein als der eines vergleichbaren Gebäudes mit „normalem Standard“ nach der Energiesparverordnung“, betonte Joachim Herrmann.

Für das Staatliche Bauamt München II, das die Baumaßnahme betreut, schilderte Leitender Baudirektor Reinhold Pfeufer die bisher wichtigsten Stationen des Projektes. Dazu zählte er den Architektenwettbewerb, der im März 2009 europaweit ausgeschrieben wurde und den das Berliner Büro Léon Wohlhage Wernik gewonnen hat. Er war der Beginn einer bayerisch-preußischen Kooperation. Den Ingenieuren und Handwerkern bescheinigte Pfeufer eine hervorragende Arbeit. „Alles ging rekordverdächtig schnell“, lobte Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die ein Jahr lang voller Respekt den Baufortschritt beobachtet hat. „Es war kein Wetter zu schlecht. Sie waren immer da!“, sagte Stamm voller Anerkennung zu den Bauleuten.

Die Landtagspräsidentin leitete auch die Baukommission, die in stundenlangen Sitzungen um die besten Lösungen rang und dabei immer die Kosten im Auge hatte: 15,4 Millionen allein für den Erweiterungsbau hatte der Haushaltsausschuss des Landtags bewilligt. Dazu kommen noch einmal rund 2,1 Millionen Euro für den Verbindungsbau Altbau-Nord und für Anpassungsmaßnahmen im Bestand. „Sie können stolz sein, wie wir aufs Geld achten“, wandte sich Barbara Stamm an Georg Winter, den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses. Ausdrücklich dankte die Landtagspräsidentin der Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk für die äußerst kooperative Zusammenarbeit. Im März 2012 soll das Bauwerk mit den sechs Ober- und den zwei Untergeschossen fertig sein. „Dieses Ziel schaffen wir“, waren sich heute beim Richtfest alle Verantwortlichen einig. „Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zum 19. Jahrhundert, als das Maximilianeum entstanden ist“, blendete Bauminister Joachim Herrmann in die Vergangenheit zurück. Damals vergingen zwischen Grundsteinlegung und Fertigstellung ganze 17 Jahre. /hw

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