Bayerischer Landtag

Bayer. Landtag: Anhörung des Hochschulausschusses zum Thema: Leitlinien bayerischer Kultur

Montag, 28. November 2011

Anhörung des Ausschusses
für Hochschule, Forschung und Kultur

zum Thema:
Leitlinien bayerischer Kultur

am Mittwoch, 30. November 2011
von 9.30 – 12.30 Uhr im Saal 2

Journalisten sind zu dieser Anhörung herzlich eingeladen.

Fragenkatalog

1. Leitlinien Bayerischer Kulturpolitik
- Wie beurteilen Sie die „Leitlinien Bayerischer Kulturpolitik“ vom Februar 2010?
- Welche Aufgaben stellen sich staatlicher Kulturpolitik angesichts aktueller Entwicklungen wie Globalisierung, demographischer Wandel, kulturelle Vielfalt, Medialisierung, aktive Mitgestaltung, Migration und unter Aspekten wie Chancengleichheit und Teilhabergerechtigkeit?
- Welche Aufgaben stellen sich im Hinblick auf bundesweite und auch international thematisierte aktuelle kulturpolitische Teilthemen wie Kulturelle Bildung, Interkulturalität, bürgerschaftliches Engagement Kultur, Kooperation Kultur und Schule und soziale Inklusion? Wie sehen Sie hier die Notwendigkeiten und Chancen systematischer und landesweiter Strukturentwicklungen und Innovationsimpulse?
- Wie ist sicherzustellen, dass staatliche Leitlinien zur Kulturpolitik die künstlerische Freiheit nicht einschränken?
- Wie sind Leitlinien zu gestalten, um gezielt Anreize für die Weiterentwicklung kulturellen Lebens und künstlerische Innovationen zu setzen?

2. Planung, Transparenz, Berechenbarkeit, Legitimation und Verantwortung von Kulturpolitik
- Wie lässt sich der Diskurs zwischen Kulturpolitik und den am Kulturprozess beteiligten Akteuren (KünstlerInnen, Kulturschaffenden, Künstlerorganisationen, freien Trägern, Verbänden) organisieren? Wie ist sicher zu stellen, dass er offen und transparent abläuft? Wie verbindlich lassen sich seine Ergebnisse in inhaltliche Programme umsetzen?
- Welche Instrumente halten Sie für geeignet, um die Landeskulturpolitik in Gesamtverantwortung für alle Regionen Bayerns ihre Aufgaben transparenter, verlässlicher und gerechter wahrnehmen zu lassen?
- Welche Vor- bzw. Nachteile sehen Sie in Kulturentwicklungsplänen, Landesentwicklungsplänen etc.?
- Welche erfolgreichen Beispiele sind Ihnen bekannt und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für Bayern ziehen?
- Wie kann bei der Besetzung von Führungspositionen im staatlich geförderten Kulturbetrieb mehr Transparenz geschaffen werden? Sind Findungskommissionen ein möglicher Weg zu mehr Transparenz zum Beispiel zur Besetzung von Intendanzen? Wie beurteilen Sie das baden-württembergische Modell, bei dem solche Stellen über Beiräte besetzt werden, in denen die Landtagsfraktionen paritätisch vertreten sind?

3. Demokratisierung
- Wie lassen sich die staatliche Förderpolitik und die Kulturinstitutionen, deren Anfänge und Weichenstellungen auf das 18. und 19. Jahrhundert zurückgehen, stärker demokratisieren?
- Welche erfolgreichen Beispiele sind Ihnen bekannt?
- Welche Strukturen, Instrumente, Maßnahmen etc. bieten die Möglichkeit, Teilhabe- und Mitgestaltungsbedürfnis, Fachkompetenz und demokratisch legitimierte Verantwortung besser auszutarieren?

4. Regionalisierung und Bedeutung der Hauptstadtfunktion
- Welche Vor- bzw. Nachteile sehen Sie in regionalen Kulturplänen?
- Welche erfolgreichen Beispiele sind Ihnen bekannt und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für Bayern ziehen?
- Wie lässt sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen „Spitzen-“ und „Breitenkultur“ schaffen?

5. Nachhaltige, verlässliche Kulturfinanzierung
- Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Ausgaben für Kunst und Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung wie im Rahmen des staatlichen Gesamtetats mit ihrer Bedeutung und ihrem Gewicht sichtbar werden zu lassen?
- Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Dauerkonflikt zu lösen zwischen den Aufgaben des Freistaats, bei knappem Kulturetat einerseits die eigenen Einrichtungen zu sichern und die bereits eingegangenen Verpflichtungen nichtstaatlichen Institutionen und Projekten gegenüber verlässlich zu erfüllen und anderseits neue Entwicklungen angemessen zu fördern und zudem der Verantwortung für die gesamte bayerische Kulturlandschaft gerecht zu werden?

Expertenverzeichnis
(Stand: 24.11.2011)

Nikolaus Bachler - Intendant der Bayer. Staatsoper, München
Jürgen Enninger - Dipl. Religionspädagoge (FH), Dipl. Kulturwirt, Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes, Ansprechpartner Bayern, RKW Bayern e. V., München
Dr. Christine Fuchs, Geschäftsführung und Projektleitung, AK gemeinsame Kulturarbeit bayer. Städte e. V., Ingolstadt
Prof. Dr. Max Fuchs, Vorstand des Sprecherrates, Deutscher Kulturrat e. V., Berlin

Dr. Dieter Rossmeissl, Vorsitzender des Kulturausschusses des Bayer. Städtetages, Referent für Kultur, Jugend und Freizeit, Stadt Erlangen
Bernd Schweinar, Künstlerischer Leiter der Musikakademie Alteglofsheim, Rock Büro SÜD, Verband für Popkultur in Bayern e. V., Alteglofsheim

Seitenanfang