Bayerischer Landtag

Landtag gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Freitag, 21. Januar 2011
Sinti und Roma stehen diesmal im Mittelpunkt

München. Der Bayerische Landtag erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus.

Der Gedenkakt findet am Dienstag, 25. Januar 2011, 13 Uhr im Plenarsaal des Maximilianeums statt und wird erstmals gemeinsam mit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten veranstaltet. Im Mittelpunkt stehen diesmal neben den jüdischen Opfern vor allem die Sinti und Roma.

Hauptredner in der Gedenkstunde ist der Sinto Franz Rosenbach, Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und führendes Mitglied des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern. Das Martyrium seiner Familie stehe exemplarisch für die Gräueltaten, welche die Sinti und Roma unter dem Nazi-Regime erlitten haben, erklärt Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die zu dem Gedenkakt eingeladen hat. „Sinti und Roma wurden in Lagern interniert, mussten dort Zwangsarbeit leisten und wurden ab dem Frühjahr 1940 in den Osten deportiert und systematisch ermordet. Andere starben an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Heute schätzt man, dass zwischen 220.000 und einer halben Million Sinti und Roma zu Tode kamen“, schildert Barbara Stamm das Schicksal dieser nationalen Minderheit. Auch heute sind Sinti und Roma nicht überall in Europa integriert, wie die Roma-Ausweisung im Herbst 2010 in Frankreich gezeigt hat.

Der Ablauf der Gedenkstunde:
Begrüßung
Landtagspräsidentin Barbara Stamm
Grußworte:
Dr. Josef Schuster, Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Landtagsabgeordneter Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten
Rede von Franz Rosenbach

Musikalisch begleitet wird die Gedenkstunde von Romeo Franz (Violine) und Unge Schmidt (Piano). Im Kreuzgang des Maximilianeums ist die Ausstellung "10 Jahre Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma“ in Heidelberg zu sehen.

Am 27. Januar 2011, dem Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialis-mus, besucht Barbara Stamm um 10 Uhr die KZ-Gedenkstätte Dachau. Es ist das erste Mal, dass die Spitze des Bayerischen Landtags an diesem Tag im Namen des Parlaments am Internationalen Mahnmal einen Kranz niederlegt. Gegen 11 Uhr spricht sie in der rekonstruierten Baracke mit Schülerinnen und Schülern über den Sinn und die Zukunft des Gedenkens.

Medienvertreter sind zu beiden Terminen herzlich eingeladen. /hw

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