Bayerischer Landtag

„Der Hesselberg, ein ‚heiliger’ Ort der Täter“ – Ausstellung im Maximilianeum

Donnerstag, 20. September 2012

Landtagspräsidentin Barbara Stamm eröffnet am Mittwoch, den 26. September 2012 um 12.30 Uhr in der Eingangshalle West des Bayerischen Landtags die Ausstellung „Der Hesselberg, ein ‚heiliger’ Ort der Täter“.

Mit der Ausstellung wird an ein fast vergessenes Ritual der Nazi-Diktatur erinnert: der Missbrauch des Frankentages als Propagandaveranstaltung für das „Dritte Reich“. Neben den Parteitagen der NSDAP in Nürnberg waren dies die größten Massenveranstaltungen der Nazis in Bayern. Systematisch bauten sie den Hesselberg in Mittelfranken als Kultstätte auf und hielten dort von 1933 bis 1939 insgesamt sieben Mal ihre „Frankentage“ ab, bei denen sich bis zu 100 000 Menschen versammelten und Julius Streicher, dem „Gauleiter“ Mittelfrankens, huldigten. Streicher, von 1924 bis 1932 für die NSDAP Abgeordneter des Bayerischen Landtags, war einer der fanatischsten Nazi-Funktionäre des Dritten Reichs und trug mit Hilfe seiner Zeitung „Der Stürmer“ durch unablässige antisemitische Hetze dazu bei, eine hasserfüllte und feindselige Atmosphäre gegen jüdische Mitbürger zu schaffen. „Das darf nicht verdrängt werden“, so Landtagspräsidentin Barbara Stamm, „denn Verdrängung würde die Täter entlasten und das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen ignorieren.“ Das Grußwort zur Ausstellung spricht Diplom-Sozialpädagoge Michael Helmbrecht, Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg.

Die Ausstellung verfolgt mit Hilfe von historischen Fotos, Texten und Propagandamaterial sowie mit Ton- und Filmaufnahmen das Ziel, an den Hesselberg als Ort der Täter zu erinnern. Dabei wird aufgezeigt, weshalb der NS-Führung ausgerechnet der Hesselberg als geeigneter Ort für ihre jährlichen Feiern erschien, wie sich der Charakter der Großveranstaltungen während der NS-Diktatur veränderte und wie es möglich war, dass der Ort nach Kriegsende so schnell aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geriet. /zg

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