Bayerischer Landtag

Landtagspräsidentin Barbara Stamm zum Tod von Dr. Wilhelm Vorndran

Mittwoch, 5. September 2012
„Er war ein überzeugter Streiter für die parlamentarische Demokratie“

Mit Trauer und Betroffenheit hat der Bayerische Landtag die Nachricht vom Tod seines früheren Präsidenten Dr. Wilhelm Vorndran aufgenommen. „Die Erfahrungen von Diktatur, Gewalt und Krieg ließen ihn nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft zu einem überzeugten Streiter für die parlamentarische Demokratie werden“, würdigt Landtagspräsidentin Barbara Stamm ihren Vorgänger, der von 1990 bis 1994 an der Spitze des bayerischen Parlaments stand. Dem Bayerischen Landtag gehörte Vorndran als Abgeordneter des Stimmkreises Erlangen 36 Jahre lang an, von 1958 bis 1994. Mit nachhaltigem Erfolg sei er für die Belange seiner fränkischen Heimat eingetreten. Dr. Wilhelm Vorndran wollte auch einen bürgernahen Landtag. Es war ihm wichtig, das Maximilianeum über den innerparlamentarischen Rahmen hinaus für Begegnungen mit den Menschen zu öffnen. Auf seine Initiative hin fand zum Beispiel 1991 der erste „Tag der offenen Tür“ im Landtag statt. „Für ihn war Bürgernähe keine äußere Geste, sondern eine Selbstverständlichkeit. Die Menschen spürten das, und sie konnten sich auf sein Wort verlassen. Er strahlte Vertrauen aus und Vertrauen wurde ihm auch entgegengebracht“, betont Barbara Stamm. Sie erinnert auch an die bewegte Zeit, in die der Amtsantritt Vorndrans als Landtagpräsident gefallen sei: „Nach der Wiedervereinigung Deutschlands tagte unter seinem Vorsitz die erste gesamtdeutsche Konferenz der Präsidentinnen und Präsidenten der deutschen Landesparlamente in München. Dr. Vorndran förderte die Kontakte zu den Parlamenten in den Reformstaaten Mittel- und Osteuropas. Es war ihm ein großes Anliegen, dass die Landesparlamente ihre Rechte wahren.“

Dr. Wilhelm Vorndran ist am Dienstag, 4. September 2012, im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt Erlangen gestorben. /hw

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